Galaxy S26 Ultra: Bedeutendes Kamera‑Upgrade mit f/1.4

Samsung soll dem Galaxy S26 Ultra ein größeres f/1.4‑Objektiv und mögliche variable Blende verpassen. Das Update zielt auf bessere Low‑Light‑Fotos, optimiertes Pixel‑Binning und saubere Nachtvideos ab.

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Galaxy S26 Ultra: Bedeutendes Kamera‑Upgrade mit f/1.4

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Samsung bereitet Berichten zufolge ein bedeutendes Kamera‑Upgrade für das Galaxy S26 Ultra vor, das deutlich bessere Foto‑ und Videoergebnisse bei schlechtem Licht verspricht. Nach drei Generationen mit demselben Hauptsensor könnte das kommende Ultra‑Modell endlich die Lichtaufnahme verbessern — durch eine größere Blendenöffnung und neue Flexibilität für Nachtaufnahmen. Diese Änderung wäre nicht nur ein technisches Update, sondern auch ein strategischer Schritt, um in der Smartphone‑Fotografie bei Low‑Light‑Performance und Videostabilität aufzuschließen.

Warum eine größere Blende für Nachtaufnahmen wichtig ist

Leaks deuten darauf hin, dass das Galaxy S26 Ultra von einer Hauptblende f/1.7 auf f/1.4 wechselt. Auf dem Papier mag die Differenz klein wirken, praktisch bedeutet sie jedoch einen spürbaren Gewinn an einfallendem Licht: Eine größere Blendenöffnung lässt mehr Photonen auf den Sensor treffen, was Rauschen reduziert und Details in dunklen Szenen besser erhalten kann. Konkret entspricht der Wechsel von f/1.7 zu f/1.4 etwa einer rund 1,5‑fachen Zunahme des Lichteinfalls (ungefähr +0,5 EV). Für die mobile Fotografie kann sich das in klareren Nachthimmeln, schärferen Texturen und einem verbesserten Dynamikumfang bei Innenaufnahmen oder Dämmerungslicht niederschlagen.

Das Zusammenspiel von Blende, Sensorgröße und Pixelgröße ist dabei entscheidend. Bei Smartphones ist der physische Platz begrenzt: Sensoren bleiben relativ kompakt, weshalb jede Maßnahme, die mehr Licht auf die vorhandene Pixelfläche bringt, direkte Vorteile bringt. Bei identischer Sensorfläche und gleichem Pixelpitch erhöht eine größere Blende die Photonenanzahl pro Pixel, verbessert das Signal‑zu‑Rausch‑Verhältnis und ermöglicht kürzere Verschlusszeiten — hilfreich, um Verwacklungen zu reduzieren. Gleichzeitig beeinflusst die Blende die Schärfentiefe: Eine niedrigere Blendenzahl (größere Öffnung) erzeugt tendenziell eine flachere Schärfentiefe, was bei Porträts oder Motiven mit freigestelltem Hintergrund erwünscht ist, aber bei Straßenszenen auch mehr Aufwand in der Fokussierung oder Software‑Korrektur erfordern kann.

Wichtig ist auch, wie Hersteller und Bildverarbeitung diese Hardwarevorteile nutzen. Moderne Smartphones kombinieren mehrere Belichtungen und Algorithmen zur Rauschunterdrückung, zum HDR‑Mischen und zur Detailerhaltung. Ein optischer Vorteil wie f/1.4 liefert roheres Rohmaterial mit höherer Informationsdichte — vorausgesetzt, die Bildverarbeitung (Software‑HDR, Multi‑Frame‑Stacking, temporale Rauschreduzierung) spielt mit. Deshalb sind Hinweise auf eine größere Blende in Verbindung mit verbessertem Pixel‑Binning und neuer Bildverarbeitungslogik besonders relevant für die tatsächliche Verbesserung der Low‑Light‑Fotografie.

Variable Blende könnte reale Vielseitigkeit hinzufügen

Über das feste Upgrade auf f/1.4 hinaus deuten Gerüchte auf eine variable Blendenmechanik im S26 Ultra hin. Die Idee: Je nach Motiv und Lichtverhältnis zwischen einer größeren und einer kleineren Blende umschalten — und so sowohl bei sehr schwachem Licht die maximale Helligkeit gewinnen als auch bei Tageslicht die Tiefenschärfe besser kontrollieren. Samsung hat bereits in der Vergangenheit mit dualen Blenden experimentiert (zum Beispiel beim Galaxy S9 mit f/1.5 und f/2.4) und könnte mit modernen, fein steuerbaren Mechanismen oder elektronischen Hybridlösungen erneut ansetzten, um die Flexibilität zu erhöhen.

