Firefox 148: Mit einem Klick KI-Funktionen deaktivieren

Firefox 148 führt eine zentrale "KI-Steuerung" ein: mit einem Schalter lassen sich KI-Funktionen wie Chatbots, Textzusammenfassungen und Alt-Text-Generierung deaktivieren. So behalten Nutzer Privatsphäre und Kontrolle.

Tim Becker Tim Becker . Kommentare
Firefox 148: Mit einem Klick KI-Funktionen deaktivieren

8 Minuten

Mozilla gibt Nutzerinnen und Nutzern eine seltene Art von Kontrolle zurück: eine Ein-Klick-Option, um künstliche Intelligenz zum Stillstand zu bringen. Kurz. Einfach. Entschieden.

In Firefox Version 148, die am 24. Februar erscheint, führt der Browser im Bereich Einstellungen eine Sektion "KI-Steuerung" ein, die einen deutlich beschrifteten Button enthält: "KI-Funktionen blockieren". Schaltet man diese Option ein, werden eine Reihe intelligenter Funktionen — Seitenleisten-Chatbots, automatische Textzusammenfassungen, Generierung von Alternativtexten für Bilder in PDFs und intelligente Tab-Gruppierung — nicht mehr ausgeführt. Die Änderung ist nicht nur kosmetisch. Es handelt sich um einen funktionalen Ausschalter, der außerdem verhindert, dass zukünftige KI-Werkzeuge sich heimlich selbst aktivieren.

Warum ist das wichtig? Weil andere große Browser KI inzwischen in nahezu jede Ecke der Oberfläche integrieren, oft mit Standardeinstellungen, die Nutzer zu den neuen Werkzeugen hinlenken. Mozilla hat einen anderen Weg gewählt: den Nutzern die Wahl zu geben. Möchten Sie eine minimalistische, datenschutzorientierte Browsersitzung? Dann können Sie diese künftig ohne Kampf mit Einstellungen oder langes Suchen durch Menüs herstellen.

Wie Sie die Funktion finden, ist einfach. Nach dem Update auf Firefox 148 öffnen Sie die Einstellungen und suchen den Bereich "KI-Steuerung". Aktivieren Sie "KI-Funktionen blockieren" und der Browser deaktiviert die derzeit verfügbare Suite generativer Funktionen. Laut Mozilla verhindert dieser Schalter zudem, dass künftig hinzugefügte KI-Funktionen automatisch eingeschaltet werden — wer sich heute abmeldet, bleibt also auch morgen abgesichert.

Dieser Schalter verhindert, dass sich bestehende und künftige KI-Funktionen ohne Ihre Zustimmung aktivieren.

Kein technophober Reflex. Sondern eine bewusste Entscheidung. Für alle, die Bequemlichkeit gegen Datenexposition abwägen, ist das eine sinnvolle Option. Prüfen Sie Ihr Update am 24. Februar und entscheiden Sie, ob Sie einen Assistenten im Browser wünschen — oder nicht.

Hauptfunktionen der KI-Steuerung in Firefox 148

Die neue Sektion "KI-Steuerung" fasst mehrere KI-basierte Funktionen zusammen und bietet eine zentrale Ein/Aus-Option. Die wichtigsten Elemente, die durch den Schalter beeinflusst werden, umfassen:

  • Seitenleisten-Chatbots, die in Webseiten eingebettete Konversationserlebnisse anbieten
  • Automatische Textzusammenfassungen von Artikeln oder langen Inhalten
  • Generierung von Alternativtexten (Alt-Text) für Bilder in PDFs und anderen Dokumenten
  • Intelligente Tab-Gruppierung und Vorschläge zur Organisation offener Registerkarten
  • Weitere, nachfolgend aktivierbare generative Werkzeuge, die Mozilla zukünftig einführen könnte

Was genau wird blockiert?

Der Schalter zielt auf "generative" und "assistive" KI-Funktionen ab—also auf solche Features, die Inhalte automatisch erzeugen, interpretieren oder zusammenfassen. Dazu zählen verarbeitende Dienste, die Text analysieren, Inhalte extrahieren oder neue Text-/Bildfragmente erstellen. Nicht betroffen sind klassische, nicht KI-basierte Browser-Funktionen wie Lesezeichenverwaltung, Cookies an sich oder grundlegende Rendering-Prozesse des Browsers.

