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Speicher wird zur neuen Kampfzone bei Smartphones. Nicht Kameras. Nicht Chips. Speicher.
Da die Nachfrage nach KI-Hardware steigt und Produktionslinien unter Druck stehen, klettern die DRAM-Preise langsam nach oben, was Herstellern von Smartphones mit ohnehin engen Margen das Leben erschwert. Berichten von Wccftech und der südkoreanischen Zeitung JoongAng Ilbo zufolge könnte Qualcomm nun einen praktischeren Weg einschlagen und gemeinsam mit Changxin Memory Technologies (CXMT) maßgeschneiderte DRAM-Lösungen für Smartphones entwickeln.
Das Timing ergibt Sinn. Ein wachsender Anteil der DRAM-Kapazität wird von High-Bandwidth-Memory beansprucht, wie es in KI-Beschleunigern und datenintensiven Systemen zum Einsatz kommt. Für mobil ausgerichteten Speicher bleibt damit weniger Spielraum, und die Verknappung ist bereits spürbar.
Flaggschiff-Modelle können diesen Schock in der Regel abfedern. Sie haben beim Preisgestaltungsspielraum, und Käufer erwarten ohnehin höhere Kosten. Mittelklasse- und Einsteigermodelle haben diesen Luxus nicht. Wenn Speicher teurer wird, trifft der Druck direkt ihre Gewinnmargen. Irgendetwas muss nachgeben.

Und Speicher ist kein unbedeutender Posten mehr. DRAM kann etwa ein Drittel der Materialkosten eines Telefons ausmachen, und sobald NAND-Speicher hinzukommt, kann der Speicheranteil mehr als die Hälfte der gesamten Herstellungskosten betragen. Das lässt Herstellern kaum Spielraum, wenn sie die Ladenpreise stabil halten wollen.
Der Druck verändert bereits das Verhalten in der gesamten Branche. Berichten zufolge haben sowohl Qualcomm als auch MediaTek ihre Bestellungen für 4-nm-Chips der Mittelklasse reduziert, ein Schritt, der sich in mehreren zehn Millionen weniger gefertigten Einheiten niederschlagen könnte. Das ist keine kleine Anpassung. Es ist ein Signal.
Wenn die Partnerschaft zwischen Qualcomm und CXMT tatsächlich besteht, könnte das eine kluge Absicherungsstrategie sein. Die direkte Zusammenarbeit mit einem Speicherhersteller würde Qualcomm mehr Einfluss auf die Verfügbarkeit geben und theoretisch mehr Verhandlungsspielraum bei den Kosten. Für Partnerhersteller könnte das etwas mehr Planbarkeit in einem unberechenbaren Markt bedeuten.
Dazu kommt eine größere geografische Komponente. China bleibt der größte Smartphone-Markt der Welt, und viele der wichtigsten Kunden von Qualcomm sitzen dort. Mit CXMT entwickelter kundenspezifischer DRAM könnte gut in dieses Ökosystem passen und lokalen Herstellern bessere Chancen geben, die aktuelle Knappheit zu bewältigen, ohne ständig knappe Ressourcen hinterherjagen zu müssen.
Eines ist klar: Das Rennen bei Smartphones dreht sich nicht mehr nur um schnellere Prozessoren oder bessere Displays. Die Unternehmen, die den Speicher kontrollieren oder zumindest sichern, könnten am Ende die stärkere Position haben.
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