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GMs neuer Vorstoß beim autonomen Fahren
General Motors, der bereits 2017 mit der Fahrerassistenzlösung Super Cruise eine Vorreiterrolle einnahm, intensiviert offenbar erneut seine Bemühungen im Bereich autonomes Fahren. Nachdem Ende letzten Jahres das Cruise-Robotaxi-Programm zurückgefahren und Teile der Mitarbeitenden sowie bestimmte Technologien in das Gesamtunternehmen integriert wurden, richtet sich der Fokus nun erneut auf die Entwicklung fortgeschrittener Selbstfahrsysteme für private Fahrzeuge und darüber hinaus.
Führungswechsel und strategische Neuausrichtung
Diese Neuausrichtung geht auf Sterling Anderson zurück, der seit Mai als Chief Product Officer bei GM tätig ist. Anderson – bekannt für seine Führungsrolle bei der Entwicklung von Teslas Autopilot und als Mitbegründer von Aurora – lenkt den Konzern wieder in Richtung vollständiger autonomer Fahrzeugentwicklungen. Dank seiner umfassenden Erfahrung im autonomen Fahren und mit fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen (ADAS) treibt er intern das Ziel voran, GM als Technologieführer in diesem Segment neu zu positionieren.
Mitarbeiter-Rückgewinnung und Teamaufbau
Laut Bloomberg prüft GM derzeit, zahlreiche ehemalige Cruise-Mitarbeitende zurückzuholen – ein erheblicher Anteil der etwa 1.000 Beschäftigten, die bei der Reduzierung der Cruise-Aktivitäten freigesetzt wurden. Über genaue Zielzahlen schweigt sich GM bislang aus, jedoch steht fest: Man setzt alles daran, Know-how und geistiges Eigentum zu bündeln, um ein vollständig autonomes Fahrzeug zu ermöglichen, während Super Cruise kontinuierlich weiterentwickelt wird.
Technologie-Fahrplan und Autonomiestufen
Ein GM-Sprecher erklärte gegenüber der Presse: „Wir beschleunigen die Entwicklung von Technologien für autonomes Fahren, die ohne aktives menschliches Eingreifen funktionieren.“ Damit rückt der Fokus ganz klar auf Systeme der Stufe 3 und Stufe 4 – also bedingt und hochautomatisiert – die das Fahrzeug in bestimmten Situationen selbstständig steuern können, ohne dass der Fahrer eingreifen muss. Das langfristige Ziel ist eine vollständige Autonomie auf Level 5.
Sensorik, Software und Zulassungsprozesse
Mit verstärkten Investitionen in mehrfache Sensorik (wie Lidar, Radar und Kameras), Rechenleistung an Bord und simulationsbasiertes Testen ist zu rechnen. Die Integration in das bestehende Super Cruise-Ökosystem und die Möglichkeit von Over-the-Air-Updates sind dabei entscheidend, um sowohl sicherheitsrelevante Zulassungen sicherzustellen als auch die Akzeptanz bei Kunden für autonome Features zu erhöhen.

Fahrzeugspezifikationen, Design und Leistung
Obwohl GM noch kein serienreifes autonomes Fahrzeug offiziell vorgestellt hat, dürften zukünftige Projekte auf modularen Elektroplattformen aufbauen, um Effizienz und Reichweite zu optimieren. Ein effektives Thermomanagement der Bordelektronik und ein Innenraumdesign, das auf fahrerlose Anwendungsfälle zugeschnitten ist (etwa Lounge-artige Sitze und innovative Nutzererlebnisse), werden genauso in den Mittelpunkt rücken wie ein ausbalancierter Mix aus Energieeffizienz und Reichweite bei gleichzeitig leistungsfähigen KI-Systemen.
Marktstrategie und Wettbewerbsvergleich
Mit seiner neuen Ausrichtung tritt GM wieder in den Wettbewerb mit Unternehmen wie Waymo, Tesla und weiteren Anbietern von autonomen Systemen. Während Teslas Ansatz vor allem auf kamerabasierte Autopilot-Systeme setzt, plant GM nach seinem aktuellen Ansatz, das freihändige Metier von Super Cruise mit den Erfahrungswerten aus dem Cruise-Robotaxi-Programm zu kombinieren und dabei mehrstufige, redundante Sensornetzwerke für die regulatorische Zulassung einzubinden.
Bedeutung für die Zukunft
Gelingt GM dieses Vorhaben, könnten bahnbrechende Veränderungen folgen: Ein Schub für die Marktreife fortschrittlicher Assistenzsysteme, der nahtlose Übergang von Komfortfunktionen hin zu vollständig autonomer Mobilität – sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich. Für Autofans und Branchenbeobachter bleibt spannend, wie GM Talentgewinnung, technische Fokussierung und Plattformen zu nachweisbar sicherer und breit einsetzbarer Autonomie verbinden wird.
Quelle: carscoops
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