Apple präsentiert Siri AI: konversationell und privat

Auf der WWDC stellte Apple Siri AI vor: ein konversationeller, kontextbewusster Assistent mit starker On-Device-Verarbeitung, Private Cloud Compute als Datenschutz-Fallback und tiefer Integration in iPhone, iPad und Mac.

Julia Weber Julia Weber . Kommentare
Apple präsentiert Siri AI: konversationell und privat

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Es ist endlich so weit. Auf der WWDC hat Apple die nächste Generation von Apple Intelligence vorgestellt, und der alte Siri wurde durch etwas ersetzt, das gesprächiger, leistungsfähiger und entscheidend datenschutzbewusster ist.

Unter der Haube baut Siri AI für seine Kernfunktionen auf Googles Gemini-Modelle, doch Apple setzt zusätzlich stark auf On-Device-Verarbeitung und einen Server-Fallback namens Private Cloud Compute. Das Prinzip ist einfach: so viel wie möglich auf dem Gerät erledigen, und wenn Serverleistung nötig ist, einen datenschutzorientierten Pfad nutzen, der laut Apple persönliche Daten weder speichert noch preisgibt.

Eine neue Siri-App wird einen Verlauf der Unterhaltungen speichern, und auf dem iPhone lebt der Assistent in der Dynamic Island für schnellen Zugriff. Auf iPadOS und macOS erhält Spotlight eine tiefe Integration, sodass Siri dort aufgerufen werden kann, wo viele von uns bereits suchen. Erwartet, dass das Update auch auf watchOS und visionOS ausgeweitet wird.

Apple hebt ein On-Device-Modell für unterstützte Hardware hervor, das ausdrucksvollere Stimmen und eine spürbar bessere systemweite Diktierfunktion bietet. Stimmen lassen sich in Ton und Sprechtempo anpassen. Während Sie sprechen, werden Interpunktion, Großschreibung und Formatierung automatisch vorgenommen, wodurch lange Nachrichten und Notizen weniger mühsam werden.

Siri AI wird persönlichen Kontext aufnehmen: Nachrichten, E-Mails, Fotos, Kalender und mehr. Dieses Kontextbewusstsein funktioniert zunächst mit Apples eigenen Apps, und Apple sagt, Drittentwickler könnten die Funktion erweitern, indem sie sich in Spotlight integrieren. Mit anderen Worten: Siri kann Antworten auf Ihre Daten zuschneiden, ohne dass Sie erklären müssen, wen oder was Sie meinen.

Benötigen Sie einen Überblick über das, was auf Ihrem Bildschirm zu sehen ist? Siri kann Inhalte beschreiben und, wenn nötig, aktuelle Informationen aus dem Web abrufen, indem sie allgemeines Weltwissen nutzt. Alle Interaktionen werden über iCloud synchronisiert, sodass Ihr Chatverlauf auf allen Geräten verfügbar ist.

Der Kameramodus ist ein nettes Detail. Richten Sie Ihr iPhone auf etwas und fragen Sie Siri, was Sie sehen — etwa ein Gericht identifizieren, mit Apple Cash eine Rechnung unter Freunden teilen oder sogar Nährwertinformationen zu einem Teller erhalten. Visuelle Intelligenz kommt auch auf iPadOS und macOS, sodass Screenshots und Bildschirminhalte per Tastendruck oder Tippen durchsuchbar und nutzbar werden.

Schreibfunktionen sind überall dort integriert, wo Sie tippen. Beschreiben Sie, was Sie brauchen, und Siri AI entwirft Text, schreibt in einem bestimmten Ton um oder verbessert Grammatik und Stil. Beim Verfassen von Mail oder Nachrichten passt sich Siri an Ihre gewohnte Kommunikation mit jedem Kontakt an und spiegelt Interpunktion sowie Sprechrhythmus wider. Apple sagt, diese Korrektur und Verfeinerung werde systemweit funktionieren, einschließlich der meisten Drittanbieter-Apps.

Siri AI kann auch Bilder erzeugen und bearbeiten, wobei Apple für diese Funktionen tägliche Nutzungslimits einführt und iCloud+-Abonnenten höhere Kontingente erhalten. Und ja: Das Unternehmen plant noch in diesem Jahr eine öffentliche Beta in englischer Sprache, weitere Sprachen sollen später folgen.

Verfügbarkeit in der EU und das DMA-Problem

Nicht alle Regionen erhalten das Update gleichzeitig. Zunächst wird Siri AI in der Europäischen Union nur für macOS, watchOS und visionOS in unterstützten Sprachen verfügbar sein. Apple erklärt, dass es Siri AI in der EU nicht auf iOS oder iPadOS aktivieren werde, weil die Aufsichtsbehörden die von Apple vorgeschlagenen datenschutzwahrenden Lösungen im Rahmen des Digital Markets Act nicht akzeptiert hätten.

Apple argumentiert, dass aktuelle Auslegungen des DMA das Unternehmen zwingen würden, anderen virtuellen Assistenten direkten Zugriff auf private Nutzerdaten und die Möglichkeit zur Steuerung von Apps zu geben, ohne ausreichende Schutzmaßnahmen, um diese Daten zu sichern. Craig Federighi sagte, das Unternehmen hoffe, mit den EU-Regulierungsbehörden einen Weg nach vorn zu finden, doch vorerst gebe es keinen Zeitplan für vollständige Unterstützung von iPhone und iPad in der Region.

Was sollten Sie daraus mitnehmen? Siri AI wirkt wie eine ernsthafte Neuinterpretation von Apples Assistentin: konversationell, kontextbewusst und auf Datenschutz auf dem Gerät ausgerichtet. Regulatorische Realitäten bedeuten jedoch, dass die neue Siri Nutzer je nach Wohnort vorerst unterschiedlich erreichen wird. Behalten Sie die Beta dieses Jahr und die nächste Runde der politischen Gespräche über den Atlantik im Auge.

Quelle: gsmarena

"Ich liebe Startups und Innovationen. Meine Artikel beleuchten die kreativen Köpfe hinter der deutschen Tech-Szene."

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