Geekbench 7: Realistischere Benchmarks für Alltagsaufgaben

Geekbench 7 liefert realitätsnähere Benchmarks mit medienorientierten CPU-Tests, neuen GPU-Workloads für Content-Erstellung und ML sowie ehrlicheren Multi-Core-Messungen. Kostenlos für den persönlichen Gebrauch.

Lena WagnerLena Wagner.
Geekbench 7: Realistischere Benchmarks für Alltagsaufgaben

2 Minuten

Benchmarks, die sich als reale Tests ausgeben, bekommen endlich ein ehrliches Update. Primate Labs hat Geekbench 7 veröffentlicht, und es wirkt weniger wie ein Zahlenwettbewerb und mehr wie ein Spiegel, der den Alltagseinsatz von Geräten widerspiegelt.

Die App bleibt plattformübergreifend (Android, iOS, Windows, macOS und Linux), sodass Vergleiche weiterhin Smartphones, Laptops und Desktops umfassen. Die Arbeitslasten wurden jedoch neu abgestimmt. Auf der CPU-Seite führt Geekbench 7 medienorientierte Tests für Audio- und Video-Codierung, Dekodierung und Verarbeitung ein. Das heißt: Aufgaben wie Videoanrufe, Bildschirmfreigabe, Streaming und entspanntes Abspielen von Inhalten werden in den Ergebnissen jetzt besser abgebildet.

Auch das Spiel-Testing erhält eine pragmatische Anpassung. Eine neue Game Physics-Arbeitslast läuft auf der Jolt Physics-Engine und soll die physikalischen Aufwände widerspiegeln, die moderne Mobile-Titel tatsächlich verursachen. Auch die Szenarien für die Fotobearbeitung wurden erweitert; die Photo Editor-Arbeitslast wendet jetzt eine größere Auswahl an realistischen Bearbeitungen an, und der Photo Library-Test fügt Unterstützung für JPEG XL- und DNG-Importe sowie deren Verarbeitung hinzu - Hinweise darauf, wie Nutzer heute Bilder aufnehmen, speichern und bearbeiten.

Vielleicht ist die folgenschwerste Änderung, wie Multi-Core-Tests gehandhabt werden. Geekbench 7 führt Multi-Core-Durchläufe nur dann aus, wenn die gemessene Aufgabe wirklich vom Parallelismus profitiert. Keine künstlich aufgeblähten Scores mehr durch Tests, die niemals alle Kerne nutzen. Diese Anpassung führte auch dazu, den HTML5-Browser-Test aus den Multi-Core-Messungen zu entfernen, eine Maßnahme, die Multi-Core-Ergebnisse ehrlicher und realistischer halten soll.

Die GPU-Suite verlagert den Schwerpunkt weg von reinem 3D-Rendering hin zu Content-Erstellung und Machine-Learning-Workloads. Erwarten Sie Tests, die Face-Filter-Modellierung für Social-Apps, ML-gestütztes Hochskalieren von Bildern und virtuelle Hintergrundverarbeitung für Videokonferenzen simulieren. Das sind die GPU-Lasten, die für Alltagnutzer und Entwickler gleichermaßen immer wichtiger werden.

Für Tester und OEMs ist das ein praktischer Richtungswechsel. Benchmarks belohnen jetzt ausgewogene Silizium-Designs, die reale Desktop- und Mobile-Aufgaben beschleunigen, statt Chips, die darauf getrimmt sind, synthetische Szenarien zu gewinnen. Für App-Entwickler liefern die neuen Tests ein klareres Signal darüber, wie Hardware-Variationen Medien-Pipelines und ML-Inferenz auf dem Gerät beeinflussen.

Geekbench 7 bleibt für den persönlichen Gebrauch kostenlos, was es Enthusiasten erleichtern sollte, ihre Lieblingsgeräte erneut zu testen und zu sehen, wie sich die Ergebnisse ändern, wenn Tests echten Arbeitslasten entsprechen. Möchten Sie wissen, was Ihr Telefon tatsächlich tut, wenn Sie einen Videoanruf starten oder einen Face-Filter anwenden? Führen Sie den Test aus und urteilen Sie selbst.

Lena Wagner
"Smartphone-Expertin mit einem Auge fürs Detail. Ich teste nicht nur die Leistung, sondern auch die Usability im Alltag."

Kommentar hinterlassen

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.