4 Minuten
Umfangreiche Rückrufaktion von Ford und Lincoln erfasst mehr als 310.000 SUVs und Nutzfahrzeuge
Die Ford Motor Company hat gemeinsam mit der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) eine umfassende Rückrufmaßnahme gestartet. Betroffen sind über 310.000 Ford- und Lincoln-SUVs sowie Trucks der Modellgeneration 2025, bei denen ein zentrales Sicherheitsproblem im Bremssystem festgestellt wurde. Ziel dieser Aktion ist es, die Sicherheit für Besitzer in aller Welt zu erhöhen und potenzielle Risiken zu beseitigen.
Fehlfunktion des elektronischen Bremskraftverstärkers: Das sollten Sie wissen
Die Ursache des Rückrufs liegt in der fehleranfälligen Elektronik des Electronic Brake Booster (EBB). Wie aus offiziellen Dokumenten der NHTSA hervorgeht, ist es möglich, dass der EBB während der Fahrt, insbesondere bei aktiviertem Advanced Driver-Assistance System (ADAS), in einen gestörten Zustand übergeht. In Folge dessen könnte die Bremskraftunterstützung solange aussetzen, bis das Fahrzeug vollständig ausgeschaltet und neu gestartet wurde, was als sogenannter „Sleep-Zyklus“ bezeichnet wird. Der Ausfall der Bremsunterstützung hat unmittelbar verlängerte Bremswege und ein erhöhtes Unfallrisiko zur Folge, weshalb Ford und Lincoln diesen Rückruf besonders ernst nehmen.
Wird die Bremskraftunterstützung deaktiviert, leuchten Warnanzeigen wie ABS, ESC und das Bremskontrolllämpchen auf. Häufig ertönt zudem ein Alarm. Fahrer bemerken eventuell, dass das Bremspedal ungewohnt reagiert oder sich tiefer durchtreten lässt. Die fraglichen EBB-Module stammen von Robert Bosch LLC (USA). Glücklicherweise ist zur Behebung kein Austausch von Hardware erforderlich: Ein reines Software-Update, das Ford und Lincoln per Over-the-Air (OTA) bereitstellen, reicht aus. Alternativ ist das Update kostenlos in jeder autorisierten Ford- oder Lincoln-Werkstatt möglich.
.avif)
Welche Modelle sind betroffen?
Eine Vielzahl an Bestsellern aus dem Ford- und Lincoln-Portfolio sind von dieser Rückrufwelle betroffen:
- 2025 Ford F-150 (Produktionszeitraum: 8. Mai 2024 bis 9. Juni 2025, etwa 217.969 Fahrzeuge)
- 2025 Ford Expedition (8. Nov 2023 bis 9. Juni 2025, 26.582 Fahrzeuge)
- 2025 Ford Bronco (31. Mai 2024 bis 17. Juni 2025, 39.913 Fahrzeuge)
- 2025 Ford Ranger (5. Feb 2024 bis 20. Juni 2025, 20.552 Fahrzeuge)
- 2025 Lincoln Navigator (9. Nov 2023 bis 9. Juni 2025, 7.104 Fahrzeuge)
Nach Angaben beider Hersteller liegt der tatsächliche Anteil der Fahrzeuge mit dem potenziellen Defekt bei ungefähr 1% der insgesamt 312.120 zurückgerufenen Autos.
Design, Fahrleistungen und Auswirkungen auf den Markt
Die Baureihen 2025 warten mit zahlreichen Design- und Technikverbesserungen auf und verbinden altbewährte Eigenschaften mit modernen Neuerungen. Auffällige optische Überarbeitungen, verbesserte Anhängelasten und die Integration fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme unterstreichen den Innovations- und Sicherheitsanspruch von Ford und Lincoln. Durch die schnelle Lösung per Software-Update sind weder Motorleistung noch Fahrkomfort oder Wettbewerbsfähigkeit der Fahrzeuge beeinträchtigt.
.avif)
Wie unterscheidet sich dieser Rückruf von bisherigen Aktionen?
Im Gegensatz zu vielen früheren Rückrufen, bei denen oftmals kostenintensive Teile ausgetauscht werden mussten, genügt hier ein Software-Update. Das zeigt, welch großen Stellenwert Technologien in Fahrzeugen inzwischen haben. Dank zügiger Updates per Funk sowie zuverlässiger Unterstützung der Vertragswerkstätten setzen Ford und Lincoln ein Zeichen für unkomplizierte und kundenorientierte Rückrufprozesse.
.avif)
Das sollten betroffene Fahrzeugbesitzer jetzt tun
Vertragshändler werden bis spätestens 11. August 2025 offiziell über den Rückruf informiert. Besitzer eines betroffenen Ford oder Lincoln erhalten zwischen dem 25. und 29. August 2025 ein Benachrichtigungsschreiben zur Problemlösung. Ob Ihr Fahrzeug von der Maßnahme erfasst ist, können Sie ab dem 28. Juli 2025 schnell und einfach mithilfe der Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN) auf der offiziellen NHTSA-Webseite überprüfen. Für weitere Unterstützung steht die Ford-Kundenhotline unter 1-866-436-7332 mit dem Rückrufcode 25S77 zur Verfügung.
Befindet sich Ihr Ford oder Lincoln unter den zurückgerufenen Modellen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und informieren Sie uns, ob Sie das Software-Update bereits erhalten haben.
Quelle: autoevolution
Kommentare