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MediaTek hat ein Launch-Event in China für den 15. Januar bestätigt und deutet dabei zwei neue Einträge in der Dimensity-Familie an. Der taiwanesische Chipentwickler scheint bereit, sein Portfolio im Premium- und oberen Mittelklasse- Bereich zu erweitern: ein überarbeiteter 9er-Flaggschiff-Chip sowie eine bereits in aktuellen Geräten eingesetzte 8500-Variante stehen im Fokus.
Was am 15. Januar zu erwarten ist
Das Unternehmen hat signalisiert, dass beim Event zwei SoCs vorgestellt werden sollen: der bereits bekannte Dimensity 8500 sowie ein neuer Dimensity 9500s. Während der 8500 bereits in Geräten wie dem Honor Power 2 verbaut ist, verspricht der Dimensity 9500s moderneres, leistungsorientiertes Silizium, das auf einem neueren Fertigungsnode von TSMC basiert. Diese Kombination aus bewährtem Upper-Midrange-Chip und einer stärkeren Flaggschiff-Option zielt darauf ab, verschiedene Marktsegmente direkt anzusprechen – vom preisbewussten Nutzer bis hin zu Power-Usern, die hohen Gaming- und Multimedia-Ansprüchen genügen möchten.
Erwartet werden neben den reinen CPU- und GPU-Spezifikationen auch Details zu Energieeffizienz, NPU-Leistung für KI-Aufgaben, integrierter 5G-Funkmodem-Architektur sowie unterstützten Speicherstandards wie LPDDR5X und UFS. Ebenso dürften Herstellerpartnerschaften, thermische Referenzdesigns und Angaben zur Massenproduktion kommuniziert werden. Offizielle Benchmarks, Leistungs- und Verbrauchswerte wären besonders relevant, weil sie die realen Unterschiede zwischen einem N4P- und einem N3E-basierten SoC greifbar machen.
Für OEMs und Endkunden ist das Event deshalb interessant: Es bietet einen Blick auf die nächste Generation von Mobilprozessoren, die 2026 das Leistungsspektrum von Mittelklasse- und Premium-Smartphones prägen könnten. Zudem kann MediaTek mit einem konkurrenzfähigen Produkt-Stack seine Position gegenüber Rivalen aus dem Bereich der Flaggschiff-SoCs stärken.
Dimensity 8500: bewährtes Upper-Midrange-Silizium
Der Dimensity 8500 wird auf TSMC’s N4P-Prozess gefertigt, einem optimierten 4 nm-Node, der für ein ausgewogenes Verhältnis aus Leistung und Energieeffizienz steht. Das SoC nutzt angeblich eine Achtkern-Konfiguration mit Cortex-A725-Kernen, die so arrangiert sind, dass sie Alltagsaufgaben effizient sowie anspruchsvolle Anwendungen performant bewältigen. Genannte Taktfrequenzen liegen bei einem Hauptkern mit 3,4 GHz, drei Performance-Kernen mit 3,2 GHz und vier Effizienzkernen mit 2,2 GHz. Diese Cluster-Aufteilung zielt auf eine gute Mischung aus Single-Thread- und Multithread-Leistung sowie auf optimierte Laufzeiten im Akku-Alltag.
Grafisch setzt der 8500 auf die Mali-G720 MC8 GPU, eine Lösung, die in der Oberklasse des Mainstreams starke Gaming- und UI-Performance ermöglicht, ohne den Preis in Sphären der absoluten Flaggschiffe zu treiben. Die G720-Architektur bietet ausreichende Rohleistung für hohe Bildraten in vielen Titeln, während sie gleichzeitig energieeffizienter arbeitet als ältere Generationen.
Neben reiner Rechen- und Grafikleistung sind bei solchen Chips auch Speichercontroller, ISP (Image Signal Processor) sowie KI-Beschleuniger (NPU) wichtig. Der Dimensity 8500 dürfte gängige Kamerafunktionen wie mehrstufige Rauschunterdrückung, Multi-Frame-Processing und solide Videocodecs (4K-Videoaufnahme bei 30/60 fps, je nach OEM-Implementierung) unterstützen. In realen Geräten entscheidet die Systemintegration – also Kühlung, Software-Optimierungen und Versorgungsspannungen – maßgeblich über die Nutzererfahrung.
In der Praxis hat sich der 8500 bereits als attraktive Option für Hersteller erwiesen, die ein hochwertiges Nutzererlebnis ohne Spitzenpreis anbieten wollen. Er eignet sich besonders für Smartphones mit Fokus auf ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis, gutes Thermik-Management und energieeffizientes Multitasking.

Dimensity 9500s: N3E-Node und Premium-GPU
Zu den durchgesickerten Details gehört die Fertigung des Dimensity 9500s auf TSMC’s N3E-Prozess. N3E ist ein fortgeschrittener 3-nm-Node, der gegenüber N4P deutliche Vorteile bei Transistordichte, Performance pro Watt und thermischem Verhalten verspricht. Für Mobilprozessoren bedeutet das: mehr Leistung bei gleichem oder geringerem Energieverbrauch – ein wichtiger Faktor für Gaming, lange Aufnahmezeiten und intensive KI-Workloads.
Die gemeldete CPU-Topologie erscheint deutlich aggressiver dimensioniert als beim 8500: ein Cortex-X925-Kern mit 3,73 GHz für maximale Single-Thread-Performance, drei Cortex-X4-Performancekerne mit 3,30 GHz sowie vier Cortex-A720-Effizienzkerne mit 2,40 GHz. Eine solche Konfiguration zielt darauf ab, Spitzenleistung für kurzzeitige Lasten (z. B. Spiele, komplexe Web-Workloads, Single-Thread-Benchmarks) mit hoher Sustained-Performance über mehrere Kerne hinweg zu kombinieren. Das Scheduler-Verhalten des Betriebssystems und die Cluster-Abstimmung sind hier entscheidend, um thermisches Throttling zu minimieren und die erwartete Leistung über längere Sessions zu halten.
