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Es begann mit einem Projektor, einer Kiste voller Laptops und Ausbildern, die wussten, wie man Regeln biegt. In einem fensterlosen Raum irgendwo in Nigeria leuchteten Bildschirme auf mit Chatfenstern und Code. Die Ausbilder waren keine Universitätsdozenten. Es waren Aktive, die gelernt hatten, große Sprachmodelle in praktische Handbücher für Gewalt zu verwandeln.
Im Inneren der Werkstatt, in der Algorithmen auf Sprengstoff trafen
Forschung basierend auf 57 persönlichen Interviews mit 27 ehemaligen Mitgliedern von Boko Haram, durchgeführt 2025 und 2026 von der Cambridge-Forscherin Antonia Yulich, offenbart ein erschreckendes Muster. Beide Hauptfraktionen der Gruppe haben führende Sprachmodelle, darunter ChatGPT, Gemini, Claude, Grok, Meta AI und DeepSeek, genutzt, um Angriffe zu entwerfen, Waffen zu beheben und Anleitungen zum Bombenbau zu erstellen. Das war keine beiläufige Neugier. Es wurde zu einer institutionellen Fähigkeit.

Speziell eingerichtete KI-Einheiten wurden gebildet. Ingenieure, Waffenspezialisten und Bombenbauer wurden diesen Teams zugeteilt. Sie traten selten an der Front auf. Ihre Aufgabe war es, detaillierte, umsetzbare Informationen aus den Modellen herauszukitzeln und diese Anweisungen an Kommandeure im Feld weiterzugeben. Man kann es als eine Schattenlogistikabteilung ansehen: digital zuerst, operationell danach.
Wie umgingen sie die Sicherheitsnetze? Durch persönlichen Unterricht von Mitgliedern anderer Terrornetzwerke. Mehrere Ex-Mitglieder beschrieben Besuche von ISIS-Aktiven, die praktische Workshops durchführten. Die Trainer nutzten Projektoren, um Schritt-für-Schritt-Prompts auf großen Bildschirmen zu zeigen, verteilten Laptops, vorkonfiguriert mit VPNs und verschlüsselter Software, und finanzierten kostenpflichtige Abonnements für Plattformen, die sonst die Nutzung ihrer Modelle einschränken. Sie lehrten Jailbreak-Techniken und Tarnnarrative, etwa das Ersuchen um Anleitungen unter dem Vorwand, ein Filmskript zu schreiben, um Modelle zur Erzeugung schädlicher Inhalte zu bewegen.
- Genutzte Modelle: ChatGPT, Gemini, Claude, Grok, Meta AI, DeepSeek
Diese Nutzung künstlicher Intelligenz ist nicht mehr randständig; sie ist organisiert und eingebettet.
Operationelle Beispiele lesen sich wie ein Feldhandbuch, das vom Code neu geschrieben wurde. Wenn Schützengräben und Verteidigungswerke einen Angriff blockierten, baten Kommandeure eine KI, die Physik durchzurechnen und zu zeigen, wie man sie mit einem Motorrad überwindet. Die Antwort enthielt präzise Berechnungen und Taktiken, die Durchbrüche ermöglichten. Wenn Waffen klemmen, lieferte das Modell schrittweise Fehlerbehebung. Wenn eine Bombe versagte, schlug das Modell Änderungen vor. Das Ergebnis, so ehemalige Mitglieder, waren weniger kostspielige Experimente auf dem Schlachtfeld und mehr mathematisch fundierte Einsätze.

Sie vervielfachten Konten über Plattformen hinweg. Wenn ein Profil gesperrt wurde, funktionierten andere weiter. Jailbreaks und menschliches Coaching umgingen die Schutzmechanismen, die Anbieter eingerichtet hatten. Es wurde zu einem Katz-und-Maus-Spiel: Verteidiger schließen Lücken, Angreifer passen sich an und skalieren dann.
Tech-Unternehmen wehren sich. OpenAI sagte der New York Times, dass die Nutzung von ChatGPT zur Ermöglichung von Terrorismus gegen seine Regeln verstößt und dass das Unternehmen seine Abwehr ständig stärkt. Meta erklärte, ein großer Teil des Missbrauchs betreffe ältere Modellversionen und dass es Sicherheitslayer aktualisiert habe. Aber die Berichte ehemaliger Kämpfer zeigen, dass entschlossene Netzwerke bereits Offline-Handwerk mit Online-Werkzeugen verschmelzen und so eine hybride Bedrohung schaffen, die nur mit Software-Updates schwer zu bekämpfen ist.
Was bedeutet das für Politik- und Produktteams? Eine Lehre ist praktisch: Maschinensicherungen sind wichtig, aber ebenso der menschliche Faktor. Schulung, Verschlüsselung und Geld für Abonnements sind niedrigschwellige Erleichterungen. Eine andere ist strategisch: Missbrauch zu verhindern erfordert engere Zusammenarbeit zwischen Plattformen, lokalen Sicherheitsdiensten und internationalen Geheimdienstpartnern.
Das letzte Bild aus den Interviews ist eindrücklich. Ein dunkler Raum. Ein surrender Projektor. Eine kleine Gruppe liest Prompts vom Bildschirm und schreibt felderprobte Anweisungen in Notizbücher. Die Fabrik war still. Die Entscheidungen waren laut.















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