Eine variable Blende eröffnet mehrere praktische Vorteile für Nutzer: Im Nachtmodus erlaubt die offenere Stellung kürzere Belichtungszeiten, wodurch Bewegungsunschärfe bei Personen oder Fahrzeugen reduziert wird; bei hellem Sonnenlicht kann eine geschlossene Stellung helfen, Überbelichtung zu vermeiden und die Abbildungsleistung zu optimieren. Für Videos bietet eine variable Blende zusätzlich die Möglichkeit, Belichtungsänderungen während einer Aufnahme fließender zu gestalten und gewünschte Tiefenwirkung (Cinematic Look) zu erzielen, ohne ausschließlich auf elektronische Mittel wie ISO‑Anpassungen zurückgreifen zu müssen.

Gleichzeitig sind mechanische Systeme anfälliger für Verschleiß, Staub und Produktionskosten. Deshalb ist die konkrete Ausprägung einer „variablen Blende“ wichtig: Setzt Samsung auf einen echten physischen Blendensatz mit mehreren Öffnungen, auf eine stufenlos verstellbare Optik oder auf eine softwaregestützte Simulation (z. B. Kombination aus f/1.4‑Optik plus computationaler Schärfentiefe‑Manipulation)? Jede Lösung hat Vor‑ und Nachteile in puncto Zuverlässigkeit, Gewicht, Bauraum und Kosten. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal wäre eine robuste, haltbare mechanische Lösung, die sich nahtlos in den Nachtmodus und Videomodus integriert.

Was die Leaks sonst noch verraten

  • Die Hauptkamera dürfte weiterhin eine maximale Auflösung von 200 MP bieten — im Einklang mit den letzten Flaggschiffen der Branche und Samsungs eigener Produktstrategie. Eine so hohe nominelle Auflösung erlaubt durch Pixel‑Binning eine flexible Ausgabe: Bei guten Lichtverhältnissen können feine Details extrahiert werden, in der Nacht erlaubt Binning eine effektiv größere Pixelfläche und damit geringeres Rauschen.
  • Berichtete Sensordaten deuten auf eine physische Größe von rund 1/1.3 Zoll und einen Pixelpitch von etwa 0,6 µm hin. Diese Werte erklären, warum eine größere Blende besonders hilfreich ist: Kleinere Pixel nehmen naturgemäß weniger Licht auf, sodass jede Erhöhung der Lichteinfallrate pro Pixel (durch f/1.4) die Bildqualität in dunklen Bereichen merklich verbessert.
  • Weitere geleakte Werte nennen eine Referenzbelichtung von 0,0 EV und eine mögliche ISO‑Obergrenze in der Nähe von 4.000. Solche Angaben lassen darauf schließen, dass Samsung die native Sensorempfindlichkeit aggressiv einsetzt, zugleich aber die Bildverarbeitung so anpassen muss, dass hohe ISO‑Werte nicht zu Detailverlust durch starke Rauschunterdrückung führen.
  • Die Ultraweitwinkelkamera ist mit 12 MP gelistet, während zu anderen Kamera‑Spezifikationen (Tele‑Module, Periskop‑Zoom, optische Stabilisierung in den jeweiligen Modulen) bisher nur wenige konkrete Details vorliegen. 12 MP bei der Weitwinkeloptik sind branchenüblich und deuten auf einen Fokus auf Farbtiefe, Mikro‑Kontrast und Verzerrungsmanagement statt auf extreme Auflösung.

Wenn man diese Informationen zusammenführt, wird das Bild klarer: Sollte Samsung die gleiche Sensorfläche und Pixelgröße beibehalten, aber die Blende öffnen, wird der Sensor pro Pixel mehr Photonen sammeln. Das bedeutet ein höheres Signal‑zu‑Rausch‑Verhältnis, verbesserte Low‑Light‑Leistung und sauberere Videos bei Nacht — Verbesserungen, die viele Nutzer im Alltag bemerken würden, ohne dass sie ihr Aufnahmeverhalten grundlegend ändern müssen. In der Praxis hängt der Gewinn jedoch stark davon ab, wie Pixel‑Binning, Multi‑Frame‑Stacking und die Nachtmodus‑Algorithmen angepasst werden, um die zusätzlichen Rohdaten optimal zu nutzen.

