8 Minuten
Xiaomi ist weltweit vor allem für seine Smartphones bekannt, doch das jüngste Haushaltsgerät des Unternehmens zeigt: Xiaomi meint es mit „intelligentem Wohnen“ jetzt auch in der Waschküche ernst. Die neue Xiaomi Mijia Washing Machine Pro 10kg ist eine Wasch-Trocken-Kombination, die um ein mutiges Versprechen gebaut wurde: bessere Fleckenentfernung und schonende Reinigung für Stoffe, angetrieben von dem, was Xiaomi „Super Elektrolyse“ nennt.
Aktuell zur Vorbestellung in China verfügbar, folgt das Gerät einem vertrauten Xiaomi-Ansatz: hochwertige Funktionen zu einem vergleichsweise aggressiven Preis anbieten und alles mit HyperOS-Konnektivität verknüpfen. Doch das Hauptmerkmal ist nicht die App-Steuerung. Im Vordergrund steht das Wasseraufbereitungssystem, das alltägliche Missgeschicke wie Sojasoße, Saft und andere hartnäckige Flecken beseitigen soll — ohne die Kleidung unnötig zu beanspruchen.
Eine Waschmaschine, die Wasser als Reinigungswerkzeug nutzt
Im Zentrum der Mijia Washing Machine Pro steht die sogenannte „Super Elektrolyse“, eine Technologie zur Wasseraufbereitung, die nach Herstellerangaben bis zu 20 Arten schwer entfernbarer Flecken beseitigen kann. Anstatt ausschließlich auf intensivere Programme oder höhere Temperaturen zu setzen, zielt der Ansatz darauf ab, die Reinigungskraft des Wassers selbst zu verstärken — um Flecken tiefer zu lösen und gleichzeitig Stoffe und Farben zu schonen.
Die Idee, Wasser chemisch oder elektrochemisch zu aktivieren, ist in der Industrie nicht neu; Xiaomi positioniert hier jedoch einen speziellen, für Hausgeräte optimierten Prozess. Durch gezielte Elektrolyse können reaktive Sauerstoff- oder Ionenformen entstehen, die Fett- und Proteinverschmutzungen aufbrechen, ohne dass aggressive Bleiche oder überhitzte Zyklen nötig werden. Laut Xiaomi führt das zu einer verbesserten Fleckenlösung bei gleichzeitig reduzierter mechanischer Beanspruchung der Textilien.
Darüber hinaus gibt der Hersteller an, dass das System in einem Zyklus verblasste oder verfärbte Kleidung wieder aufhellen kann und bis zu vierfachen Schutz gegen Farbübertragung bietet. Für Haushalte, die häufig gemischte Wäschen durchführen oder mit Kinderkleidung zu tun haben, kann eine solche Kontrolle gegen Verfärbungen genauso wichtig sein wie die reine Fleckentfernung.
Hygiene ist ein weiterer zentraler Punkt. Xiaomi wirbt mit einer Sterilisationsrate von 99,99 % entlang des gesamten Wasserkreislaufs und positioniert das Gerät somit für Familien, die Wert auf allergenarme oder „wirklich saubere“ Wäsche legen — nicht nur auf frisch duftende Textilien. Eine solche Kombination aus Fleckenentfernung, Farbprotektoren und hoher Hygienewirkung soll die Maschine als Option für gesundheitsbewusste Haushalte attraktiv machen.
Technisch betrachtet bedeutet das: Die Maschine integriert Wasseraufbereitung, Dosierung und Programmlogik so, dass physikalische, chemische und zeitliche Parameter abgestimmt sind. Das reduziert die Notwendigkeit extrem heißer Programme und verringert langfristig potenzielle Schäden an empfindlichen Materialien wie Sportbekleidung, Mischgeweben oder Farben, die zu schnell ausbleichen.
Für Verbraucher ist wichtig zu wissen, dass viele der genannten Effekte „laut Herstellerangaben“ gelten. Unabhängige Labortests und Langzeiterfahrungen werden erst zeigen, wie sich die Super Elektrolyse im Alltag gegenüber etablierten Methoden bewährt. Trotzdem spricht die Kombination aus Wasseraufbereitung und intelligenten Programmen für einen technologisch fundierten Ansatz zur Verbesserung der Waschleistung.
