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Galaxy Tab S12+ und S12 Ultra: Test & Kaufberatung

Ausführlicher Test und Vergleich des Galaxy Tab S12+ und S12 Ultra: Größe, Display, S Pen, Leistung, DeX, Akkulaufzeit und Kaufberatung für Nutzer, die ein Tablet als Arbeits- oder Kreativwerkzeug suchen.

Galaxy Tab S12+ und S12 Ultra: Test & Kaufberatung
Lesezeit: 16 Minuten
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Manche Tablets sind dafür gemacht, dass Sie seltener zum Laptop greifen. Andere sind so groß und teuer, dass Ihr Laptop zu Recht fragen könnte: „Was war eigentlich falsch mit mir?“ Das Galaxy Tab S12+ und das S12 Ultra liegen irgendwo zwischen diesen beiden Konzepten. Große AMOLED-Displays, ein beiliegender Stylus, ein Flaggschiff-Prozessor und Samsungs Desktop-Oberfläche bieten zahlreiche Möglichkeiten für Arbeit und Unterhaltung. Entscheidend ist, welche davon Sie tatsächlich nutzen werden.

Ich habe beide Tablets getestet und bespreche sie gemeinsam, statt zwei Artikel mit weitgehend identischen Abschnitten zu veröffentlichen. Der Grund ist einfach: Das Plus ist kein deutlich schwächeres, abgespecktes Ultra. Hardware und Software-Erlebnis sind in vielen Punkten identisch. Die Wahl hängt vor allem von der Größe, Ihrer Arbeitsweise und der Frage ab, wie viel Sie für mehr Arbeitsfläche ausgeben möchten.

Für mich ist dabei vor allem eine Frage spannend: Hilft das riesige Display des Ultra tatsächlich dabei, mehr zu erledigen, oder wird das Tragen einfach zu einer weiteren Übung in Ihrem Alltag?

Galaxy Tab S12+ und S12 Ultra: Spezifikationen im Überblick

SpezifikationGalaxy Tab S12+Galaxy Tab S12 Ultra
Display12,6-Zoll Dynamic AMOLED 2X14,6-Zoll Dynamic AMOLED 2X
Auflösung2800 × 1752 Pixel2960 × 1848 Pixel
BildwiederholrateBis zu 120 HzBis zu 120 Hz
Angegebene Helligkeit1.600 Nits Spitzenwert; 1.000 Nits in HBM1.600 Nits Spitzenwert; 1.000 Nits in HBM
Dicke5,3 mm5,1 mm
Gewicht, WLAN / 5G553 g / 555 g692 g / 695 g
ProzessorMediaTek Dimensity 9500MediaTek Dimensity 9500
Arbeitsspeicher12 GB12 GB oder 16 GB
Speicher256 GB oder 512 GB256 GB, 512 GB oder 1 TB
SpeicherkartenunterstützungmicroSD bis zu 2 TBmicroSD bis zu 2 TB
Rückkameras13-MP-Hauptkamera13-MP-Hauptkamera und 8-MP-Ultraweitwinkel
Frontkamera12-MP-Ultraweitwinkel12-MP-Ultraweitwinkel
Akku10.600 mAh11.600 mAh
Kabelgebundenes Laden45 W45 W
WLANWi-Fi 6EWi-Fi 7
StartsoftwareAndroid 17 mit One UI 9Android 17 mit One UI 9
Stylus und SchutzS Pen inklusive, IP68S Pen inklusive, IP68

Design und Verarbeitung: Dünn heißt nicht klein

Samsung will beim Design niemanden überraschen. Gehäuse aus Armor Aluminium, klare Flächen, zurückhaltende Oberflächen in Grau und Silber sowie schlanke Rahmen führen den vertrauten Look der Premium-Tablets fort. Beide Modelle wirken professionell und hochwertig verarbeitet. Nur sollten Sie nicht erwarten, dass sich die Farbwahl anfühlt wie das Öffnen einer neuen Packung Buntstifte.

Ihre geringe Bauhöhe fällt tatsächlich auf. Das Plus misst 5,3 mm, das Ultra sogar nur 5,1 mm. Für Geräte dieser Größe sind das beeindruckende Werte. Im Alltag zählen jedoch Gewicht und die Fläche, die Sie mit den Händen abstützen müssen, deutlich mehr als ein paar Zehntelmillimeter Gehäusedicke.

