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HMD hat sein Wearable‑Portfolio still und leise mit zwei neuen, budgetfreundlichen Smartwatches erweitert: der Watch X1 und der Watch P1. Beide Modelle setzen klar auf Fitness‑Tracking und mehrtägige Akkulaufzeit statt auf erweiterte Smartwatch‑Funktionen.
Zwei neue Modelle, klare Prioritäten
Die Watch X1 ist das hochwertigere Modell der beiden und verfügt über ein 1,43 Zoll großes, rundes AMOLED‑Display mit einer Auflösung von 466 × 466 Pixeln und einer Spitzenhelligkeit von 600 Nits. Sie trägt die Schutzklasse IP68 gegen das Eindringen von Staub und Wasser und verspricht in etwa fünf Tage Akkulaufzeit bei normaler Nutzung. Zu den Gesundheitsfunktionen gehören kontinuierliche Herzfrequenzmessung, SpO2‑Messung (Blutsauerstoff), Schlafanalyse und mehr als 700 vorinstallierte Sportmodi. Darüber hinaus bietet sie einfache Wellness‑Erinnerungen – etwa Inaktivitätsalarme und Trink‑Erinnerungen – und ist in den Ausführungen Grau‑Grün, Schwarz, Grau Metallic und Silber Leder erhältlich.
Im Vergleich dazu verfolgt die Watch P1 einen preisbewussteren Ansatz. Sie ist mit einem größeren 1,83 Zoll rechteckigen LCD‑Display ausgestattet, das eine geringere Auflösung von 284 × 240 Pixeln bietet und eine maximale Helligkeit von bis zu 550 Nits erreicht. Die P1 hat die Schutzklasse IP67, ist also staubresistent und verträgt leichte Spritzer, jedoch nicht zum Schwimmen geeignet. Die Akkulaufzeit wird mit bis zu vier Tagen angegeben, und sie unterstützt dennoch die gleichen mehr als 700 Sportmodi sowie Schlafüberwachung. Farblich ist die P1 in Schwarz und Silber verfügbar.
Es gibt einige wichtige Kompromisse: Keines der beiden Modelle verfügt über eingebautes GPS oder NFC. Das bedeutet, dass Outdoor‑Strecken auf das GPS des Smartphones angewiesen sind und kontaktloses Bezahlen nicht unterstützt wird. Wer also eigenständiges Tracking ohne Smartphone oder mobile Zahlungen erwartet, wird hier nicht fündig — dennoch sind die Uhren als preiswerte, fitnessorientierte Wearables sinnvoll für Nutzer, die ihr Telefon in der Nähe behalten.
HMD hat bisher weder Preise noch Veröffentlichungsdaten bekanntgegeben, doch die Geräte zielen eindeutig auf Nutzer ab, die verlässliches Fitness‑Tracking, lange Akkulaufzeit und einen niedrigen Preis suchen, statt ein umfassendes Smartwatch‑Ökosystem. Wer ein günstiges Wearable mit umfangreicher Sport‑Modus‑Abdeckung sucht, darf in Kürze mit weiteren Details rechnen.
Design und Display: Form trifft Funktion
Das Design der Watch X1 setzt auf ein rundes AMOLED‑Panel, das bei hoher Pixeldichte und hohem Kontrast ein vergleichsweise hochwertiges Anzeigeerlebnis bietet. AMOLED‑Displays punkten besonders bei tiefem Schwarz, guter Blickwinkelstabilität und kraftvollen Farben, was vor allem beim Anzeigen von Trainingsstatistiken, Karten oder Watchfaces vorteilhaft ist. Die Watch P1 hingegen wählt ein größeres, rechteckiges LCD: Mehr Bildschirmfläche kann für Trainingsdaten und Menüs praktisch sein, doch die geringere Auflösung und die LCD‑Charakteristik wirken sich auf Kontrast und Schwarzwerte aus.
Materialien und Verarbeitungsoptionen
HMD bietet die X1 in mehreren Gehäuse‑ und Bandvarianten, darunter Grau‑Grün, Schwarz, Grau Metallic und Silber mit Lederoption. Solche Varianten erlauben es Nutzern, die Uhr an persönliche Stilpräferenzen anzupassen. Die P1 bleibt schlichter mit den Optionen Schwarz und Silber, was Kosten spart und die Zielgruppe der preisbewussten Käufer anspricht.
Displayhelligkeit und Ablesbarkeit im Freien
Mit bis zu 600 Nits bei der X1 und bis zu 550 Nits bei der P1 sind beide Displays für die meisten Außenbedingungen ausreichend hell. In direkten Sonnenlichtsituationen kann die bessere Kontrastdarstellung und Schwarzwiedergabe des AMOLED‑Panels jedoch einen sichtbaren Vorteil liefern. Für Sportler, die viel im Freien trainieren, ist daher das Display der X1 tendenziell praktischer.