Intelligentes Waschmittelmanagement — und ein Trockner, der erinnert
Automatische Waschmitteldosierung ist nicht neu auf dem Markt, doch Xiaomi hebt hier Bequemlichkeit und Präzision mit dem sogenannten Dual Channel Intelligent Dispensing hervor. Das System wiegt die Ladung und gibt entsprechend Waschmittel und Weichspüler dosiert hinzu, mit dem Ziel, Verschwendung zu reduzieren und Rückstände durch Überdosierung zu vermeiden. Das ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch vorteilhaft, weil Verbrauch und Umweltbelastung sinken.
Xiaomi behauptet, dass je nach Nutzungsverhalten das Nachfüllen des Vorratsbehälters nur etwa einmal im Monat nötig sein könnte. Solche Angaben hängen stark vom Familienstand, der Häufigkeit der Wäsche und dem Grad der Verschmutzung ab, doch die Möglichkeit, Dosierung und Verbrauch zu automatisieren, trifft einen spürbaren Nerv bei Nutzern, die Zeit sparen und Ressourcen effizient nutzen möchten.
Auf der Trocken-Seite unterstützt die Maschine eine Niedertemperatur-Trocknung im Bereich von 55–65 °C und stoppt, sobald sie erkennt, dass die Wäsche trocken ist. Diese Methode minimiert Hitzestress für empfindliche Stoffe wie Sportbekleidung (Athleisure), Baumwollmischungen oder alltägliche Hemden und reduziert gleichzeitig das Risiko von Einlaufen oder Materialermüdung. Niedertemperatur-Programme können auch energieeffizienter sein, insbesondere in Kombination mit sensorgesteuertem Abschalten.
Ein bemerkenswert „menschliches“ Feature: Sollte man vergessen, die Kleidung unmittelbar nach Programmende zu entnehmen, kann die Maschine automatisch die Wäsche „schütteln“, um hartnäckige Falten zu verringern. Für viele Verbraucher ist das ein praktisches Detail — wer hat nicht schon einmal eine zusammengefallene, stark verknitterte Ladung Stunden später aus der Trommel gezogen und sich gefragt, ob Bügeln überhaupt noch sinnvoll ist? Solche Funktionen zeigen, dass bei der Entwicklung Lebensrealitäten und Komfortbedürfnisse berücksichtigt wurden.
Aus Nutzersicht bringen diese Automatisierungen zwei klare Vorteile: erstens konsistente Waschergebnisse mit weniger manuellem Eingriff, zweitens potenzielle Kosteneinsparungen durch genauere Dosierung und geringeren Energieverbrauch. Nachteile können in höheren Reparaturkosten für komplexe elektronische Systeme oder in der Abhängigkeit von proprietären Ersatzteilen liegen — typische Trade-offs bei smarten Haushaltsgeräten.
HyperOS-Konnektivität gehört zum Paket
Wie viele aktuelle Xiaomi-Produkte wurde die Mijia Washing Machine Pro dafür entwickelt, sich per Xiaomi HyperConnect in das HyperOS-Ökosystem einzufügen. Das bedeutet: Fernüberwachung, Statusbenachrichtigungen und Integration ins Smart Home sind Teil des Angebots — vor allem für Nutzer, die bereits in das Xiaomi-Universum investiert sind und ihre Geräte zentral steuern möchten.
Über die App lassen sich Programme wählen, der Fortschritt verfolgen und Benachrichtigungen erhalten, wenn ein Zyklus abgeschlossen ist oder ein Nachfüllen des Waschmittels ansteht. Firmware-Updates können neue Funktionen bringen oder bestehende Prozesse optimieren. Die Vernetzung eröffnet außerdem die Möglichkeit zur Integration in Sprachassistenten oder Szenarien wie „Wenn Trockner fertig, dann Licht an“, sofern die lokale Implementierung solche Schnittstellen erlaubt.
