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Die Rechnung für Speicher wird immer höher. Ein Quartal kannst du noch ein Mittelklasse-Notebook kaufen, im nächsten wirkt allein dessen RAM wie ein Luxus-Upgrade. Das ist keine Panikmache, sondern der Markt, der auf einen Angebotsengpass reagiert, der sich voraussichtlich mindestens bis 2028 nicht entspannt.
Analysten von Jefferies nennen konkrete Zahlen: Sie erwarten, dass die Preise für DRAM und NAND im dritten Quartal 2026 im Vergleich zum laufenden Quartal um 40 bis 50 % steigen und im vierten Quartal um weitere 30 bis 40 % zulegen. Für das Gesamtjahr 2027 prognostiziert das Unternehmen einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr im Bereich von 40 bis 45 %. Erst 2028 könnte sich die Lage etwas entspannen, wenn neue Kapazitäten das Angebot um 15 bis 20 % erhöhen, doch dieser Puffer könnte durch die unaufhaltsame Nachfrage von KI und Hochleistungsrechnern aufgezehrt werden.
Warum passiert das? Angebot und Verpflichtungen. Die drei großen DRAM-Hersteller, Samsung, SK Hynix und Micron, haben keine schnelle Lösung in Aussicht gestellt, und die erhoffte Entlastung durch chinesische Hersteller wie CXMT hat sich nicht als entscheidender Preissenker erwiesen. Gleichzeitig sichern sich Cloud-Provider und Hyperscaler Kapazitäten mit langfristigen Verträgen und reservieren damit heute effektiv die Hälfte der weltweiten Produktion und bei anhaltendem Trend möglicherweise bis zu 70 %.

Diese Reservierungen sind entscheidend, weil reservierte Kapazität nicht auf den Verbrauchermarkt gelangt. Allein Micron hat 16 strategische Vereinbarungen unterzeichnet, um Lieferungen für Schlüsselkunden vorzubuchen. Das Ergebnis: weniger Chips für PCs, Laptops, Konsolen und Smartphones und höhere Ladenpreise in allen Bereichen.
Berichte, dass Apple chinesische Speicherlieferanten prüfe, unterstreichen das Wettrennen um Komponentenbeschaffung. Doch chinesische DRAM- und NAND-Hersteller drücken die weltweiten Konkurrenten noch nicht preislich zurück; sie verkaufen zu ungefähr vergleichbaren Preisen und bedienen vorwiegend den heimischen Markt. Die Aussicht, dass China die globalen Bestände neu ordnet, hängt von der Geschwindigkeit des Fabrikausbaus ab, einem mehrjährigen Unterfangen, das voraussichtlich erst 2028 internationale Wirkung zeigt, wenn CXMT und YMTC ihre nächsten Ausbauphasen hochfahren.
Kurz gesagt: Der Markt bleibt bis Ende 2026 und in das Jahr 2027 hinein angespannt. Vertragsvorauszahlungen und Nachfrage im Cloud-Maßstab haben einen Großteil der verfügbaren Kapazität aufgesogen, während der Bau neuer Fabriken Zeit und Kapital erfordert. Wenn neue Fertigungsstraßen 2028 das Angebot um 15 bis 20 % erhöhen, könnten die Preise abkühlen, doch ob diese Entlastung den Boom der KI-Workloads ausgleicht, bleibt offen.
Für Verbraucher und OEMs bedeutet das kurzfristig höhere Komponentenkosten und schwierigere Produktplanung. Für Investoren und Branchenbeobachter besteht die eigentliche Geschichte darin, wie Versorgungsstrategien, geopolitische Verschiebungen und der unstillbare Appetit von KI-Rechenleistung die Speicherlandschaft bis 2028 neu zeichnen werden.
Quelle: smarti
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