Sony FX5: Open-Gate, internes 5K RAW und Dual Gain

Die Sony FX5 kombiniert Open-Gate-Aufnahme, internes 16-Bit 5K RAW, Dual-Gain-Betrieb und KI-gestützten Autofokus. Profi-Features, die maximale Sensornutzung, flexible Belichtung und lange Aufnahmezeiten für Filmemacher liefern.

Lena WagnerLena Wagner.
Sony FX5: Open-Gate, internes 5K RAW und Dual Gain

3 Minuten

Das Gefühl, eine vertikale Aufnahme zu komponieren und zu merken, dass man keine Pixel wegschneiden muss. Diese kleine, praktische Freiheit verkauft Sony mit der neuen FX5.

Open-Gate-Aufnahme: Jedes Pixel zählt

Das ist kein simples FX3-Update mit neuer Optik. Sony hat die FX5 um einen 16,6-MP-Vollformat, vollständig gestapelten Exmor RS-Sensor und die BIONZ XR2-Engine mit eingebauter KI-Beschleunigung herum entwickelt. Der unmittelbare Vorteil: natives 5K bei 60fps und 4K bei 120fps. Ein angekündigtes Firmware-Update wird diese Werte auf 5K bei 120fps und 4K bei 240fps anheben.

Aber das Merkmal, das die Art zu filmen verändert, ist die Open-Gate-Aufzeichnung. Anstatt Video auf einen beschnittenen Sensorbereich zu beschränken, lässt Open Gate die Kamera die gesamte Breite und Höhe des Sensors nutzen, um ein 3:2-Bild zu erzeugen. Für vertikale Creator und alle, die maximale Pixelökonomie brauchen, ist das eine praktische Revolution. Sie erhalten die volle Sensorfläche zum Reframen, Stabilisieren oder zum Erzeugen mehrerer Seitenverhältnisse aus einer einzigen Aufnahme.

Sony hat hier nicht Halt gemacht. Die FX5 zeichnet 16-Bit-lineares RAW intern auf, ein externer Recorder ist nicht nötig. Bereits aus der Kamera lassen sich das volle 3:2 5K-Output in RAW bei 60fps erfassen, und bei höheren Bildraten nach dem Upgrade. Sonys professionelle X-OCN-Codecs (LT, C1, C2) bieten verschiedene Kompressionsstufen, sodass Produktionen Qualität und Speicherbedarf ausbalancieren können.

Dem Dynamikumfang und dem Verhalten bei wenig Licht wird große Aufmerksamkeit geschenkt. Die FX5 ist die erste Kamera der FX-Reihe, die den Dual-Gain-Betrieb einführt, der niedrige und hohe Gain-Ausgänge mischt, um die nutzbare Belichtungsdynamik zu vergrößern und Rauschen zu reduzieren. Drei Basis-ISO-Werte, 800, 4000 und 12800, bieten Filmern flexible Belichtungsoptionen für Aufgaben von Außenaufnahmen bei Tageslicht bis zu nahezu dunklen Innenräumen. Sony gibt über 15 Blendenstufen Dynamikumfang an, eine Angabe, die dieses Gehäuse in Konkurrenz zu größeren Cine-Rigs bringt.

Der Autofokus erhält einen KI-Schub: Menschliche Pose-Schätzung verbessert die Erkennung und Verfolgung von Motiven, während der Auto-Tracing-Weißabgleich sowohl sichtbare als auch IR-Sensoren nutzt, um die Farbe in gemischten Lichtverhältnissen zu stabilisieren. Wer Kontrolle möchte, kann die kamerainterne Rauschunterdrückung deaktivieren. Beim Dreh mit anamorphotischem Glas gibt es eine De-Squeeze-Funktion, wobei der Autofokus in diesem Modus deaktiviert ist.

Ergonomie und Workflow folgen dem Profi-Leitfaden. Ein größeres 3,5-Zoll-Touchscreen (2,76 Millionen Bildpunkte) lässt sich vollständig schwenken, ein eingebauter Lüfter hält längere Takes im Zaum, und bei Strom- und Datenflexibilität sorgen zwei USB-Anschlüsse und ein kabelgebundenes LAN für Optionen. Die Kamera akzeptiert größere NP-SA100-Akkus und übernimmt ein Menüsystem, das stärker an Sonys CineAlta-Reihe angelehnt ist.

Sony entschied sich, den Sucher modular zu halten. Die FX5 wird ohne integrierten EVF geliefert, aber der neue abnehmbare Sucher DVF-EL1 ist optional erhältlich. Es gibt außerdem den XLR-H2-Handgriff für Audio direkt am Gehäuse und zusätzliche Bedienelemente.

Praktische Frage: Was kostet das? Der FX5-Korpus liegt bei etwa 4.510 €, das Kit mit dem XLR-H2-Handgriff bei rund 5.060 €. Sony plant die Verfügbarkeit Mitte August.

Für Filmemacher, die kompakte Flexibilität gegen traditionelle Cine-Boxen abwägen, stellt die FX5 ein überzeugendes Argument dar. Sie ist kompakt, aber kompromisslos: eine Kamera für Kreative, die die volle Sensorbreite, professionelle RAW-Workflows und modernen Autofokus wollen, verpackt in einem Gehäuse, das für lange Drehtage gebaut ist.

Lena Wagner
"Smartphone-Expertin mit einem Auge fürs Detail. Ich teste nicht nur die Leistung, sondern auch die Usability im Alltag."

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