Die WLAN-Version des Plus wiegt 553 g, das Ultra 692 g. Die zusätzlichen 139 g und die größere Fläche des Ultra machen sich beim Lesen, Notieren abseits des Schreibtischs oder unterwegs bemerkbar. Ein dünnes Gehäuse hebt die Hebelwirkung eines derart großen Displays nicht auf.

Deshalb ist das Plus für mich die ausgewogenere Wahl, wenn Sie ein Tablet regelmäßig in der Hand halten möchten. Das Ultra ergibt auf dem Schreibtisch, einem Ständer oder in einer Tastaturhülle mehr Sinn. Dann werden die Abmessungen, die es unterwegs unhandlich machen, zu nützlicher Arbeitsfläche.

Das Ultra besitzt schmalere Ränder und eine kleine Notch für die Frontkamera an der langen Displayseite. Beim Plus sitzt die Kamera ohne vergleichbaren Ausschnitt im Rahmen. Am Ende ist das Geschmackssache. Tablet-Ränder sind keine verschwendete Fläche: Sie bieten den Fingern Halt, ohne Inhalte zu verdecken.

Beide Modelle tragen die Schutzklasse IP68 gegen Staub und Wasser. Das ist bei einem Gerät, das auf dem Cafétisch, neben einer Trinkflasche oder im Freien liegt, durchaus willkommen. Laborprüfungen in Süßwasser sind allerdings keine Einladung zum Schwimmen. Ein teures Tablet braucht keine Schwimmstunden, um seine Spezifikationen zu beweisen.

Lieferumfang: Der Stift ist dabei, das Ladegerät macht Urlaub

Neben dem Tablet liegen ein S Pen und ein USB-C-auf-USB-C-Kabel bei. Ein Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang. Tastatur und Hülle müssen ebenfalls separat gekauft werden.

Dass Samsung den Stylus beilegt, hat vom ersten Tag an praktischen Wert. Sie können sofort Notizen machen oder zeichnen, ohne zunächst zusätzliches Zubehör kaufen zu müssen, das einen wesentlichen Teil der Tablet-Attraktivität überhaupt erst erschließt.

Realistisch betrachtet sollten Sie die Gesamtkosten dennoch im Blick behalten. Soll das Tablet Laptop-Aufgaben übernehmen, müssen womöglich ein Ständer, eine Tastatur und ein passendes Ladegerät ins Budget eingeplant werden.

Display: Hier zählt der Größenunterschied wirklich

Beide Modelle nutzen Dynamic-AMOLED-2X-Panels mit bis zu 120 Hz. Der entscheidende Unterschied liegt bei 12,6 gegenüber 14,6 Zoll – nicht darin, dass ein Modell ein großartiges Display bekommt und das andere mit Durchschnittskost auskommen muss.

Das Plus wächst gegenüber dem 12,4-Zoll-Display des Tab S10+ auf 12,6 Zoll. Das Ultra behält seine vertraute Größe von 14,6 Zoll bei. Das ist eine attraktive Leinwand für Filme, Zeichnungen und mehrere parallel geöffnete Apps, aber weniger praktisch an einem kleinen Schreibtisch oder bei vertikaler Nutzung.

Tiefes AMOLED-Schwarz, hoher Kontrast und flüssige Animationen gehören zu den Stärken beider Tablets. Das Seitenverhältnis von ungefähr 16:10 eignet sich zudem gut für Videos und die Nutzung im Querformat. Natürlich ist kein Format für alles ideal. Der längliche Bildschirm, der zu Filmen gut passt, kann bei manchen Magazinlayouts und Hochformat-Dokumenten weniger angenehm sein als ein quadratischeres Display.

Die höhere Auflösung des Ultra bedeutet nicht automatisch eine höhere Pixeldichte. Das Plus verteilt seine Pixel auf eine kleinere Fläche. Der Ultra-Name sollte Sie daher nicht zu der Annahme verleiten, Texte wirkten dort schärfer. Der tatsächliche Vorteil des größeren Modells liegt in der zusätzlichen Fläche zum Arbeiten und Betrachten.

Was bedeuten 1.600 Nits eigentlich?

