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MediaTeks nächster Flaggschiff-Chip wirkt weniger wie ein großer Sprung und mehr wie ein vorsichtiger, kalkulierter Schritt nach vorn. Frische Benchmark-Gerüchte um den Dimensity 9600 Pro deuten darauf hin, dass das Unternehmen höhere Taktraten anstrebt, doch die ersten Zahlen zeigen Zuwächse, die realistisch sind, ohne übertrieben zu wirken.
Laut dem Leaker Digital Chat Station wird der Dimensity 9600 Pro nun mit Geekbench 6-Ergebnissen im Bereich von etwa 4.200 bis 4.300 im Single-Core-Test und rund 12.000 bis 12.500 im Multi-Core in Verbindung gebracht. Diese Werte sollen von Engineering-Samples stammen, weshalb sie als Momentaufnahme und nicht als Versprechen zu werten sind. Dennoch bieten sie den bislang klarsten Eindruck davon, wo MediaTeks nächste Premium-Siliziumlösung landen könnte.
Der Vergleich mit der vorherigen Generation macht diese Zahlen interessant. DCS gibt an, dass das letzte Modell bei etwa 4.000 im Single-Core und 11.000 im Multi-Core lag, sodass der neue Chip offenbar in erkennbarer, wenn auch moderater Weise zulegt. Keine Revolution. Mehr ein Schub.
Treibend für diesen Zugewinn scheint ein aggressiveres CPU-Layout zu sein. Berichten zufolge setzt man auf ein Dual-Super-Core-Design, bei dem beide Spitzenkerne nahe 5 GHz laufen. Ergänzt werden sie durch drei Gelas-b-Kerne und drei Standard-Gelas-Kerne, was eine 2+3+3-Konfiguration nach einer All-Big-Core-Philosophie ergibt. Das ist ein ganz anderer Ansatz als die Effizienz-orientierten Designs der unteren Leistungssegmente und signalisiert, dass MediaTek mit diesem Chip direkt an der Spitze konkurrieren will.
Auch die Grafikseite soll einen Schub erhalten. Für den Dimensity 9600 Pro wird ein Arm Magni GPU erwartet, was die Plattform für Gaming und anspruchsvolle visuelle Aufgaben abrunden sollte. Das ist wichtig, denn reine CPU-Geschwindigkeit ist im heutigen Flaggschiff-Rennen nur die halbe Wahrheit. Bildstabilität, thermische Kontrolle und anhaltende Leistung zählen ebenfalls.
Qualcomm geht natürlich denselben Weg. Dem Snapdragon 8 Elite Gen 6 Pro werden ebenfalls Taktraten in der 5-GHz-Klasse nachgesagt, wobei erste Berichte nahelegen, dass der Leistungszuwachs unter 20 Prozent bleiben könnte. Auf dem Papier ergibt das einen engen Wettkampf der nächsten Android-Flaggschiff-Generation, bei dem beide Lager auf höhere Takte und Architekturoptimierungen statt auf radikale Neuentwicklungen setzen.
Der Dimensity 9600 Pro soll außerdem auf TSMCs N2P-Prozess gefertigt werden, was helfen dürfte, zumindest einen Teil der sonst mit höheren Frequenzen verbundenen Leistungsaufnahme zu kompensieren. Frühere Leaks nannten mögliche Energieeinsparungen von 25 bis 30 Prozent, auch wenn diese Angaben noch nicht bestätigt sind. Dennoch verschafft ein neuer Fertigungsnode MediaTek mehr Spielraum, Leistung zu verfolgen, ohne dass die Effizienz außer Kontrolle gerät.
Vorerst könnte die zeitliche Einordnung das aussagekräftigste Detail sein. Der Vivo X500 und die Oppo Find X10-Serie sollen Berichten zufolge zu den ersten Geräten gehören, die auf die Dimensity-9600-Familie setzen, was bedeutet, dass das reale Debüt des Chips nicht mehr weit entfernt sein dürfte. Bis dahin sind diese Benchmark-Zahlen besser als Vorschau denn als endgültiges Urteil zu lesen. Sollten sie sich bewahrheiten, bereitet MediaTek damit die Bühne für einen Flaggschiff-Chip, der Geschwindigkeit, Selbstvertrauen und Ausgewogenheit gleichermaßen priorisiert.
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