Microsoft und seine Hardware-Partner haben die Marke Copilot+ PC bei neuen Geräten offenbar stillschweigend gestrichen. Das zeigt eine Überprüfung der 2026 angekündigten Surface-Modelle durch Windows Central. Anders als bei Geräten aus den Jahren 2024 und 2025 findet sich die Bezeichnung Copilot+ PC bei den neuesten Modellen weder auf der Verpackung noch in der Werbung. Hinweise auf die Kompatibilität stehen nun nur noch in den technischen Spezifikationen.
Microsoft führte das Label Copilot+ PC 2024 gemeinsam mit Qualcomm als neue Hardwarekategorie ein. Sie sollte Käufern von Windows-Laptops exklusive KI-Funktionen bieten und eine neue Richtung für Personal Computer vorgeben. Die anfängliche Begeisterung ließ jedoch nach, nachdem Probleme mit der Funktion Recall bekannt wurden. Diese sollte kontinuierlich Bilder der Nutzeraktivitäten aufnehmen. Sicherheitsforscher entdeckten mehrere Schwachstellen bei der Speicherung dieser Bilder und der zugehörigen Daten. Microsoft erklärte, den öffentlichen Rollout von Recall deshalb verschoben und Laptops ohne aktivierte Funktion ausgeliefert zu haben.

Imageschaden und Kurswechsel im Marketing
Die anfänglichen Sicherheitsprobleme rund um Recall schadeten der Marke Copilot+ PC. Zugleich dürfte die nachlassende Popularität von Microsofts Copilot-Assistenten bei gewöhnlichen Nutzern die Bereitschaft der Hersteller verringert haben, den Namen weiterhin auf Verkaufsverpackungen zu drucken. Bret Strom, Senior Vice President für Surface-Hardware bei Microsoft, sagte: „Diese Geräte werden nicht mehr Copilot+ PCs genannt.“ Er ergänzte, die Geräte erfüllten weiterhin die zuvor definierten Hardwarestandards für KI-Tools. Microsoft konzentriere sich darauf, hybride Lösungen für die Edge-Verarbeitung bereitzustellen. Dabei wird KI-Rechenarbeit zwischen lokalen Chips und Cloud-Servern aufgeteilt, um Leistung und Datenschutz zu verbessern.
Kedar Kondap, leitender Manager für Computing bei Qualcomm, beschrieb einen ähnlichen Ansatz des Chipherstellers. Das ursprüngliche Ziel des Projekts sei gewesen, eine klare Leistungsvorgabe zu definieren, einschließlich des Erreichens von 45 TOPS neuronaler Rechenleistung. TOPS steht für Tera-Operationen pro Sekunde und ist ein grober Maßstab dafür, wie viele einfache Rechenoperationen ein KI-Beschleuniger pro Sekunde ausführen kann. Kondap sagte, das vorrangige Ziel sei stets gewesen, neue Computererlebnisse zu ermöglichen. Produkte ohne Copilot+ PC-Label böten Käufern weiterhin dieselben Fähigkeiten.
Die Prüfung von Windows Central deutet auf eine breitere Anpassung der Marketingstrategie von Microsoft und seinen Hardware-Partnern hin: Der Name Copilot+ wird zurückhaltender eingesetzt, während die zugrunde liegenden Hardwareanforderungen und KI-Funktionen möglicherweise bestehen bleiben. Sie werden nun jedoch in technischen Datenblättern dokumentiert, statt auf Verpackungen und in Produktnamen hervorgehoben zu werden.




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