Chinas Spacesail ermöglicht Satellitentelefonie mit 5G-Handys

Spacesail demonstriert in China erstmals Satellitentelefonie mit unveränderten 5G-Handys über einen LEO-Testsatelliten. Tests zeigen 5G-ähnliche Sprachqualität; das Unternehmen plant tausende Satelliten bis 2027 und langfristig 6G-Integration.

Chinas Spacesail ermöglicht Satellitentelefonie mit 5G-Handys
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Ein chinesischer Konkurrent von Starlink hat stillschweigend einen Telefonanruf über einen Satelliten geführt, und zwar mit einem gewöhnlichen Smartphone, ohne Hardware-Modifikationen. Das Experiment war kein Gag. Die gemeldete Sprachqualität entsprach der terrestrischen 5G.

Spacesail gibt an, die ersten Direkt-zu-Handys-Anrufe des Landes mit kommerziellen Geräten durchgeführt zu haben, wobei die Audioübertragung über seinen Testsatelliten DTC 01 lief, der Anfang dieses Monats gestartet wurde. Das ist wichtig, weil die meisten früheren Starts des Unternehmens, mehr als 200 Satelliten seit 2021, für Breitband-Backhaul gebaut wurden und nicht für direkte Handset-Verbindungen.

Huawei und Xiaomi haben 2024 Satellitenanrufe für einige Telefone vorgestellt, ja. Diese Implementierungen setzen jedoch auf Tiantong-1, ein geostationäres System, das von China Telecom in rund 36.000 Kilometern Höhe betrieben wird. Spacesail verfolgt einen anderen Ansatz: eine Konstellation in niedriger Erdumlaufbahn, viel näher an der Erde. Kürzere Distanz. Stärkere Signale. Das Ergebnis: die Möglichkeit, dass Standard-5G-Telefone Satellitenanrufe tätigen können, ohne ihre Hardware nachzurüsten. Kleine Differenz. Große Folgen.

Wie geht es weiter bei Spacesail? Das Unternehmen hat einen ehrgeizigen Ausbauplan und eine noch kühnere Perspektive dargelegt.

  • Ende 2026: 324 Satelliten einsetzen, um die anfängliche Servicekapazität zu schaffen
  • Ende 2027: die Flotte auf 648 Satelliten ausbauen und Phase eins abschließen
  • Langfristiges Ziel: mehr als 15.000 Satelliten für die vollständige Integration in zukünftige 6G-Netze

Die Ausbringung wurde intensiviert, nachdem die Konstellation im August 2024 in ihre offizielle Einführungsphase eingetreten war. Die Startfrequenz nahm deutlich zu; im Mai 2026 absolvierte Spacesail drei Starts innerhalb von 11 Tagen und meldete bis zum 17. Mai 162 aktive Satelliten im Orbit.

Wie schneidet das im Vergleich zu Starlink ab? Bis März 2026 hatte SpaceX etwa 9.600 Satelliten im Orbit, rund drei Viertel der weltweit aktiven Flotte, und Pläne, die bis zu 42.000 reichen. Die Breitband-Nutzerschaft von Starlink erreichte im ersten Quartal 2026 10,3 Millionen Abonnenten in 164 Ländern. Die Einführung von Direkt-zu-Handys ist in 30 Ländern aktiv mit etwa 7,4 Millionen monatlich aktiven Geräten. Aber die Expansion hat ihren Preis: der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer sank im ersten Quartal 2026 auf 66 US-Dollar, da das Unternehmen in einkommensschwächere Märkte vorstieß.

Der DTC-Test von Spacesail zeigt, dass LEO-Netze telefongerechte Sprachqualität an unveränderte Geräte liefern können, und das ändert die strategische Kalkulation für Satellitenkonnektivität.

Es ist mit einem Wettlauf zu rechnen. Betreiber werden technische Abwägungen wie Latenz, Linkbudget und regulatorische Genehmigungen prüfen. Nutzer werden nach Abdeckungskarten und kompatiblen Handsets Ausschau halten. Staaten werden auf Kontrolle, Standards und Frequenzzuweisung achten. Wird satellitengestützte Telefonie für den Massenmarkt zur neuen Normalität oder ein weiteres Schlachtfeld um Infrastruktur und Einfluss? Die nächsten Startmanifeste werden Aufschluss geben.

Tim Becker

"Gaming und E-Sports sind mehr als nur ein Hobby für mich. Ich berichte live von den größten Turnieren und Hardware-Releases."

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