Halte eine Kreditkarte zwischen zwei Fingern. Dieser Kunststoffstreifen ist ungefähr so dick wie die dünnste Stelle der neuen externen SSD Muse von Lexar. Klobigkeit kennt sie nicht – stattdessen verschwindet sie mühelos in jeder Tasche.
Ein hauchdünnes Technikstück mit ingenieurtechnischer Finesse
An ihrer dünnsten Stelle misst die Muse gerade einmal 1 Millimeter – etwa so viel wie eine Standard-Bankkarte. Selbst an der dicksten Stelle kommt sie nur auf 3,8 Millimeter und bleibt damit dünner als viele Smartphones, sofern man den Kamerabuckel außer Acht lässt. Die Gesamtabmessungen betragen 80 × 48 × 3,8 Millimeter. Diese Werte sind beeindruckend, doch erst in der Hand zeigt sich die Konsequenz des Designs: ein nahtloses Metall-Unibody-Gehäuse, eine speziell entwickelte ultradünne Leiterplatte, dicht gepackte Komponenten und abgeschrägte Kanten lassen die SSD besonders schlank wirken.
Sichtbare Nähte gibt es nicht, Schrauben sind kaum zu erkennen, und die sonst üblichen Spaltmaße als Zeichen technischer Kompromisse wurden konsequent minimiert. Der Minimalismus dient hier nicht allein der Optik. Er ist das Ergebnis thermischer und struktureller Abwägungen von Ingenieuren, die jeden Millimeter ausschöpfen, ohne Abstriche bei der Zuverlässigkeit zu machen.

Die geringe Bauhöhe erforderte allerdings ein Umdenken. Für einen herkömmlichen USB-C-Anschluss war kein Platz. Lexar setzt deshalb auf eine magnetische Pogo-Pin-Schnittstelle und führt mit SnapLink ein Kabel ein, das am Laufwerk einrastet und auf der anderen Seite in einem standardmäßigen USB-C-Stecker endet. Das ist ein eleganter Kompromiss: so aufgeräumt wie eine Designstudie, aber alltagstauglich genug für den praktischen Einsatz.
Auch die Geschwindigkeiten wirken erfreulich praxisnah. SnapLink ermöglicht Lesegeschwindigkeiten von bis zu etwa 1050 Megabyte pro Sekunde und Schreibgeschwindigkeiten von rund 1000 Megabyte pro Sekunde. Das ist nicht die Spitze des Marktes, aber schnell genug für anspruchsvolle Aufgaben. Du möchtest ProRes-4K-Videos mit 120 Bildern pro Sekunde von einem iPhone-Pro-Modell aufzeichnen? Die Muse erfüllt diese Anforderung. In Kombination mit der optionalen magnetischen Halterung, die das Laufwerk an der Rückseite eines iPhones oder Laptops befestigt, wird sie zur taschentauglichen Aufnahmestation.

Die Kapazitätsoptionen sind pragmatisch: Geplant sind Modelle mit 512 Gigabyte und 1 Terabyte, die im vierten Quartal 2026 verfügbar sein sollen. Einen endgültigen Preis hat Lexar noch nicht genannt. Angesichts der jüngst gestiegenen Kosten für Flash-Speicher ist jedoch mit einem Premiumpreis zu rechnen.
Für wen ist die Muse also gedacht? Für Creator, die mobile Videos mit hoher Bitrate aufnehmen. Für Reisende, die auf Gewicht und Platz in der Tasche achten. Und für alle, die externe Speicherkapazität ohne zusätzliches Volumen suchen. Sie ist kein Geschwindigkeitskönig, sondern ein Designstatement und zugleich ein funktionales Werkzeug.
Dennoch bleiben Fragen offen. Wie robust wird ein so dünnes Gehäuse nach Jahren mit Stößen und Belastungen sein? Wie stark fällt die thermische Drosselung bei langen Transfers aus? Lexar hat gezeigt, dass extreme Dünne ohne Einbußen bei der Nutzbarkeit möglich ist. Nun wird der Markt entscheiden, ob diese Bauform den Preis wert ist.



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