Wie funktioniert der Ausschalter technisch?

Mozilla beschreibt den Schalter als globalen Feature-Flag innerhalb der Firefox-Einstellungen. Kommerzielle und Open-Source-Bibliotheken, die KI-Funktionen liefern, werden bei aktivierter Blockierung nicht initialisiert oder aufgerufen. Das bedeutet, dass Script-Module, die für die Kommunikation mit KI-Diensten zuständig sind, deaktiviert bleiben und keine Telemetriedaten oder Inhalte an entsprechende Modelle senden. Diese Architektur minimiert die Angriffsfläche für unbeabsichtigte Datenübertragungen und reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass nachträglich eingeführte KI-Module automatisch aktiv werden.

Datenschutz & Sicherheit: Was Nutzer wissen sollten

Die Entscheidung, KI-Features per Knopfdruck zu deaktivieren, betrifft vor allem zwei Aspekte: Privatsphäre und Kontrolle. Wenn KI-Funktionen aktiv sind, können bestimmte Inhalte aus Ihrem Browser an externe Dienste gesendet werden — sei es für die Zusammenfassung von Texten oder die Generierung von Alt-Text. Selbst wenn Daten anonymisiert erscheinen, besteht ein Risiko der Rekonstruktion oder Korrelation.

Vorteile der Blockierung

  • Weniger Datenübertragung an Drittanbieter-KI-Dienste
  • Geringeres Risiko unbeabsichtigter Datennutzung oder -verknüpfung
  • Einfachere Transparenz: Ein einzelner Schalter macht die Kontrolle nachvollziehbar
  • Schutz vor künftigen Funktionen, die sich automatisch aktivieren könnten

Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Die Blockierung reduziert zwar viele Risiken, beseitigt aber nicht alle Datenschutzbedenken. Beispielsweise:

  1. Lokale KI-Verarbeitung kann weiterhin Daten auf dem Gerät verarbeiten; diese Vorgänge sollten in den Einstellungen separat betrachtet werden.
  2. Webdienste, die eigene, inhaltsbasierte Funktionen anbieten (z. B. eingebettete Widgets), können unabhängig vom Browser KI-Funktionen nutzen.
  3. Mozilla‑Telemetrie: Prüfen Sie zusätzlich die Telemetrie- und Datenschutzeinstellungen in Firefox, um den Datenfluss weiter zu begrenzen.

Warum Mozilla diesen Weg wählt

Mozilla positioniert sich traditionell als Verfechter von Nutzerkontrolle und Privatsphäre. Während andere Browser-Hersteller KI-Funktionen tief und oft standardmäßig integrieren, bietet Mozilla mit diesem zentralen Schalter eine einfache Methode, selbst zu bestimmen, welche Assistenzwerkzeuge laufen dürfen. Das ist eine strategische Entscheidung mit mehreren Motiven:

  • Stärkung des Vertrauens: Transparente Entscheidungen über die Aktivierung von KI erhöhen die Nutzerakzeptanz.
  • Differenzierung: Ein datenschutzorientierter Ansatz grenzt Firefox klar von manchen Wettbewerbern ab.
  • Regulatorische Vorbereitung: Da politische und gesetzliche Vorgaben für KI wachsen, ist eine explizite Einwilligungslösung zukunftssicherer.

Vergleich mit anderen Browsern

Viele größere Browser integrieren KI-Funktionen in Form von Assistenten, Suchverbesserungen oder personalisierten Vorschlägen. Häufig sind diese Features standardmäßig aktiviert oder schwer zentral zu deaktivieren. Mozilla trennt hier bewusst die Benutzeroberfläche (UI) von der Aktivierung von KI-Engines und bietet eine einzelne, leicht zugängliche Einstellungsoption. Das macht die Benutzererfahrung entweder konservativer oder einfacher—je nach Präferenz.

