Ein Aufblitzen von Nishino-Rot, eine pillenförmige Kameraleiste und ein Scharnier, das plötzlich nach echter Ingenieurskunst aussieht: Xiaomi setzt auf Bilder statt vager Versprechen und gewährt gerade rechtzeitig vor dem vollgepackten Terminplan den ersten offiziellen Blick auf sein Breitbild-Foldable.

Design zuerst, Fragen danach

Das Smartphone bietet große, abgerundete Ecken und auffallend schmale Displayränder. Auf der Rückseite sitzt ein horizontales Kameramodul mit drei Objektiven und LED-Blitz, untergebracht in einer pillenförmigen Einheit. Das Design wirkt bewusst gewählt und ausgereift. Zusammengeklappt steht ein 5,38 Zoll großes Außendisplay im Fokus, aufgeklappt wartet ein 7,58 Zoll großes Innendisplay, das sich dem Tablet-Format annähert, ohne eines sein zu wollen.

Ein kurzes, von Xiaomi veröffentlichtes Video zeigt die äußere Verarbeitung und gewährt Einblicke in das Scharnier sowie einige interne Komponenten. Der Clip lüftet nicht jedes Geheimnis, macht aber deutlich, dass das Unternehmen großen Wert auf Faltmechanik und strukturelle Stabilität legt. Dieses Scharnier ist wichtiger als die Optik: Es entscheidet darüber, ob ein Foldable ein praktisches Gerät oder eine tägliche Geduldsprobe ist.

Das Xiaomi 18 Fold erscheint am 7. September in China.

Warum dieses Datum? Es ist bewusst im Kalender platziert. Xiaomis Vorstellung findet zwei Tage statt, bevor Apple voraussichtlich sein eigenes Breitbildgerät, das iPhone Ultra, enthüllen wird. Das Timing wirkt strategisch: Xiaomi will früh den Ton angeben und anschließend den Vergleich eröffnen.

Unter der Haube bestätigte Xiaomi den neuen Xring-O3-Chipsatz. Ein kürzlich aufgetauchter Geekbench-Eintrag deutete zudem auf Konfigurationen mit bis zu 16 GB RAM und Android 17 ab Werk hin. Das sind Spezifikationen für Power-User, die beim Multitasking keine störenden Verzögerungen akzeptieren.

Was bedeutet das für Käufer und den Markt? Foldables sind längst keine Kuriosität mehr. In diesem Segment platzieren Hersteller ihre sichtbarsten Innovationswetten. Xiaomis Ansatz beim 18 Fold wirkt wie ein Schritt in Richtung praxisnaher Verfeinerung: ein gut nutzbares Außendisplay, ein großzügiges Innendisplay und ein Scharnier, das Xiaomi bewusst in Szene setzt, um Skeptiker zu überzeugen.

Die entscheidenden Fragen werden natürlich erst beantwortet, wenn Tester mehrere Tage mit dem Gerät verbringen: Wie steht es um die Akkulaufzeit bei dauerhaftem Multitasking? Wie sichtbar ist die Falte auf dem Innendisplay? Wie gut sind die Kameras in unterschiedlichen Situationen? Und vereinfacht die Software-Balance zwischen zwei Bildschirmen den Alltag tatsächlich, statt ihn komplizierter zu machen?

Weitere Details dürften folgen, je näher der 7. September rückt. Für den Moment hat Xiaomi ein klares Signal gesendet: Das Unternehmen ist überzeugt, dass Breitbild-Foldables bereit für den Mainstream sind, und will die Marke sein, die das Tempo vorgibt.