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CMF wird eigenständiges Unternehmen mit Indien-Mehrheit

Carl Pei kündigt an, CMF als eigenständiges Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung indischer Anteilseigner und Sitz in Indien auszugliedern. Zentrale Details zu Besitzanteilen, Zeitplan und Nothing OS-Support für Kunden bleiben ungeklärt.

CMF wird eigenständiges Unternehmen mit Indien-Mehrheit
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Carl Pei hat angekündigt, dass Nothings günstigere Submarke CMF ausgegliedert wird und künftig als eigenständiges Unternehmen agieren soll. Die Mehrheit der Anteile soll bei indischen Anteilseignern liegen, der Hauptsitz in Indien. Nothing bleibt jedoch Anteilseigner und Partner.

Neue Eigentümerstruktur und Hintergrund

Pei veröffentlichte die Pläne auf X und ergänzte damit die bereits im September 2025 angekündigte Ausgliederung. Damals hatte das Unternehmen erklärt, CMF werde als unabhängige Tochtergesellschaft mit Sitz in Indien geführt. Nothing kündigte zudem an, mehr als 100 Millionen US-Dollar in ein Joint Venture mit Optiemus investieren zu wollen, um die CMF-Produktion zu lokalisieren und innerhalb von drei Jahren rund 1.800 Arbeitsplätze zu schaffen. Im Dezember 2025 wurde CMF als eigenständige Gesellschaft unter dem Namen CMF India Private Limited registriert. Neu ist die Information, dass indische Anteilseigner künftig die Mehrheit halten sollen. Pei nannte weder diese Anteilseigner noch einen Termin für den Eigentümerwechsel oder eine konkrete Verteilung der Anteile.

Aufgaben von CMF und technische Verantwortung

Laut Pei soll CMF Nothing OS, das Ingenieurteam, die Lieferantenbeziehungen und das Markenmanagement in das neue Unternehmen überführen. Nothing OS ist die intern entwickelte Android-basierte Software von Nothing. Pei zufolge hat sie seit 2021 auf jedem Nothing-Gerät planmäßige Updates erhalten.

Pei formuliert klare Erwartungen: CMF soll künftig mehr Entwicklungsarbeit selbst übernehmen, statt technische Aufgaben an Fertigungspartner auszulagern. Dazu zählen:

  • die Konstruktion der Smartphones einschließlich Materialien, Wärmemanagement und Haltbarkeit
  • die Auswahl von Kamerasensoren und die Entwicklung der Kamerasoftware
  • die Entwicklung des Betriebssystems und die Verpflichtung zu Updates
  • die Abstimmung und Zertifizierung von Antennen
  • die Zusammenarbeit mit Lieferanten für Displays, Chipsätze und Kameramodule

Pei argumentiert, dass Marken, die den Großteil dieser Aufgaben an Fertigungspartner delegieren, letztlich Smartphones aus einem Katalog auswählen und vor allem über den Preis konkurrieren.

Er ordnet den Schritt in eine langfristige Strategie ein: 2015 entfielen seinen Angaben zufolge fast die Hälfte der in Indien verkauften Smartphones auf indische Marken. Bis 2025 sei ihr Marktanteil auf unter 1 Prozent gesunken, nachdem ausländische Marken in den Markt eingetreten waren. Da inzwischen 99 Prozent der in Indien verkauften Smartphones auch dort hergestellt werden, sei nach der lokalen Produktion nun eine stärkere eigene Entwicklungsarbeit der nächste Schritt. Sein Ziel sind 100 Millionen Smartphones pro Jahr. Erst bei dieser Größenordnung würden Zulieferer Komponenten nach Vorgaben einer Marke fertigen, statt Standardbauteile anzubieten.

Offene Fragen für Kunden und Produktpläne

Peis Beitrag lässt mehrere praktische Fragen offen. Er nennt weder die indischen Anteilseigner noch die genaue Eigentümerstruktur und gibt auch keinen Zeitplan für die Übertragung an. Unklar bleibt zudem, wer nach der Umstrukturierung die Updates für Nothing OS sowie den Support für CMF-Geräte verantwortet. Das könnte sich auf Besitzer aktueller CMF-Smartphones auswirken.

Die CMF-Produktpalette bleibt überschaubar. Im Juni erklärte Nothing-Mitgründer Akis Evangelidis, dass CMF 2026 kein neues Smartphone auf den Markt bringen werde. Steigende Speicherkosten machten einen Nachfolger des CMF Phone 2 Pro zu den angestrebten CMF-Preisen schwer realisierbar. Evangelidis sagte jedoch, dass für dieses Jahr weitere CMF-Produkte geplant seien, auch in neuen Kategorien. Bis zu deren Veröffentlichung bleibt das CMF Phone 2 Pro das aktuelle Modell der Marke.

CMF wurde im September 2023 als günstigere Marke von Nothing eingeführt und entwickelte sich in Indien schnell zum größten Markt. CMF-Smartphones kosten weniger als 200 US-Dollar. Von Nothing zitierte IDC-Daten zeigen, dass Geräte im Preisbereich von 100 bis 200 US-Dollar im zweiten Quartal 2025 mehr als 42 Prozent der indischen Auslieferungen ausmachten. Damit verfügt CMF auf seinem Heimatmarkt über einen beträchtlichen adressierbaren Markt.

Lena Wagner

"Smartphone-Expertin mit einem Auge fürs Detail. Ich teste nicht nur die Leistung, sondern auch die Usability im Alltag."

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