Als die Speicherpreise sprunghaft anstiegen, handelten Smartphone-Hersteller wie Köche bei einer unerwarteten Einkaufsrechnung: Sie änderten das Menü. Günstigere, margenarme Handys wurden stillschweigend zurückgestellt, während High-End-Modelle, die höhere Komponentenrechnungen tragen können, an die Spitze der Produktionslinien rückten.
Dieser Wandel zeigt sich in Counterpoints neuesten Versandzahlen. MediaTek führt weiterhin, doch sein Vorsprung ist geschrumpft. Der Anteil des Anbieters sank von 38 % im Q1 2025 auf 32 % im Q1 2026, da die schwächere Nachfrage die Einstiegs- und Mittelklasse traf, in denen MediaTek am stärksten ist. Ingenieure und Marken-Teams setzen in vielen Designs weiter auf den aktuellen Dimensity 9500, und ein Sprung zu einem 9500+ erscheint unwahrscheinlich. Stattdessen leistet der Mittelklasse-Chip Dimensity 8450 solide Arbeit, treibt beliebte Oppo Reno15-Varianten an und stützt so die Auslieferungen in diesem Segment.
Qualcomm, lange der andere Schwergewicht, spürte ebenfalls die Belastung. Sein Anteil fiel im Jahresvergleich auf rund 23 % im Q1 2026. Das Timing spielte eine Rolle: Die Galaxy-S26-Serie kam spät ins Quartal, sodass viele Galaxy-Verkäufe erst im letzten Monat registriert wurden, und mehrere Modelle nutzten Samsungs eigenen Exynos 2600 statt Snapdragon-Chips. Gleichzeitig stehen die Snapdragon-4- und 6-Serienchips, die bei Budget- und Mittelklassegeräten verbreitet sind, durch dieselbe Marktumlagerung unter Druck, die MediaTek schwächte.
.avif)
Samsungs Inhouse-Strategie zahlte sich in diesem Quartal aus. Die Exynos-Lieferungen stiegen gegenüber Q1 2025, da mehr Galaxy-Smartphones auf interne Chips setzten. Es war nicht nur der 2600-Flaggschiffchip; Mittelklassegeräte griffen beim Galaxy A57 auf den Exynos 1680 und beim Galaxy A37 auf den Exynos 1480 zurück, was Samsungs Anteil am Chipset-Markt auf etwa 7 % anhob.
Apple liegt auf dem dritten Platz im Chipset-Ranking, eine Position, die weitgehend seinem Status als Smartphone-Hersteller entspricht. Dennoch verzeichnete das Unternehmen höhere A-Series-Auslieferungen dank der starken Nachfrage nach dem iPhone 17. Besonders das iPhone 17e übertraf seinen Vorgänger, das 16e, und trug so dazu bei, Apples Chipset-Anteil im Q1 2026 auf rund 19 % zu treiben.
Dann ist da noch Unisoc, das sich stillschweigend Raum schafft, indem es mit Xiaomis Redmi-Linie zusammenarbeitet. Der T7250 war eine verlässliche Wahl für nur-4G-Modelle, während der neuere T8300 Unisoc half, im 5G-Segment zu expandieren. Diese Kombination hielt Unisoc mit einem Marktanteil von rund 14 % nahe im mittleren zweistelligen Bereich.
HiSilicons Auslieferungen gingen leicht zurück, aber am Premiumende zeigt sich weiterhin starke Nachfrage. Huawei setzt weiterhin auf Kirin-9000-Klassenchips für Flaggschiffmodelle wie die Mate-80-Serie, sodass die Volumina zwar nachgaben, die Präsenz im High-End-Bereich jedoch weiterhin bedeutend bleibt.
Die Kernaussage ist einfach: steigende Speicherpreise ordnen die Chipset-Tabelle neu, begünstigen Premium-Chips und Inhouse-Lösungen und drücken gleichzeitig die Mengen im Budgetsegment.
Die Zahlen erzählen die Geschichte klar, MediaTek bei ungefähr 32 %, Qualcomm bei rund 23 %, Apple 19 %, Unisoc 14 %, Samsung etwa 7 % und HiSilicon 4 % im Q1 2026, doch die eigentliche Frage ist, wie die Hersteller als Nächstes reagieren werden. Werden sie verstärkt auf Premiumsegmente setzen, Inhouse-Chippläne beschleunigen oder neue Wege finden, um Stückkosten zu senken? Beobachten Sie das nächste Quartal; die Chipset-Landkarte könnte bis dahin noch einmal deutlich anders aussehen.
Discussion
Leave a Comment