Wichtig ist dabei die Datensicherheit: Vernetzte Geräte senden und empfangen Informationen, daher sollten Nutzer auf Verschlüsselung, Datenschutzrichtlinien und transparente Update-Verfahren achten. Xiaomi hat in der Vergangenheit seine Softwarearchitektur weiterentwickelt, doch bei smarten Geräten bleibt ein Augenmerk auf Sicherheits- und Privatsphäre-Aspekten ratsam.
Wenn das Modell über China hinaus angeboten wird, können Verfügbarkeit und Funktionen variieren — häufig werden lokale Anforderungen, Energieeffizienzstandards und Zertifizierungen berücksichtigt. Dennoch macht die Richtung deutlich: „Pro“-Technologie ist nicht mehr nur für Smartphones reserviert; Xiaomi zielt darauf ab, seine Haushaltsgeräte gleichermaßen intelligent und vernetzt erscheinen zu lassen.
Preis und Verfügbarkeit
- China Vorbestellpreis: 3.293 Yuan (etwa 455 USD)
- Verkaufsregion bei Markteinführung: China (vorerst)
Wie bei vielen Xiaomi-Geräten kann eine internationale Verfügbarkeit — falls sie erfolgt — unter anderen Modellnamen oder über Drittanbieter-Importkanäle realisiert werden. Globale Preise würden voraussichtlich höher liegen, sobald Steuern, Logistik und lokale Konformitätsprüfungen einkalkuliert sind. Händler könnten zusätzliche Margen aufschlagen, und regionale Varianten können sich technisch unterscheiden, um lokale Vorschriften zu erfüllen.
Aus Verbrauchersicht sind bei der Betrachtung des Preises mehrere Aspekte relevant: die Anschaffungskosten, die erwartete Lebensdauer, Energie- und Wasserverbrauch, sowie mögliche Einsparungen durch geringeren Waschmittelverbrauch und effizientere Programme. Ein günstiger Einstiegspreis macht das Gerät attraktiv, doch ein längerfristiger wirtschaftlicher Vergleich mit etablierten Marken erfordert detaillierte Verbrauchsdaten und Langzeiterfahrungen.
Ein weiteres zu beobachtendes Detail: Ob und wann Xiaomi die „Super Elektrolyse“ auf weitere Waschformate ausdehnt, etwa kompaktere Modelle für kleinere Haushalte oder unterschiedliche Trommelgrößen. Für viele europäische oder nordamerikanische Käufer könnte zudem die Frage relevant sein, ob Ersatzteile, Servicenetz und Garantiebestimmungen international verfügbar sind — Faktoren, die die Kaufentscheidung oft beeinflussen.
Gegenüber Wettbewerbern könnte Xiaomi mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis und starker Smart-Home-Integration punkten. Auf der anderen Seite müssen Käufer abwägen, ob sie einem Hersteller aus der Elektronikbranche langfristig Verfügbarkeit und Service für ein komplexes Haushaltsgerät zutrauen. Die Antwort hängt von persönlichen Prioritäten in puncto Preis, Vernetzung und Vertrauen in die Marke ab.
Eine zusätzliche Beobachtung betrifft die Umweltbilanz: Technologien, die Waschmittelverbrauch und Energiebedarf senken, können ökologisch positiv wirken, vorausgesetzt, die Produktions- und Entsorgungskette ist nachhaltig gestaltet. Hersteller sollten daher Transparenz zu Materialwahl, Rezyklierbarkeit und Energieeffizienz liefern, um Ansprüchen umweltbewusster Kunden gerecht zu werden.
Abschließend bleibt die spannende Frage, ob Verbraucher einer vernetzten Waschmaschine die automatische Dosierung anvertrauen oder traditionelle Handdosierung bevorzugen. Für viele wird Bequemlichkeit ein starkes Argument sein; andere bestehen auf eigener Kontrolle, insbesondere bei speziellen Textilien oder bei sehr hartnäckigen Flecken, die individuelle Vorbehandlungen erfordern.
Quelle: smarti
Kommentar hinterlassen