ASUS erhöht Preise für Systeme mit DRAM und SSDs 2026

ASUS kündigt ab 5. Januar 2026 gezielte Preiserhöhungen für Systeme mit vorinstalliertem DRAM und SSDs an. Ursachen sind steigende Speicherpreise durch KI-Nachfrage und veränderte Lieferketten. Tipps für Käufer und IT-Manager inklusive DDR4-Optionen.

Lukas Schmidt Lukas Schmidt . Kommentare
ASUS erhöht Preise für Systeme mit DRAM und SSDs 2026

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ASUS hat gezielte Preiserhöhungen für bestimmte Produktkombinationen angekündigt, die mit DRAM und SSDs ausgeliefert werden. Die Änderungen treten ab dem 5. Januar 2026 in Kraft. Laut Unternehmensangaben ist die Entscheidung eine Reaktion auf steigende Komponentenpreise, die durch die rapide Verbreitung von KI-Anwendungen sowie veränderte Lieferkettenbedingungen angetrieben werden. Die Maßnahme betrifft vor allem vorinstallierte Arbeitsspeicher- und Speicherlaufwerk-Kombinationen in Seriengeräten und soll dazu dienen, Versorgungssicherheit, Produktqualität und langfristige Partnerschaften zu sichern.

Was treibt den Preissprung?

ASUS führt die Preisanpassung unter anderem auf die rasche Ausweitung von KI-Workloads zurück. Die steigende Nachfrage nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz erhöht weltweit den Bedarf an schnellerem Arbeitsspeicher (DRAM) und leistungsfähigen Persistenzspeichern (NAND-basierte SSDs). Wenn Rechenzentren, Hyperscaler und spezialisierte KI-Anbieter ihre Kapazitäten ausbauen, verschieben Hersteller ihre Fertigungsressourcen in Richtung spezialisierter Prozesse und priorisieren Chargen, die für AI-Modelle optimiert sind. Diese Umverteilung der Kapazitäten führt zu Engpässen und einem spürbaren Preisdruck auf DRAM- und NAND-Märkte, was sich letztlich in höheren Systempreisen niederschlägt.

Darüber hinaus investieren Halbleiterproduzenten in fortgeschrittene Fertigungsprozesse (z. B. kleinere Prozessknoten und neue Verpackungstechniken), um höhere Bandbreiten, geringere Latenzen und bessere Energieeffizienz für KI-Beschleuniger zu erreichen. Solche Investitionen erhöhen kurzfristig die Stückkosten und verknappen teilweise das verfügbare Angebot an konventionellen Speicherbausteinen. Technische Migrationen, wie etwa der Übergang zu LPDDR5x oder zu neueren NAND-Architekturen, sowie Produktionsplanung für spezialisierte Module (z. B. HBM für Beschleuniger) haben indirekte Auswirkungen auf die Preise von Standard-DRAM- und SSD-Komponenten.

Zusätzlich verändern sich Lieferkettenströme: Rohstoffpreise, Logistikengpässe, Energie- und Gaspreise in Produktionsregionen sowie unterschiedliche Priorisierungen für B2B- und B2C-Kunden haben unmittelbare Auswirkungen auf die Kostenstruktur. All dies bedeutet, dass OEMs wie ASUS Preisanpassungen als ein Instrument sehen, um Margen zu schützen, produktionsbedingte Risiken zu minimieren und die Versorgungsketten langfristig zu stabilisieren.

Welche Produkte sind betroffen?

Die Anpassung bezieht sich ausdrücklich auf „Produktkombinationen“, die werkseitig mit DRAM und SSDs bestückt sind. Dazu zählen vorgefertigte Desktop-PCs, Notebooks, Gaming-Laptops, Handheld-Gaming-Geräte sowie andere Systeme, die im Werk konfiguriert und mit fest verbautem Arbeitsspeicher und NAND-Speicher ausgeliefert werden. In der Praxis bedeutet das: Geräte, deren BOM (Bill of Materials) bereits RAM-Module und SSDs enthält, werden voraussichtlich in den Verkaufspreisen angepasst.

ASUS nennt nicht jede SKU einzeln, was üblich ist, wenn Preisanpassungen branchenweit stattfinden und eine große Zahl von Modellen betroffen sein könnte. Für Käufer ist deshalb davon auszugehen, dass die meisten Systeme mit onboard-Arbeitsspeicher und fest verbauten NAND-Flash-Speichern – insbesondere NVMe-SSDs in modernen Laptops und schnelle SATA/NVMe-Optionen in Desktop-PCs – unter die Preisänderung fallen könnten. Auch Varianten mit verlötetem (BGA) RAM versus gestecktem DIMM-RAM sind unterschiedlich betroffen: Verlöteter Arbeitsspeicher kann die Austauschbarkeit einschränken und damit die Kosteneffekte verstärken.

Branchengerüchte deuten außerdem darauf hin, dass GPU-Preise von Partnern im Januar ebenfalls steigen könnten. Einige GPU-Hersteller und Add-In-Board-Partner (AIBs) sehen sich ähnlichen Kostensteigerungen gegenüber – beispielsweise bei Speicherchips auf Grafikkarten (GDDR6/GDDR6X/GDDR7) oder bei PCB- und Fertigungskosten – und prüfen daher Preisanpassungen als Reaktion auf die allgemeinen Marktbedingungen.

