SecureROM-Exploit bei Apple A12/A13/S4/S5: Hardwarerisiko

Forscher enthüllen usbliter8, einen Hardware-Exploit gegen SecureROM in Apple A12/A13- und S4/S5-Chips. Mehrere iPhones, iPads und Watches sind betroffen. Da SecureROM im Silizium sitzt, ist kein Software-Patch möglich; Maßnahmen empfohlen.

SecureROM-Exploit bei Apple A12/A13/S4/S5: Hardwarerisiko
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Stellen Sie sich vor: Sie geben ein altes iPhone an einen Techniker und mit einigen geschickten Handgriffen und der richtigen Ausrüstung kann jemand am unveränderlichen Bootcode des Telefons vorbeikommen. Das klingt nach einer Szene aus einem Hacker-Thriller, doch Forscher haben eine reale Schwachstelle auf Hardware-Ebene entdeckt, die genau so abläuft.

Die Schwachstelle im Detail und betroffene Geräte

Die Sicherheitsfirma Paradigm Shift veröffentlichte eine technische Beschreibung und einen funktionierenden Proof-of-Concept für einen Exploit, den sie usbliter8 nennen. Ziel ist SecureROM, der unveränderliche Bootcode, der ins Silizium eingraviert ist, auf Geräten mit den System-on-Chips Apple A12, A13 sowie S4 und S5. Da SecureROM bereits während der Herstellung ins Silizium integriert wird, lässt sich die Schwachstelle nicht per Software-Update beheben.

Das bedeutet, dass mehrere weiterhin verbreitete Geräte betroffen sind. Die Liste umfasst:

  • iPhone XR, XS, XS Max
  • iPhone 11, 11 Pro, 11 Pro Max
  • iPhone SE (2. Generation)
  • iPad Air (3. Generation), iPad mini (5. Generation), iPad (8. und 9. Generation)
  • Apple Watch Series 4, Series 5 und die erste Watch SE
  • Außerdem einige andere Geräte wie der Apple TV 4K der 2. Generation und das Studio Display

Es gibt einen kleinen Lichtblick. Der Exploit betrifft nicht die Secure Enclave, die Passcodes und Verschlüsselungsschlüssel verwaltet, deshalb bleiben Ihre verschlüsselten Daten sowie Face ID- und Touch ID-Geheimnisse geschützt. Außerdem sind ältere A11-Chips (zu finden im iPhone 8 und iPhone X) nicht betroffen, und Prozessoren ab A14 scheinen vor dieser speziellen Methode sicher zu sein.

Ist das ein Grund zur Panik? Nicht für alle. Der Angriff erfordert technisches Können und direkten Zugriff auf das Gerät. Ein Gelegenheitsdieb kann ihn nicht in wenigen Momenten durchführen. Für Nutzer, die sensible Unternehmensdaten speichern oder mit klassifizierten Informationen auf den betroffenen Modellen arbeiten, sind die Folgen jedoch real und unmittelbar.

Paradigm Shift koordinierte die Offenlegung vor der Veröffentlichung mit Apple. Apple kann keinen herkömmlichen Patch für Code ausgeben, der in der Hardware sitzt. Ihr praktischer Rat ist klar: Wenn Gerätesicherheit für Sie kritisch ist, ziehen Sie in Betracht, auf ein neueres Telefon oder eine neuere Uhr mit nicht betroffener Silizium-Architektur umzusteigen.

Erwarten Sie zwei vorhersehbare Reaktionen. Technikbewusste Nutzer werden die Kosten eines Hardware-Wechsels gegen das geringe, aber vorhandene Risiko abwägen. Die Jailbreaking-Community wird darin eine Chance sehen, da solcher Hardware-Zugriff für Personen attraktiv ist, die Geräte über die Herstellergrenzen hinausmodifizieren wollen. Apple wird sich unterdessen darauf konzentrieren, künftige Chips gegen ähnliche Angriffe zu härten.

Was Sie jetzt tun können, ist einfach: Verwenden Sie einen starken, eindeutigen Passcode. Lassen Sie Geräte nicht unbeaufsichtigt und geben Sie sie nicht an Fremde. Bei Diensttelefonen befolgen Sie die Sicherheitsvorgaben Ihres Unternehmens und sprechen Sie mit Ihrer IT-Abteilung über Zeitpläne für einen Hardware-Austausch.

Dieser Vorfall erinnert daran, dass einige Schwachstellen unterhalb des Betriebssystems, im Silizium selbst, liegen. Sie sind schwerer zu beheben und erfordern oft einen Hardware-Austausch statt eines schnellen Downloads. Wenn Sie eines der betroffenen Geräte besitzen und sensible Informationen verarbeiten, nehmen Sie das ernst. Wenn nicht, behalten Sie einen strengen Passcode bei und machen Sie wie gewohnt weiter.

Lukas Schmidt

"Als Technik-Journalist analysiere ich seit über 10 Jahren die neuesten Hardware-Trends. Mein Fokus liegt auf objektiven Tests und Daten."

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