Bei der Grafik wird MediaTek dem Leak zufolge die Mali Immortalis-G925 MC12 GPU einsetzen, die mit rund 1612 MHz takten soll. Die MC12-Bezeichnung deutet auf 12 Rechencluster hin; in Kombination mit hohen Taktraten bietet dies reichlich Rohleistung für High-Refresh-Displays (120 Hz und höher), anspruchsvolle Spiele sowie rechenintensive Multimedia-Workflows wie Echtzeit-Bildverarbeitung und professionelle Videoeffekte. Die Immortalis-Familie bringt darüber hinaus moderne Grafik-APIs wie Vulkan und erweiterte Rendering-Funktionen mit, was für Entwickler und anspruchsvolle Games positiv ist.
Wichtig ist, dass ein leistungsfähiger GPU-Stack ohne passende Kühlung schnell an seine Grenzen stößt. Deshalb wird es auf die thermische Integration in Endgeräten, die Qualität der Wärmeleitpaste, das Gehäusedesign und Software-Optimierungen ankommen, um die GPU-Performance nachhaltig auszureizen. Ebenso relevant sind Treiber-Updates: stabile, gut optimierte Grafiktreiber können bei realen Spielen oft höhere und konstantere Bildraten bringen als rohe Taktwerte versprechen.
Weitere Punkte, die den 9500s gegenüber dem 8500 auszeichnen können, sind eine stärkere NPU für KI-gestützte Funktionen (Bilderkennung, On-device-ML, Sprachverarbeitung), eine verbesserte ISP-Architektur für komplexere Computational-Photography-Features sowie mögliche Erweiterungen beim Speicherinterface (z. B. Unterstützung für schnelle LPDDR5X-Konfigurationen und UFS 4.0), die zusammen höhere Bandbreiten und damit bessere Gesamtleistung erlauben.
Was das für Smartphones bedeutet
Berichte verknüpfen diese Chips bereits mit der kommenden Redmi Turbo 5 Max-Serie, die offenbar in zwei Varianten auf den Markt kommen könnte: ein Basismodell mit Dimensity 8500 und eine höherwertige Version mit Dimensity 9500s. Sollte sich dies bestätigen, hätten Käufer früh im Jahr 2026 eine Auswahl zwischen einem sehr guten Preis-Leistungs-Gerät und einem leistungsfähigen Modell für anspruchsvollere Nutzer. Solche Variantenstrategien sind für Hersteller attraktiv, weil sie ein breiteres Käufersegment ansprechen können, von preisbewussten Kunden bis zu Gamern und Kreativprofis.
Auf Verbraucherseite ist die Bedeutung klar: Der Schritt zu N3E für den 9500s signalisiert MediaTeks Vorstoß in effizientere, leistungsstarke Silizium-Designs, die bestehende Flaggschiff-Architekturen herausfordern können. Praktische Vorteile für Nutzer wären unter anderem bessere Akkulaufzeiten bei hohen Lasten, höhere Sustained-Performance in Spielen, schnellere AI-Verarbeitung auf dem Gerät (z. B. für Realtime-Bild- und Sprachfunktionen) sowie eine insgesamt flüssigere Kamera- und Multimedia-Erfahrung.
Für Märkte, in denen MediaTek bereits stark vertreten ist – etwa China, Indien und Teile Europas – könnten diese Chips die Preisdynamik verschieben. Hersteller, die bislang bei Flaggschiff-SoCs auf andere Anbieter setzten, könnten versucht sein, MediaTeks attraktivere Leistungs- und Kostenprofile zu nutzen. Gleichzeitig werden Konkurrenten wohl mit eigenen Optimierungen und Node-Strategien reagieren, was letztlich zu einem lebhaften Wettbewerb um Leistung pro Watt, AI-Fähigkeiten und Konnektivität führt.
Neben reiner Rohleistung sind Ökosystemfragen wichtig: Treiberpflege, Software-Optimierung, Bildverarbeitungsalgorithmen und Kooperationen mit Spieleentwicklern können die reale Nutzererfahrung stark beeinflussen. MediaTeks Erfolg wird daher nicht nur an Transistorzahlen oder Taktfrequenzen gemessen, sondern auch an der Fähigkeit, OEMs und Entwickler für ein gemeinsames Optimierungsvorgehen zu gewinnen.
Behalte das MediaTek-Event am 15. Januar im Blick: Offizielle Benchmarks, Leistungs- und Verbrauchswerte sowie Details zu Partnern und Geräten werden dort die offene Fragen beantworten. Die Ankündigungen könnten Einfluss auf die Smartphone-Planungen für 2026 haben, insbesondere in Segmenten, in denen ein gutes Verhältnis von Preis und Performance ausschlaggebend ist.
Zusammengefasst: Der Dimensity 8500 bleibt eine starke Wahl für ausgewogene Performance in der oberen Mittelklasse, während der Dimensity 9500s mit N3E-Fertigung und einer MC12-Grafikeinheit darauf ausgelegt ist, in puncto Leistung, Effizienz und Multimedia-Fähigkeiten noch einen Schritt weiterzugehen. Beide Chips zusammen geben OEMs die Möglichkeit, ihre Produktlinien flexibler zu gestalten und Nutzern mehr Wahlmöglichkeiten in Bezug auf Preis und Performance zu bieten.
Quelle: gizmochina
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