Gesundheits‑ und Fitnessfunktionen im Detail
Beide Uhren konzentrieren sich stark auf Gesundheits‑ und Fitnessmessungen. Neben der kontinuierlichen Herzfrequenzmessung und SpO2‑Überwachung bieten sie Schlaftracking und mehr als 700 Sportmodi – eine Auswahl, die auch anspruchsvolle Hobbysportler anspricht. Solche umfangreichen Sport‑Profile ermöglichen detaillierte Aufzeichnungen für Aktivitäten von Laufen über Radfahren bis hin zu weniger verbreiteten Trainingsarten.
Herzfrequenz, SpO2 und Schlafanalyse
Die kontinuierliche Herzfrequenzüberwachung eignet sich zur Erkennung von Ruhe‑ und Belastungsherzfrequenz sowie zur Abschätzung der Trainingsintensität. SpO2‑Sensoren liefern Werte zum Blutsauerstoffsättigungsgrad, was bei der Einschätzung von Erholungszustand und allgemeinem Wohlbefinden hilfreich sein kann. Schlaftracker erfassen typischerweise Schlafdauer, Schlafphasen und Wachzeiten und geben so Einblick in Erholungsmuster. Wichtig ist, dass diese Messungen, obwohl nützlich, medizinische Diagnosen nicht ersetzen.
Sportmodi und Trainingsanalyse
Die Angabe „700+ Sportmodi“ deutet auf ein sehr breites Spektrum an Aktivitäten hin, von klassischen Sportarten bis zu Nischenaktivitäten. Für regelmäßige Trainer ist wichtig, wie gut die Uhr Trainingsintervalle, Herzfrequenzzonen und kalorienverbrauchsspezifische Daten aufzeichnet. HMD verspricht umfangreiche Modi, doch die Qualität der Messdaten und die Nachverfolgbarkeit über längere Zeiträume hängen auch von der Software‑Auswertung in der zugehörigen App ab.
Akkulaufzeit und tägliche Nutzung
Ein zentrales Verkaufsargument beider Modelle ist die mehrtägige Akkulaufzeit: rund fünf Tage bei der X1 und etwa vier Tage bei der P1 unter typischer Nutzung. Diese Werte sind in der Preisklasse attraktiv, denn lange Laufzeiten reduzieren die Ladezyklen und erhöhen die Alltagstauglichkeit — besonders für Nutzer, die ihr Wearable nicht täglich laden möchten.
Ladezeiten, Energiesparmodi und Realismus
Akkulaufzeiten in Herstellerangaben hängen stark vom Nutzungsverhalten ab. Intensive Trainings mit aktiviertem GPS (sofern extern per Telefon genutzt), häufige Benachrichtigungen, dauerhafte Messung von Herzfrequenz und SpO2 sowie hohe Displayhelligkeit verkürzen die Laufzeit. HMDs Angabe erscheint realistisch im Verhältnis zur Hardware; Schritte wie automatische Helligkeitsanpassung und Energiesparmodi können die Laufzeit zusätzlich verlängern.
Konnektivität: Was fehlt und was bedeutet das im Alltag
Ein wesentlicher Kompromiss beider Modelle ist das Fehlen von integriertem GPS und NFC. Ohne GPS sind Outdoor‑Routen nur dann mit Karten und genauen Entfernungsdaten versehen, wenn sie zusammen mit einem Smartphone verwendet werden. NFC‑Mangel bedeutet, dass kontaktloses Bezahlen über die Uhr nicht möglich ist – eine Funktion, die bei vielen höherpreisigen Smartwatches inzwischen Standard ist.
Praktische Auswirkungen der fehlenden Features
Für viele Freizeitsportler, die ihr Smartphone beim Training dabeihaben, ist das fehlende GPS kein Showstopper; die Uhr kann die Herzfrequenz und Trainingsstatistiken erfassen, während das Smartphone die Ortungsdaten liefert. Für Läufer oder Fahrradfahrer, die bewusst ohne Telefon trainieren und dennoch präzises GPS‑Tracking wünschen, sind diese Modelle jedoch weniger geeignet. Ähnlich verhält es sich mit NFC: Wer kontaktloses Bezahlen über die Uhr nutzt, muss zu einem Modell mit entsprechender Hardware greifen.
Preispositionierung und Zielgruppe
Obwohl HMD noch keine Preise genannt hat, ist die Positionierung eindeutig: Diese Smartwatches richten sich an preisbewusste Käufer, die vor allem Wert auf Fitness‑Funktionen, lange Akkulaufzeit und ein gutes Preis‑Leistungs‑Verhältnis legen. Konkurrenzprodukte in diesem Segment kommen von etablierten Herstellern, die ähnliche Kompromisse eingehen, beispielsweise weniger Kernsensoren, aber solide Akkulaufzeiten und breite Sportmodus‑Bibliotheken anbieten.
Wer sollte die X1 oder P1 in Betracht ziehen?
Beide Uhren sind besonders geeignet für:
- Freizeitsportler, die ihr Smartphone beim Training dabei haben und daher auf integriertes GPS verzichten können.
- Nutzer, die lange Akkulaufzeiten wichtiger finden als ein umfangreiches Smartwatch‑Ökosystem.
- Preisbewusste Käufer, die viele Sportmodi und grundlegende Gesundheitsmessungen wünschen.
