Huawei Pura 90s Pro/Pro Max: 200MP Tele und Ausdauer

Huawei bringt das Pura 90s Pro und Pro Max mit 200MP RYYB-Telephoto, einstellbarer Blende, LOFIC-Hauptsensor, großen Akkus und moderner Konnektivität. Fokus auf optische Qualität, Robustheit und reale Foto-Performance.

Lena WagnerLena Wagner.
Huawei Pura 90s Pro/Pro Max: 200MP Tele und Ausdauer

5 Minuten

Huawei hat erneut still und leise die Kameralatte erhöht. Das Pura 90s Pro Max verfügt jetzt über einen 200MP RYYB-Telefotosenor, den ersten seiner Art, und das ist keine Spielerei, es ist eine Aussage darüber, wie weit mobile Optik ohne Gimmicks gelangen kann.

Zwei neue globale Modelle ergänzen Huaweis Angebot: das Pura 90s Pro und das größere Pura 90s Pro Max. Sie teilen weite Teile der technischen DNA, doch Unterschiede bei Bildschirmgröße, Ladegeschwindigkeit und Telefoto-Hardware trennen ihre Charaktere. Das eine ist auf handliche Ausgewogenheit ausgelegt; das andere auf Fernfotografie und neidische Akkulaufzeit.

Die Show des Pro Max ist die 200MP RYYB-Telekamera. Sie sitzt hinter einer f/2.6-Linse und einem großen 1/1.28"-Sensor, bietet festen 4x optischen Zoom und einen überraschend leistungsfähigen 20x Tele-Video-Modus, ermöglicht durch Echtzeit-RAW-Verarbeitung. Dabei geht es nicht nur um Megapixel. Die Stabilisierung wird mit beeindruckenden CIPA 7,0 Belichtungsstufen angegeben, und Huawei behauptet sogar Makrofähigkeiten aus demselben Modul. Kurz gesagt: Endlich sind saubere Langstreckenaufnahmen ohne das Zittern und die Unschärfe zu erwarten, die sie früher ruiniert haben.

Die primären Bildaufgaben übernimmt auf beiden Geräten ein 50MP 1/1.28" RYYB-Sensor. Im Pro Max ist dieser Sensor ein LOFIC-Typ, der auf einen größeren Dynamikumfang ausgelegt ist; im Pro ist es dieselbe Größe, jedoch ohne LOFIC-Abstimmung. Die Hauptlinse verfügt über eine einstellbare Blende, die in zehn Stufen von f/1.4 bis f/4.0 reicht und den Telefonen ein echtes Fotografenwerkzeug zur Kontrolle der Schärfentiefe gibt. Die Ultraweitwinkel-Aufgaben werden bei den beiden Modellen unterschiedlich gelöst: Das Pro Max trägt ein 40MP RYYB-Ultraweitwinkel, während das Pro auf eine 12,5MP-Einheit heruntergeht, beide dank RYYB-Layout für Farbe und Low-Light-Leistung optimiert.

Das Tele des normalen Pura 90s Pro ist auch nicht schlecht. Es nutzt einen 50MP-Sensor hinter einer OIS-gestützten f/2.1-Linse und unterstützt Makroaufnahmen ab nur 5 cm. Huawei hat die Varianten offensichtlich getrennt, um Käufern Wahlmöglichkeiten zu bieten: etwas kleiner, etwas leichter und in der Bildleistung geringfügig weniger extrem beim Pro im Vergleich zu den Flaggschiff-Zoomfähigkeiten des Max.

Die Displays folgen derselben Designsprache: flache LTPO-Panels mit 1-120Hz variabler Bildwiederholrate und kundenspezifischen optischen Schichten, die Reflexionen um bis zu 70 Prozent reduzieren. Das Pro verwendet ein 6,6"-Panel mit 1.256 x 2.760 px; das Pro Max dehnt sich auf 6,9" bei 1.308 x 2.880 px aus. Beide werden von Huaweis Kunlun-Glas geschützt und mit diamantähnlichem Kohlenstoff sowie Siliziumnitrid-Keramikschichten behandelt, die deutlich besseren Kratz- und Fallschutz versprechen als typische Glasoberflächen.

