Anthropic hat die Projekte-Funktion in Claude Code neu gestaltet. Sie soll über eine einfache Ordnerstruktur hinausgehen und eine kollaborative, langfristige Arbeitsumgebung schaffen, die Aufgaben auf parallele Arbeitsthreads verteilt und ein gemeinsames Projektgedächtnis aufbaut.
Laut einer Pressemitteilung von Anthropic startet die neue Projekte-Funktion heute als Beta in Claude Code für ausgewählte Abonnenten von Claude Pro und Claude Max mit Cloud-Sitzungen. Die Verfügbarkeit soll schrittweise ausgeweitet werden; zudem gibt es eine Wartelistenoption.
So funktionieren Projekte
Das Redesign ersetzt einen statischen, ordnerähnlichen Bereich durch einen Koordinator und mehrere Arbeitsthreads. Nutzer definieren ein übergeordnetes Ziel und fügen ein Code-Repository oder anderen Kontext hinzu. Claude schlägt daraufhin Teilaufgaben vor, die sofort übernommen werden können, verteilt sie auf parallele Threads, bewertet Zwischenergebnisse und führt das Endergebnis zusammen. Arbeitsthreads sind dabei separate Claude-Code-Sitzungen, die einzelne Teile der Arbeit gleichzeitig erledigen, während der Koordinator den Fortschritt steuert und den Gesamtüberblick behält.
Anthropic hat zudem eine gemeinsame Gedächtnisebene integriert. Claude sammelt im Laufe der Zeit Projektdetails und nutzt sie bei späteren Aufgaben erneut: Jeder Thread kann Informationen im gemeinsamen Speicher ablegen und daraus lesen. So kann das System etwa nachvollziehen, dass ein Veröffentlichungstermin auf Freitag verschoben wurde oder warum ein früheres Ergebnis verworfen wurde. Ziel ist es, aufwendiges Prompt Engineering zu reduzieren, indem die Projekthistorie über mehrere Interaktionen hinweg erhalten bleibt.

Das Update ergänzt zudem Steuerungsmöglichkeiten für Kommunikation und Verhalten. Nutzer können Claude etwa bitten, die Häufigkeit von Statusabfragen zu ändern, die Zahl neu gestarteter Arbeitsthreads anzupassen oder den Detailgrad der Updates festzulegen. Eine Projektbibliothek bündelt hochgeladene Dateien und von Claude erzeugte Artefakte. Das soll es erleichtern, relevante Materialien zu finden und neue Aufgaben auf früheren Ergebnissen aufzubauen.
Grenzen und administrative Steuerung
Anthropic weist darauf hin, dass die neue Architektur Nutzungslimits stärker in den Fokus rückt. Da jeder Arbeitsthread als vollständige Claude-Code-Sitzung läuft, können Projekte mit mehreren gleichzeitig aktiven Threads das Kontingent schneller aufbrauchen. Laut Anthropic können Nutzer den Verbrauch pro Projekt einsehen und sowohl das Modell als auch das Aufwandsniveau für den Koordinator und die einzelnen Arbeitsthreads auswählen.
Das Unternehmen beschreibt die Änderung als Versuch, Projekte von einem reinen Ablagebereich zu einer Umgebung für Austausch, Aufgabenverteilung und langfristige Nachverfolgung weiterzuentwickeln. Die Beta startet heute für berechtigte Nutzer von Claude Pro und Claude Max mit Cloud-Sitzungen und wird schrittweise auf weitere Nutzer ausgeweitet.




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