Samsung nennt für beide Modelle eine Spitzenhelligkeit von 1.600 Nits sowie 1.000 Nits im High Brightness Mode. Spitzenhelligkeit darf nicht mit der dauerhaft erreichbaren Helligkeit über die gesamte Displayfläche verwechselt werden, etwa beim Lesen eines weißen Dokuments. Inhalte, die Größe heller Flächen, Einstellungen und Umgebungslicht beeinflussen das Ergebnis.

Für mich zählen Lesbarkeit und Reflexionen mehr als ein Wettlauf um große Zahlen. Neben einem Fenster oder unter einer Deckenleuchte können Spiegelungen den Vorteil eines hellen Panels schmälern. Bei stärkerem Licht fallen sie deutlich auf. Die Helligkeit reicht aus, um weiterzuarbeiten, doch Reflexionen beeinträchtigen weiterhin Klarheit und Seherlebnis.

Sound: Vier Lautsprecher, die ihren Platz verdienen

Beide Tablets verfügen über vier Lautsprecher. In meinen Tests überzeugten sie mit klaren Dialogen, hoher Lautstärke und guter Kanaltrennung. Für Filme, Online-Kurse und Lehrvideos ist der Klang eine wichtige Ergänzung zum Display.

Ein dünnes Tablet liefert natürlich nicht den tiefen Bass eines großen Lautsprechersystems. Wenn Sprache aber klar verständlich bleibt und Musik sowie Effekte nicht ineinander verschwimmen, müssen Sie nicht bei jedem Video sofort zu Kopfhörern greifen.

Das Ultra würde ich nicht allein in der Hoffnung auf deutlich besseren Klang kaufen. Sein zentraler Vorteil bleibt das größere Bild. Samsung hat das Plus nicht mit einer zweitklassigen Audioausstattung abgespeist.

Leistung: Das Ultra kostet mehr, nutzt aber denselben Prozessor

Beide Tablets arbeiten mit MediaTeks im 3-nm-Verfahren gefertigtem Dimensity 9500. Das ist für die Kaufentscheidung relevant: Der Wechsel vom Plus zum Ultra katapultiert Sie nicht in eine völlig andere Leistungsklasse.

Das Plus ist mit 12 GB RAM und wahlweise 256 GB oder 512 GB Speicher erhältlich. Das Ultra bietet ähnliche Konfigurationen, ergänzt um eine 1-TB-Version mit 16 GB RAM. Dieses Spitzenmodell ist für große Projekte und anspruchsvolles Multitasking interessanter.

Benötigen Sie vor allem mehr Platz für Videos und Dateien, unterstützen beide Modelle microSD-Karten mit bis zu 2 TB. Bedenken Sie aber: Eine Speicherkarte ersetzt keinen RAM, und ihre Geschwindigkeit entspricht nicht automatisch der des internen Speichers.

Auch das 3D-Vapor-Chamber-Kühlsystem ist nicht dem Ultra vorbehalten. Das Plus verfügt ebenfalls darüber.

Beim Surfen, Notieren, Wechseln zwischen Apps und Öffnen mehrerer Fenster ist fehlende Rohleistung selten das größte Problem. Häufiger bremst eine Android-App, die nicht gut mit einem großen Display, einer Tastatur oder Ihrem bevorzugten Workflow harmoniert. Ein schneller Prozessor verwandelt eine für Smartphones optimierte App nicht automatisch in professionelle Desktop-Software.

Benchmarks und Gaming: Zahlen brauchen Kontext

Beide Geräte bewältigen anspruchsvolle Spiele, doch ein 120-Hz-Display garantiert nicht, dass jedes Spiel mit 120 FPS läuft. Entscheidend sind auch die Grenzen des Spiels selbst und dessen Unterstützung für das jeweilige Gerät.

Für Touch-Steuerung lässt sich das Plus einfacher handhaben. Mit Controller und Ständer wird das Ultra attraktiver. Ein 14,6-Zoll-Display festzuhalten und gleichzeitig alle On-Screen-Bedienelemente zu erreichen, wirkt mitunter wie eine zusätzliche Hürde, die der Entwickler unerwähnt gelassen hat.

Software und DeX: Näher am Laptop, aber noch kein Windows

Beide Tablets starten mit Android 17 und One UI 9. Samsung verspricht sieben Generationen von Betriebssystem-Upgrades und sieben Jahre Sicherheitsupdates. Bei diesem Preis ist die lange Software-Unterstützung ein wichtiger Teil des Gesamtwerts.