Wie ASUS Partnern und Kunden helfen will

ASUS beschreibt die Maßnahme als strategische Entscheidung, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, Qualitätsstandards zu halten und langfristige Partnerschaften zu unterstützen. Im Detail kündigt das Unternehmen an, dass Vertriebsmitarbeiter proaktiv auf Partner zugehen werden, um die Anpassungen zu erläutern, mögliche Auswirkungen transparent zu machen und gemeinsam Beschaffungs- oder Konfigurationsstrategien zu entwickeln, die Unterbrechungen minimieren sollen.

Zu den geplanten Unterstützungsmaßnahmen gehören Beratung zu alternativen Konfigurationen, Empfehlungen zur Priorisierung kritischer Komponenten und Hinweise zu Lieferfenstern und Lead Times. ASUS will seine globalen Fertigungs- und Supply-Chain-Kapazitäten nutzen, um Flexibilität zu schaffen und kurzfristige Engpässe zu dämpfen. Dazu zählen unter anderem abgestufte Produktionspläne, Bündelung von Bestellungen für große Händler und Enterprise-Kunden sowie gezielte Bestandssteuerung für strategische Bauteile.

Für Unternehmenskunden und Reseller bedeutet das: direkte Kommunikation mit Key-Account-Managern, abgestimmte Bedarfsplanung und – je nach Fall – vertragliche Anpassungen in Bezug auf Mengenrabatte, Lieferzusagen und Preisbindungszeiträume. ASUS betont, dass Transparenz und Partnerschaftlichkeit im Vordergrund stehen, um die Auswirkungen auf Endkunden so gering wie möglich zu halten.

Praktische Schritte für Käufer und IT-Manager

  • Kurzfristige Einkäufe prüfen: Wenn Sie in nächster Zeit ein neues System anschaffen möchten, kann ein Kauf vor dem 5. Januar 2026 helfen, die angekündigte Erhöhung zu vermeiden. Insbesondere für größere Beschaffungen lohnt sich ein Abgleich mit Vertriebsseiten und offiziellen Preislisten, um vertraglich gebundene Preise zu sichern.
  • Konfigurationen festschreiben: Arbeiten Sie eng mit Ihren Lieferanten zusammen, um Angebote zu fixieren oder verbindliche Lead Times für kritische Konfigurationen zu vereinbaren. Freeze-Klauseln in Angeboten oder verbindliche Bestelltermine können bei der Budgetplanung helfen und unerwartete Preissprünge abfedern.
  • Upgrades gegen Neukäufe abwägen: In vielen Fällen ist das Aufrüsten von Arbeitsspeicher (RAM) oder SSDs in bereits vorhandenen Geräten kosteneffizienter als der Kauf neuer, vorinstallierter Systeme. Prüfen Sie die Austauschbarkeit (z. B. gesteckte DIMMs vs. verlöteter RAM, M.2- oder SATA-Steckplätze) und die Verfügbarkeit kompatibler Module.
  • Alternativen erfragen: ASUS hat angekündigt, die Produktion von DDR4-Mainboards Anfang 2026 zu erhöhen. Für budgetbewusste Käufer könnten DDR4-basierte Systeme oder Konfigurationen mit weniger teuren NAND-Optionen eine kurzfristige Alternative darstellen, bis sich die Marktpreise stabilisieren.

Warum das wichtig ist

Diese Ankündigung steht nicht isoliert: Mehrere OEMs und Handelspartner haben bereits ähnliche Preisverschiebungen signalisiert oder umgesetzt, da die Kosten für zentrale Komponenten steigen. Für Käufer, IT-Beschaffer, Systemintegratoren und Spieler bedeutet das, dass die Gesamtkosten für Systeme in den ersten Monaten des Jahres 2026 höher ausfallen könnten. Eine vorausschauende Planung von Anschaffungen, das Nutzen von Rahmenverträgen und das Optimieren der Konfigurationen sind wichtige Schritte, um Budgetüberschreitungen zu vermeiden.

Weiterhin hat die Mitteilung von ASUS strategische Implikationen für die Marktstruktur: Anbieter, die ihre Lieferketten flexibler gestalten oder Lagerbestände gezielt managen, können Wettbewerbsvorteile erzielen. Unternehmen, die langfristige Beschaffungsverträge abschließen oder Fall-back-Strategien entwickeln (z. B. alternative Lieferanten, Multi-Sourcing), sind besser auf plötzliche Preisschwankungen vorbereitet.

ASUS hebt in der vollständigen Mitteilung den Fokus auf Partnerschaft und Transparenz hervor: Das Unternehmen will eng mit Händlern, Resellern und Unternehmenskunden zusammenarbeiten, um die Übergangsphase zu managen, Liefer- und Servicelevel aufrechtzuerhalten und die Auswirkungen für Endverbraucher so gering wie möglich zu halten. Für Käufer ist der sinnvollste Ansatz derzeit, Informationen proaktiv einzuholen, Bestellungen zu priorisieren und bei größeren Beschaffungen mit mehreren Lieferanten zu sprechen.

Quelle: wccftech

"Als Technik-Journalist analysiere ich seit über 10 Jahren die neuesten Hardware-Trends. Mein Fokus liegt auf objektiven Tests und Daten."

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