Umfassende ADAS-Sicherheitstests in China: Fortschritte bei intelligenter Fahrzeugtechnologie

Umfassende ADAS-Sicherheitstests in China: Fortschritte bei intelligenter Fahrzeugtechnologie

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In einer wegweisenden und ausführlichen Untersuchung hat das chinesische Automobilportal Dongchedi insgesamt 36 moderne Fahrzeuge einem groß angelegten ADAS-Sicherheitstest (Advanced Driver Assistance Systems) unterzogen. Die umfangreiche Prüfung umfasste 15 gezielt konstruierte Gefahrenszenarien, die anspruchsvolle Autobahn- und komplexe Stadtfahrsituationen simulierten. Dabei wurden reale Unfallrisiken nachgestellt, um aussagekräftige Erkenntnisse über den aktuellen Stand der ADAS-Technologien, die Leistungsfähigkeit und Marktpositionierung von New Energy Vehicles sowie etablierten Herstellern im Zeitalter des intelligenten Fahrens zu gewinnen.

Im Autobahn-ADAS-Test mussten alle Fahrzeuge sechs unterschiedliche Gefahrensituationen bei hohen Geschwindigkeiten meistern. Dazu zählten plötzliche Bremsungen, unerwarteter Spurwechsel, Baustellen, das plötzliche Verschwinden eines vorausfahrenden Fahrzeugs und sogar das Überqueren eines Wildtiers. Die Effektivität der Fahrerassistenzsysteme wurde anhand ihrer Fähigkeit bewertet, Kollisionen selbstständig durch Notbremsung (AEB) oder Ausweichmanöver zu vermeiden.

Teslas Model 3 und Model X erzielten mit jeweils 5 von 6 Punkten die Spitzenplätze. Besonders bemerkenswert: Das Model X war das einzige getestete Fahrzeug, das eine Kollision mit einem simulierten Wildschwein erfolgreich verhindern konnte – und das trotz fehlender Lidar-Sensorik, was für die ausgereiften, kamerabasierten ADAS-Algorithmen spricht. Auf den dritten Rang schaffte es der Wey Lanshan (Wey 07) von Great Wall Motor mit dem neuen Coffee Pilot Ultra-System. Damit demonstrieren chinesische Hersteller deutliche Fortschritte bei Fahrerassistenztechnologien.

Am anderen Ende des Spektrums schnitten Modelle wie Zeekr 7X, Xpeng P7+, Onvo L60, Firefly EV und die Mercedes-Benz C-Klasse schwach ab. Dies zeigt, dass in puncto Zuverlässigkeit der ADAS-Technologie vielerorts weiterhin Verbesserungsbedarf besteht.

Eine interessante Erkenntnis: Selbst bei identischer ADAS-Hardware und Sensorenausstattung zeigten Fahrzeuge desselben Herstellers signifikante Unterschiede im Abschneiden. Dies liegt laut Experten an unterschiedlichen Softwareversionen, Platzierung der Sensoren oder den eingesetzten ADAS-Chips. Diese Faktoren beeinflussen Rechenleistung sowie Objekterkennung und können die Sicherheit entscheidend prägen.

Die Spitzenergebnisse im Autobahn-Test im Überblick:

  • Tesla Model 3: 5/6 bestandene Szenarien
  • Tesla Model X: 5/6 bestanden, als einziges Fahrzeug ohne Wildtierkollision
  • GWM Wey Lanshan: 3/6, starke Performance unter chinesischen Marken Mehrere bekannte Modelle, darunter verschiedene BYD- und Leapmotor-Modelle sowie der VW Passat, blieben hinter den Erwartungen zurück und zeigten eingeschränkte ADAS-Interventionsfähigkeit im Hochgeschwindigkeitsbereich.

Der Stadttest brachte neun komplexe Herausforderungen wie Kreisverkehr, anspruchsvolle Wenden, Umfahren liegengebliebener Fahrzeuge, das Erkennen von Kindern, Reaktionen auf schnelle E-Bikes oder schwierige Linksabbiegerszenarien. Diese Situationen spiegeln die Unvorhersehbarkeit und Vielschichtigkeit des urbanen Verkehrs wider.

Auch hier war das Tesla Model X mit 8 von 9 möglichen Punkten klarer Sieger – vor Modellen mit Huaweis fortschrittlichem ADS (Autonomous Driving System) wie dem Luxeed R7 und Avatr 12. Die Ergebnisse verdeutlichen die Stärken des kamerabasierten Ansatzes von Tesla, aber auch die schnellen Fortschritte chinesischer Tech-Unternehmen im Bereich Smart Cars.

Demgegenüber blieben Fahrzeuge wie Zeekr 7X, Onvo L60 und Baojun Xiangjing trotz hochentwickelter ADAS-Pakete hinter den Topplatzierungen zurück. Das unterstreicht, wie entscheidend sorgfältige Software-Optimierung und realitätsnahe Testdaten für eine zuverlässige Leistung der Fahrerassistenzsysteme sind.

Die Top-Platzierungen im urbanen ADAS-Test:

  • Tesla Model X: 8/9 – höchste Sicherheit im Stadtverkehr
  • Luxeed R7 (Huawei ADS): 7/9
  • Avatr 12 (Huawei ADS): 7/9
  • Toyota bZ3X: 7/9 – auffällig für einen japanischen Hersteller Die Testflotte bestand aus hochwertigen Elektro-Limousinen, SUVs, aufstrebenden chinesischen Marken sowie internationalen Bestsellern. Besonders Tesla überzeugt durch minimalistische Innenraumkonzepte und softwarebasierte Over-the-Air-Updates, die den Stand der ADAS-Systeme stets aktuell halten. Zeitgleich investieren chinesische Konzerne intensiv in fortschrittliche Sensorik und Computerplattformen wie Huawei ADS oder Coffee Pilot Ultra, um international führende Standards bei Sicherheit, Vernetzung und autonomem Fahren zu setzen.

Die Ergebnisse zeigen außerdem den scharfen Wettbewerb auf Chinas Automobilmarkt: In puncto intelligente Fahrfunktionen, Fahrzeugkonnektivität und Integration moderner Cockpit-Technologien holen heimische Marken rasant auf. Konsumenten profitieren von einer größeren Auswahl, da sich die Hersteller vermehrt über Sicherheit, Benutzererlebnis und Innovationen differenzieren.

Dieses aufwändig konzipierte ADAS-Sicherheitsranking setzt einen neuen globalen Maßstab für Tests von Fahrerassistenzsystemen. Die ausgezeichneten Leistungen von Tesla Model X, Luxeed R7 und Avatr 12 reflektieren hohe Investitionen und Fokus auf Sicherheit, während schwächere Fahrzeuge weiterhin Optimierungsbedarf offenbaren.

Für Käufer bieten diese umfangreichen ADAS-Tests wichtige Orientierungshilfen bei der Auswahl sicherheitsorientierter und technikaffiner Fahrzeuge – insbesondere da innovative Fahrerassistenzsysteme zusehends zum entscheidenden Unterscheidungsmerkmal im wachsenden NEV-Markt (New Energy Vehicles) werden.

Abbildungen und tabellarische Übersichten der Testszenarien stammen von Dongchedi, zusammengestellt durch CarNewsChina.

Quelle: carnewschina

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