Anleitung: So aktivieren oder deaktivieren Sie die KI-Steuerung

Die folgenden Schritte helfen Ihnen dabei, die Option schnell zu finden und zu konfigurieren:

  1. Aktualisieren Sie Firefox auf Version 148 oder höher (Verfügbarkeit ab 24. Februar).
  2. Öffnen Sie das Menü und wählen Sie "Einstellungen" (Settings).
  3. Suchen Sie im linken Menü nach "KI-Steuerung" oder geben Sie "KI" in die Einstellungs-Suche ein.
  4. Aktivieren Sie den Schalter "KI-Funktionen blockieren", um die generativen Funktionen zu deaktivieren.
  5. Optional: Überprüfen Sie weitere Datenschutzoptionen und Telemetrie-Einstellungen, um den Datenfluss weiter einzuschränken.

Wenn Sie die Blockierung wieder aufheben möchten, wiederholen Sie die Schritte und schalten den Regler zurück in die "Aus"-Position. Manche Funktionen erfordern nach dem Umschalten einen Browser-Neustart, damit die Änderung vollständig wirksam wird.

Technische Details und Implementierung

Mozilla hat in unterschiedlichen technischen Ankündigungen angedeutet, dass der Schalter als zentraler Feature-Flag in der Firefox-Konfigurationsarchitektur implementiert ist. Praktisch bedeutet das:

  • Modulare Deaktivierung: KI-Module werden nicht geladen, wenn der Schalter aktiv ist.
  • Schnittstellenkontrolle: APIs, die KI-Dienste ansprechen, prüfen vor ihrer Ausführung den Status des Flags.
  • Update-Festigkeit: Künftige Updates sollen das Flag respektieren, sodass automatische Aktivierungen verhindert werden.

Für technisch interessierte Nutzer lohnt sich ein Blick in die Release-Notes und die Mozilla-Entwicklerdokumentation, die Details zur API-Architektur und zu Telemetrie-Mechanismen liefern können.

Interoperabilität mit Extensions

Es ist wichtig zu unterscheiden zwischen KI-Funktionen, die direkt vom Browser angeboten werden, und solchen, die über Erweiterungen (Extensions) eingebracht werden. Mozilla gibt an, dass der globale Schalter primär browser-interne KI-Features betrifft. Erweiterungen, die eigene KI-Funktionen mitbringen, benötigen eigene Berechtigungen und lassen sich über die Erweiterungsverwaltung steuern. Nutzer sollten daher auch die Berechtigungen installierter Extensions prüfen.

Praxisbeispiele: Wann die Deaktivierung sinnvoll ist

Folgende Szenarien zeigen, wann Nutzer von der Blockierung profitieren können:

  • Wenn Sie sensible Recherchen durchführen und nicht möchten, dass Teildaten an externe Modelle gesendet werden.
  • In Unternehmensumgebungen mit internen Compliance-Anforderungen oder Einschränkungen bei externen Datenübermittlungen.
  • Bei hohem Bedarf an Performance-Stabilität, da manche KI-Dienste zusätzliche Rechen- und Netzwerkressourcen beanspruchen.
  • Wenn Sie schlicht eine ablenkungsfreie, minimalistische Browser-Oberfläche bevorzugen.

Fazit: Mehr Wahlfreiheit beim Surfen

Mit der Einführung der "KI-Steuerung" in Firefox 148 setzt Mozilla ein klares Signal: Nutzerwahl steht vor vorauseilender Automatisierung. Der zentrale Schalter "KI-Funktionen blockieren" bietet eine praktikable Balance zwischen Innovation und Kontrolle. Für alle, die Datenschutz, Vorhersehbarkeit und einfache Konfigurierbarkeit schätzen, ist das ein willkommener Schritt.

Weiterführende Hinweise

Behalten Sie Release-Notes und die offizielle Mozilla-Dokumentation im Blick, um über mögliche Ergänzungen der KI-Funktionen und Details zur Implementierung informiert zu bleiben. Prüfen Sie außerdem regelmäßig Ihre Telemetrie- und Datenschutzeinstellungen, falls Sie eine noch restriktivere Konfiguration wünschen.

Quelle: smarti

"Gaming und E-Sports sind mehr als nur ein Hobby für mich. Ich berichte live von den größten Turnieren und Hardware-Releases."

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