Weniger geeignet sind die Modelle für Personen, die eigenständiges GPS‑Tracking, mobiles Bezahlen per NFC oder umfangreiche Drittanbieter‑Apps und Ökosystemintegration bevorzugen.
Technische Daten und Vergleich
Wichtige Spezifikationen im Überblick
Zusammenfassend die zentralen Merkmale beider Modelle:
- Watch X1: 1,43" rundes AMOLED, 466 × 466 px, bis zu 600 Nits, IP68, ca. 5 Tage Akkulaufzeit, kontinuierliche Herzfrequenz, SpO2, Schlaftracking, >700 Sportmodi, Farbvarianten Grau‑Grün / Schwarz / Grau Metallic / Silber Leder.
- Watch P1: 1,83" rechteckiges LCD, 284 × 240 px, bis zu 550 Nits, IP67, ca. 4 Tage Akkulaufzeit, Herzfrequenz, SpO2, Schlaftracking, >700 Sportmodi, Farbvarianten Schwarz / Silber.
Vergleich: X1 vs. P1 – Wesentliche Unterschiede
Die wichtigsten Unterschiede lassen sich entlang folgender Achsen festmachen: Displaytyp und -qualität (AMOLED vs. LCD), Schutzklasse (IP68 vs. IP67), Akkureichweite (etwa fünf vs. vier Tage) und Design‑/Materialoptionen. Die X1 richtet sich an Käufer, die in dieser Preisklasse das beste Display und zusätzliche Finish‑Optionen bevorzugen, während die P1 primär Kosten‑ und Flächenvorteile durch ein größeres LCD bietet.
Software, App‑Integration und User Experience
Die Gesamterfahrung mit einer Fitness‑Smartwatch hängt stark von der begleitenden App und der Software‑Usability ab. Zuverlässige Synchronisation, verständliche Trainings‑ und Schlafauswertungen sowie regelmäßige Firmware‑Updates erhöhen den Nutzwert über die reine Hardware hinaus. HMDs Erfolg in diesem Segment hängt daher auch von der Qualität der Smartphone‑App, der Datenvisualisierung und der Aktualität der Software ab.
Datensicherheit und Privatsphäre
Bei Gesundheitsdaten ist der Schutz sensibler Informationen zentral. Achten Sie auf die Datenschutzbestimmungen der Hersteller‑App: Welche Daten werden gesammelt, wie lange werden sie gespeichert und werden sie mit Drittanbietern geteilt? Seriöse Anbieter dokumentieren diese Punkte transparent und bieten Nutzerkontrollen für Synchronisation und Backup.
Kauf‑ und Nutzungstipps
Vor dem Kauf sollten Nutzer folgende Aspekte prüfen:
- Welche Sportmodi sind für Ihre Aktivitäten relevant, und wie detailliert werden diese von der Uhr erfasst?
- Ist das Fehlen von GPS oder NFC ein Dealbreaker für Ihre Trainings‑ oder Alltagsnutzung?
- Wie komfortabel ist die Uhr beim Tragen, und passen Farbe sowie Material zu Ihrem Stil?
- Welche Erfahrungen gibt es mit der zugehörigen App in Bezug auf Stabilität und Datenschutz?
Zusätzlich lohnt es sich, auf Testberichte mit Langzeitmessungen zu achten, um ein realistisches Bild von Akkulaufzeit und Sensorqualität zu erhalten.
Fazit
Mit der Watch X1 und der Watch P1 liefert HMD zwei überzeugende, preisorientierte Fitness‑Smartwatches, die sich auf die Kernfunktionen konzentrieren: präzises Fitness‑Tracking, umfangreiche Sportmodi und lange Akkulaufzeit. Die X1 bietet ein höherwertiges Display und etwas mehr Finish‑Optionen, während die P1 als kosteneffizientere Wahl mit größerer Anzeigefläche punktet. Beide Modelle verzichten auf eigenständiges GPS und NFC, was ihre Zielgruppe klar definiert: Nutzer, die ihr Smartphone beim Sport dabeihaben und ein gutes Preis‑Leistungs‑Verhältnis wichtiger finden als ein umfassendes Smartwatch‑Ökosystem.
Für Käufer, die nach einer erschwinglichen Smartwatch mit Schwerpunkt auf Fitness, Herzfrequenz‑ und Schlafüberwachung sowie einer breiten Auswahl an Trainingsmodi suchen, sind die neuen Modelle eine interessante Option. Sobald HMD Preise und Verfügbarkeiten bekanntgibt, wird sich zeigen, wie wettbewerbsfähig die Watch X1 und Watch P1 im Marktsegment der günstigen Fitness‑Tracker und Einsteiger‑Smartwatches wirklich sind.
Wichtig: Beachten Sie, dass Sensor‑ und Messdaten von Consumer‑Wearables als Richtwerte dienen und medizinische Diagnosen nicht ersetzen. Für detaillierte oder klinisch relevante Auswertungen sollten Sie sich an medizinische Fachkräfte wenden.
Quelle: gizmochina
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