Im Tablet-Modus können Sie drei Apps nebeneinander ausführen und die Fenstergrößen anpassen. Ein Browser, Samsung Notes und ein Tutorial-Video zeigen beispielhaft, wann ein großes Display nicht mehr bloßer Luxus, sondern ein nützliches Werkzeug wird.

Hier zeigt sich der Vorteil des Ultra besonders deutlich. Drei Fenster lassen sich auch auf dem Plus nutzen, doch das Ultra bietet jedem einzelnen mehr Raum für Inhalte. Beim Zeichnen, in breiten Tabellen oder beim gleichzeitigen Arbeiten mit Text und Bildern kann das wichtiger sein als ein kleiner Unterschied im Benchmark.

DeX bringt skalierbare Fenster, eine Taskleiste sowie eine komfortablere Bedienung per Maus und Tastatur. Sie können direkt auf dem Tablet arbeiten oder ein externes Display anschließen. Für Texte, E-Mails, browserbasierte Aufgaben und das Verschieben von Dateien ist das deutlich nützlicher als eine bloß gestreckte Smartphone-Oberfläche.

Dennoch ist die Frage nach dem Laptop-Ersatz für mich keine einfache Ja-oder-Nein-Entscheidung. Wenn Ihre wichtigsten Werkzeuge ein Browser, Dokumente und gut unterstützte Android-Apps sind, können diese Tablets einen erheblichen Teil Ihrer Arbeit übernehmen. Sind Sie dagegen auf ein spezielles Windows-Programm, ein Fach-Plugin oder einen komplexen Workflow angewiesen, garantiert eine desktopähnliche Oberfläche keine Kompatibilität. Ein App-Fenster macht aus einer Android-App keine Windows-Anwendung.

S Pen: Ein wichtiger Kaufgrund ohne Aufpreis

Der S Pen liegt beiden Modellen bei. Schreiben und Zeichnen gehören damit zum Kernangebot der Tablets. Druck- und Neigungserkennung sowie Handflächenerkennung machen den Stift beim Kommentieren von PDFs, Skizzieren und Markieren von Dokumenten sinnvoll einsetzbar.

Der S Pen dieser Generation besitzt kein Bluetooth. Sie müssen ihn nicht regelmäßig laden, um weiterschreiben zu können, und das magnetische Anheften am Tablet sollte nicht mit dem Laden der Bluetooth-Stifte älterer Modelle verwechselt werden. Der Kompromiss: Sie sollten nicht alle bisherigen Fernsteuerungsfunktionen und Bluetooth-abhängigen Gesten erwarten.

Die magnetische Befestigung ist praktisch, um den Stift zwischen zwei Aufgaben abzulegen. Für den Transport im Rucksack sollte er aber besser geschützt werden. Was auf dem Schreibtisch zuverlässig hält, kann sich durch andere Gegenstände leicht lösen. Ein Magnet ist kein Schutzfach.

Das Plus eignet sich besser für Notizen unterwegs oder die Nutzung auf dem Schoß. Das Ultra bietet mehr Platz für Arbeitsfläche und Werkzeugpaletten, wenn es als Zeichenfläche auf dem Schreibtisch dient. Ihre Arbeitsgewohnheiten sollten die Wahl bestimmen: Eine größere Leinwand ist nicht automatisch für jeden das bessere Werkzeug.

KI: Welche Funktionen helfen wirklich?

Galaxy AI bleibt ein zentraler Teil des Erlebnisses. Zu den verfügbaren Werkzeugen gehören Zusammenfassungen für Notizen, Schreibunterstützung, visuelle Suche, kontextbezogene Vorschläge und das Generieren von Bildern aus Skizzen. Ein großes Display mit mehreren Fenstern kann auch Assistenten wie Gemini praktischer machen.

Für mich ist eine Funktion dann nützlich, wenn sie Schritte in einer realen Aufgabe reduziert. Etwas per Circle to Search zu finden oder eine erste Zusammenfassung einer langen Notiz zu erstellen, kann hilfreich sein. Ein unterhaltsames Bild zu generieren, macht Spaß – ist aber allein kein Grund, so viel Geld auszugeben.