Unter der Haube sitzt HiSilicons neuer Kirin 9030S, ein Chip, der den Kirin 9020 aus dem Vorjahr ersetzt. Die Spezifikationen wirken auf dem Papier sauber, aber spärlich; reale Benchmarks werden zeigen, ob es ein Generationssprung oder ein inkrementelles Update ist. Entscheidend ist sofort die Konnektivität: Beide Telefone unterstützen 5G (eine willkommene Rückkehr für Huaweis globale Geräte), eSIM, Dual-Band Wi‑Fi 7, Bluetooth 6.0 mit LDAC- und L2HC-Codecs sowie Huaweis NearLink E2.0 für latenzarme lokale Verbindungen.

Speicher und Speicherplatz sind unkompliziert: 12 GB RAM mit entweder 256 GB oder 512 GB internem Speicher. Softwareseitig liefert Huawei EMUI 16 auf Basis von AOSP 16 statt des standardmäßigen Google-gebundenen Android und setzt damit den Weg der engen Integration von Hardware und eigenem OS-Ökosystem fort.

Die Akkukapazitäten sind großzügig, aber reguliert: In den meisten Märkten tragen beide Modelle einen 6.000-mAh-Akku, während in der EU verkaufte Einheiten auf 5.500 mAh sinken, um lokalen Regeln zu entsprechen. Das Laden unterscheidet sich je nach Modell: Das Pro Max unterstützt 100W kabelgebundenes und 80W kabelloses Laden, während das Pro maximal 66W kabelgebunden und 50W kabellos bietet.

Design-Details sind weniger dezent. Huawei färbt nun die Metallrahmen passend zu den Farbverläufen auf der Rückseite, wodurch Ausführungen wie Orange Ocean und Blush Gold auf eine Weise hervorstechen, wie es mattes Metall nie vermochte. Beide Telefone erfüllen IP68 für Immersion und IP69 für Widerstand gegen Hochdruck-Wasserstrahlen. Das Pro Max wiegt 230 g und ist 8,1 mm dick; das Pro ist mit 213 g und 8,2 mm etwas leichter.

Die Verfügbarkeit erfolgt schrittweise. Die Telefone sind bereits in Malaysia aufgetaucht und sollten bald in Singapur erscheinen; ein eigener Launch für den Nahen Osten ist für den 16. Juli geplant. Die europäische Verfügbarkeit wurde auf Huaweis EU-Seiten noch nicht flächendeckend veröffentlicht, aber offizielle Euro-Preise sind aufgetaucht: Das Pura 90s Pro beginnt bei rund 900 EUR für 12/256 GB und 1.050 EUR für 12/512 GB, während das Pura 90s Pro Max mit etwa 1.150 EUR bzw. 1.300 EUR für die beiden Ausstattungen gelistet ist.

  • Displays: 6,6" (Pro) / 6,9" (Pro Max), LTPO 1-120Hz
  • Hauptsensor: 50MP 1/1.28" RYYB (LOFIC beim Pro Max)
  • Telefoto: 200MP 1/1.28" RYYB (Pro Max, 4x optisch)
  • Konnektivität: 5G, eSIM, Wi‑Fi 7, Bluetooth 6.0, NearLink E2.0
  • Akkus/Laden: 6.000 mAh (5.500 mAh EU); 100W/80W Pro Max, 66W/50W Pro

Es ist verlockend, die Pura 90s-Generation auf eine einzige Überschrift zu reduzieren, etwa 200MP-Tele, RYYB-Sensoren und große Akkus, doch die eigentliche Geschichte liegt darin, worauf Huawei gesetzt hat: optische Qualität und spürbare Robustheit statt einer Parade von Spezifikations-Überbietungen. Für Fotografen sind die einstellbare Blende und der LOFIC-optimierte Sensor genauso interessant wie rohe Megapixel. Für alle anderen könnte die Kombination aus langer Akkulaufzeit, schnellem Laden und moderner Konnektivität diese Geräte zu einer ernsthaften Option machen, sofern und sobald Huawei seinen globalen Rollout abschließt. Welche Märkte sie am meisten annehmen werden? Das ist die nächste Wendung, die es zu beobachten gilt.

Lena Wagner
"Smartphone-Expertin mit einem Auge fürs Detail. Ich teste nicht nur die Leistung, sondern auch die Usability im Alltag."

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