Zudem ist die thermische und energiebezogene Seite nicht zu vernachlässigen: Höhere Sensorempfindlichkeiten und aufwändige Mehrbildverarbeitung können zusätzliche Rechenleistung und damit Energie erfordern. Samsung muss also ein Gleichgewicht zwischen Bildqualität, Prozessorlast, Akkulaufzeit und Wärmeentwicklung finden, damit verbesserte Nachtfotos nicht auf Kosten anderer Bereiche gehen.

Worauf man vor dem Launch achten sollte

Lecks sind ermutigend, ersetzen aber keine offiziellen Angaben. Folgende Punkte sind aus technischer und nutzerorientierter Sicht vor dem S26‑Launch besonders relevant:

Bestätigung der variablen Blende: Wird Samsung eine echte mechanische variable Blende implementieren, oder handelt es sich um eine begrenzte Zweistufenlösung? Praktische Tests zu Robustheit und Präzision sind wichtig, da mechanische Komponenten im Dauerbetrieb beansprucht werden.

Änderungen an Pixel‑Binning‑Algorithmen: Wie werden aus 200 MP praktisch nutzbare Bilder erzeugt? Erfolgt Binning adaptiv (abhängig von Licht und Motiv), und wird es neue Modi für Pro‑Fotografie geben, die RAW‑Bilder aus 200 MP‑Ausgängen erlauben? Verbesserte Binning‑Strategien könnten die Detailwiedergabe in der Nähe von Kanten und bei Texturen deutlich erhöhen.

Bildverarbeitung und Software‑Updates: Hardware macht den Rohdatenunterschied — Software entscheidet über das Endresultat. Welche neuen Algorithmen kommen zum Einsatz? Sind verbesserte temporale Rauschreduktionsverfahren, Machine‑Learning‑basierte Detailrekonstruktion oder optimierte HDR‑Pipelines geplant? Softwarereleases parallel zur Hardware sind häufig entscheidend dafür, wie wahrnehmbar ein Upgrade für Endnutzer ist.

Stabilisierung und Videofunktionen: Besonders für Nachtszenen spielt die optische Bildstabilisierung (OIS) eine große Rolle. Kombiniert mit elektronischer Stabilisierung (EIS) und effizienter Bildverarbeitung lassen sich saubere Nachtvideos und flüssige Kamerafahrten erzielen. Achten Sie auf Details zu OIS‑Hardware, Gimbal‑Modi oder neuen Videoaufnahmemodi (z. B. 8K/60 fps‑Optimierungen, Log‑Profile, Pro‑Video‑Funktionen).

Praxisnahe Testbilder und unabhängige Reviews: Sobald Sample‑Fotos auftauchen, sind Vergleiche mit aktuellen Marktführern und Vorjahresmodellen zu erwarten. Tests unter realistischen Bedingungen (bei verschiedenen ISO‑Werten, innen und außen, bei bewegten Motiven) werden zeigen, ob die f/1.4‑Optik zusammen mit Samsungs Bildverarbeitung tatsächlich einen spürbaren Vorteil bringt.

Wahrscheinlich werden in den Wochen vor der Präsentation verlässlichere Spezifikationen, offizielle Statements und erste Demoaufnahmen veröffentlicht. Solange bleibt festzuhalten: Der Wechsel zu f/1.4 in Verbindung mit der bekannten 200 MP‑Topauflösung und einer möglichen variablen Blende deutet auf ein Flaggschiff hin, das speziell die Lücke in der Low‑Light‑Fotografie schließen möchte. Für anspruchsvolle Fotografen und Videografen könnte dies ein wichtiges Argument sein, beim nächsten Smartphone‑Upgrade auf das Galaxy S26 Ultra zu setzen.

Abschließend ist zu beachten, dass auch konkurrierende Hersteller ihre Kamerasysteme stetig verbessern. Samsung muss daher nicht nur die reine Lichtaufnahme steigern, sondern auch die Gesamterfahrung — von der Bildqualität über Benutzeroberfläche bis zur Konsistenz in verschiedenen Aufnahmesituationen. Nur so wird das Galaxy S26 Ultra sich gegen Mitbewerber behaupten und echten Mehrwert für Nutzer liefern.

Quelle: wccftech

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