Creative Studio und KI-gestützte Zeichenwerkzeuge können aus einer groben Skizze ein ausgearbeitetes Bild machen. Das Ergebnis würde ich allerdings als Vorschlag oder Ausgangspunkt betrachten. KI versteht mitunter die grobe Idee, nimmt sich dann aber kreative Freiheiten bei Details, die Ihnen wichtig sind.

Verfügbarkeit ist zudem nicht mit umfassender Sprachunterstützung gleichzusetzen. Funktionen können je nach Tool, Sprache, Kontoregion, Internetverbindung und Abobedingungen variieren. Gerade in der redaktionellen Arbeit müssen KI-generierte Zusammenfassungen oder Übersetzungen weiterhin geprüft werden. Zeitersparnis entbindet nicht von der Verantwortung, Namen und Zahlen zu kontrollieren.

Kameras: Eine zusätzliche Linse verändert die Rolle des Ultra nicht grundlegend

Beide Modelle besitzen eine 13-MP-Hauptkamera auf der Rückseite. Das Ultra ergänzt sie um ein 8-MP-Ultraweitwinkel. Vorn nutzen beide eine 12-MP-Ultraweitwinkelkamera. Der Unterschied bei den rückseitigen Kameras sollte Sie daher nicht zu der Annahme verleiten, das Plus sei für Videotelefonie weniger geeignet.

Tablet-Kameras sind für mich vor allem zum Scannen von Dokumenten, Fotografieren eines Whiteboards, schnellen Teilen eines Bildes und für Videoanrufe gedacht. In solchen Situationen ist es praktisch, das Bild sofort öffnen und mit dem Stift kommentieren zu können. Wer Projektstandorte besucht oder Kunden Ideen präsentiert, wird die Kameras vermutlich häufiger nutzen als jemand, der hauptsächlich Filme schaut.

Die zusätzliche Rückkamera des Ultra kann helfen, einen Raum oder einen engen Arbeitsplatz einzufangen. Gehört das nicht zu Ihrer Routine, ist die zusätzliche Linse kein zwingender Grund für das größere Tablet.

Die Hauptkamera genügt für einfache Alltagsaufgaben. Die Frontkamera bietet ein weites Sichtfeld, zudem ist 4K-Aufzeichnung mit 30 fps verfügbar. Bei Details, Hauttönen und der Qualität bei wenig Licht sagen reale Foto- und Videobeispiele mehr aus als bloße Megapixel-Zahlen.

Konnektivität und Sicherheit: Mehr als nur ein Unterschied bei der Displaygröße

Das Ultra unterstützt Wi-Fi 7, während das Plus auf Wi-Fi 6E setzt. Relevant wird dieser Unterschied nur mit kompatibler Netzwerkausrüstung und unter geeigneten Bedingungen. Ein neuerer Standard im Datenblatt macht Ihr Heim-Internet nicht automatisch schneller. Beide Modelle unterstützen außerdem Bluetooth 6.

Beide sind auch als 5G-Version erhältlich. Prüfen Sie vor dem Kauf Modell und Konfigurationsoptionen genau, insbesondere bei einem Import aus einem anderen Markt. Lokale Netzkompatibilität, Garantieabdeckung und die Gesamtkosten eines Mobilfunktarifs sind wichtige Faktoren.

Nutzen Sie das Tablet hauptsächlich zu Hause und können unterwegs auf den Hotspot Ihres Smartphones vertrauen, ist der Aufpreis für integrierte Mobilfunkverbindung möglicherweise nicht nötig.

Ein ins Display integrierter Fingerabdruckleser und Gesichtserkennung bieten zwei Entsperrmethoden. Der optische Fingerabdrucksensor unterscheidet sich von einem ultraschallbasierten Sensor, und kamerabasierte Gesichtserkennung ist nicht mit einem dedizierten 3D-System gleichzusetzen. Beide Optionen machen das Entsperren in unterschiedlichen Situationen aber komfortabler.

Akkulaufzeit: Von mehreren Tagen bei leichter Nutzung bis zu einem arbeitsreichen Tag

Das Plus verfügt über einen 10.600-mAh-Akku, das Ultra über 11.600 mAh. Ein Teil der zusätzlichen Kapazität ist für den höheren Bedarf des größeren Displays vorgesehen. Die höhere Zahl sollte daher nicht automatisch als Versprechen deutlich längerer Laufzeiten verstanden werden.

Samsung nennt bis zu 21 Stunden Videowiedergabe für das Plus und 23 Stunden für das Ultra. Diese Angaben beruhen auf den Testbedingungen des Unternehmens. Sie sollten nicht als Erwartungswert für parallele Apps, hohe Helligkeit, Gaming oder mobile Datennutzung gelesen werden.

In meinen Tests hielt das Ultra unter hoher Belastung mit mehreren Apps und hoher Displayhelligkeit rund sieben Stunden durch. Streaming-Video bei hoher Helligkeit und Lautstärke ergab etwa 16 Stunden. Für ein derart großes Display ist das ein respektables Ergebnis.

Das Plus konnte ich nicht unter exakt denselben Bedingungen testen und vergebe daher kein separates Laufzeiturteil. Samsungs Angaben liefern einen offiziellen Vergleich, die tatsächliche Ausdauer des Plus lässt sich jedoch nicht zuverlässig ermitteln, indem man einfach einen Prozentsatz von meinem Ultra-Ergebnis abzieht.

45-W-Laden: Ausreichend, aber nicht aufregend

Beide Tablets unterstützen kabelgebundenes Laden mit 45 W. Für das Füllen der großen Akkus sollten Sie mit ungefähr eineinhalb Stunden rechnen; die genaue Zeit hängt von Ladegerät und Bedingungen ab. Bei diesem Preis hätte ich mir schnelleres Laden gewünscht – idealerweise eine vollständige Ladung innerhalb einer Stunde.

Das Laden ist für mich keine kritische Schwäche, aber auch kein großer Wettbewerbsvorteil. Sinnvoller ist es, eine Ladepause zwischen Arbeitssitzungen einzuplanen, statt zu erwarten, dass wenige Minuten an der Steckdose vor dem Verlassen des Hauses alles retten.

Preis-Leistung: Das Plus ist meine Standardempfehlung – außer Sie brauchen ausdrücklich das Ultra

Zum Marktstart lagen die US-Startpreise bei rund 1.200 US-Dollar für das Plus und 1.400 US-Dollar für das Ultra. Diese Werte dienen als Orientierung, nicht als allgemeingültige Endpreise. Steuern, Speicherkonfigurationen, Konnektivitätsoptionen und regionale Aktionen beeinflussen den tatsächlichen Kaufpreis.

Vergleichen Sie die exakten Versionen in Ihrem Markt und prüfen Sie, was im Lieferumfang enthalten ist. Ein Bundle aus Tastatur und Hülle kann die Rechnung verändern – allerdings nur, wenn Sie dieses Zubehör ohnehin gekauft hätten.

In dieser Preisklasse konkurrieren nicht nur zwei Samsung-Tablets miteinander. Auch leistungsfähige Laptops kommen ins Spiel. Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie klären, wofür Sie bezahlen: für Stift und großen Touchscreen, die Freiheit, das Gerät ohne Tastatur zu nutzen, oder für Zugang zu Desktop-Software? Hat Letzteres Priorität, landen Sie vermutlich wieder beim Laptop.

Für die meisten Menschen würde ich das Plus wählen. Sie bekommen denselben Prozessor, die zentralen Stiftfunktionen, das gleiche Software-Erlebnis und ein hochwertiges Display in einem leichteren Gehäuse. Für Studierende, zum Lesen, für Filme, leichte Inhaltserstellung und Alltagsarbeit ist diese Balance oft wertvoller als das Ultra-Label.

Das Ultra ist attraktiver, wenn Sie für die zusätzliche Fläche einen konkreten Einsatzzweck haben: Zeichnen am Schreibtisch, mehrere offene Fenster, das Prüfen großer Dokumente, Videobearbeitung mit einer geräumigeren Timeline oder ausgedehnte Arbeit mit Tastatur. Die Option auf 16 GB RAM, 1 TB Speicher und Wi-Fi 7 kann für manche Käufer ebenfalls wichtig sein. Für jeden nötig sind diese Extras jedoch nicht.

Upgrade von einem älteren Modell: unterschiedliche Antworten für Plus- und Ultra-Besitzer

Besitzen Sie bereits ein Tab S11 Ultra, liefert die neue Generation keinen dringenden Grund zum Upgrade. Verbesserungen bei Prozessor und Kühlung sind nützlich, doch Größe, Gesamtkonzept und vieles vom Alltagsgefühl bleiben ähnlich. Wenn Ihr aktuelles Tablet Sie nicht ausbremst, rechtfertigt eine neue Modellnummer allein den Aufpreis nicht.

Für Besitzer eines Tab S10+ ist die Lage interessanter, insbesondere weil es in der S11-Generation kein Plus-Modell gab. Das S12+ bietet ein leicht größeres Display, neuere Hardware und einen größeren Akku. Beachtung verdienen allerdings auch der Wegfall der rückseitigen Ultraweitwinkelkamera und die fehlenden Bluetooth-Funktionen des Stifts. Eine neue Generation behält nicht immer alles bei und fügt nur Neues hinzu.

Auch ein älteres Modell mit deutlichem Preisnachlass kann der bessere Kauf sein. Berücksichtigen Sie kompatibles Zubehör, die verbleibende Software-Unterstützung und bei gebrauchten Geräten den Akkuzustand. Ein niedriger Anschaffungspreis hilft nur, wenn Zusatzkosten die Ersparnis nicht wieder auffressen.

Stärken

  • Große, hochauflösende AMOLED-Displays mit bis zu 120 Hz.
  • Gemeinsamer Flaggschiff-Prozessor mit ausreichend Leistung für Multitasking und Gaming.
  • Beiliegender S Pen, der zum Schreiben nicht geladen werden muss.
  • Nützliche Multi-Window-Funktionen, DeX und lange Software-Unterstützung.
  • Dünne Metallgehäuse, IP68-Schutz und Quad-Lautsprecher.
  • Erweiterbarer Speicher und zwei Größen mit ähnlichen Kernfähigkeiten zur Wahl.

Schwächen und Kompromisse

  • Hohe Preise, insbesondere nach dem Kauf von Tastatur und Ladegerät.
  • Größe und Gewicht des Ultra ermüden bei längerer Nutzung in der Hand.
  • Keine Bluetooth-Stiftfunktionen und keine rückseitige Ultraweitwinkelkamera beim Plus.
  • Unauffälliges 45-W-Laden und kein Netzteil im Karton.

Fazit: Größer lohnt sich, wenn Sie den zusätzlichen Platz nutzen

Das Galaxy Tab S12+ und das S12 Ultra sind keine grundverschiedenen Produkte, sondern zwei Größen desselben Konzepts. Samsung will ein hochwertiges Display, einen leistungsfähigen Stift und eine multitaskingfähige Umgebung in einem Gerät vereinen, das sowohl für Unterhaltung als auch für einen Teil der täglichen Arbeit geeignet ist. Wie gut das gelingt, hängt dabei ebenso von Ihren Apps wie vom Prozessor ab.

Für mich ist das Plus das ausgewogenere Familienmitglied. Es behält die wesentlichen Fähigkeiten bei und verlangt weniger Kompromisse bei Portabilität, Handhabung und Alltagstauglichkeit. Das Ultra rechtfertigt seinen Aufpreis, wenn das größere Display Teil Ihrer Arbeitsweise wird – und nicht nur beim Auspacken beeindruckt.

Wenn Ihre wichtigsten Apps gut unter Android laufen und Stylus sowie Touchscreen einen echten Platz in Ihrer Routine haben, kann jedes der beiden Tablets ein ernstzunehmendes Arbeitsgerät sein. Möchten Sie hauptsächlich Filme schauen, sollten Sie günstigere Optionen in Betracht ziehen. Und wenn Sie erwarten, dass ein Tablet jede Aufgabe eines professionellen Computers übernimmt, wird eine Tastatur allein diese Lücke nicht schließen.

Mein Fazit ist eindeutig: Das Plus für die meisten Menschen, das Ultra für diejenigen mit einem klaren Bedarf an mehr Fläche. Bevor Sie für einen mobilen Arbeitsplatz bezahlen, sollten Sie sicher sein, dass Sie tatsächlich darin arbeiten werden.

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Lukas Schmidt

"Als Technik-Journalist analysiere ich seit über 10 Jahren die neuesten Hardware-Trends. Mein Fokus liegt auf objektiven Tests und Daten."

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