Breakthrough: Die weltweit erste Superyacht mit Wasserstoff-Brennstoffzelle begeistert mit Innovation

Breakthrough: Die weltweit erste Superyacht mit Wasserstoff-Brennstoffzelle begeistert mit Innovation

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Einleitung

Breakthrough tritt als maritimes Pendant zu visionären Elektrofahrzeug-Konzepten auf – eine fast 118 Meter lange Superyacht, angetrieben von Wasserstofftechnologie, die eindrucksvoll demonstriert, wie Brennstoffzellensysteme auch im großen Maßstab funktionieren können. Die als erste Superyacht mit Wasserstoff-Brennstoffzelle weltweit angekündigte und bisher größte Motoryacht, die jemals in den Niederlanden vom Stapel lief, markiert einen entscheidenden Meilenstein an der Schnittstelle von Schiffsbau und zukunftsweisender Antriebstechnologie. Gefertigt wurde sie von Feadship nach einem Design von RWD für Edmiston und verfügt über ein beeindruckendes 3MW-Brennstoffzellensystem von ABB, eingebettet in ein umfassendes Paket aus elektrischen Antrieben und Energiemanagement.

Fahrzeugspezifikationen

Abmessungen & Hauptsysteme

  • Länge: etwa 118 Meter (knapp 400 Fuß)
  • Brennstoffzelle: 3MW Wasserstoff-Brennstoffzellenanlage (bereits mit flüssigem Wasserstoff getestet)
  • Antrieb: Zwei ABB Azipod elektrische Propellereinheiten mit je 3,2MW Leistung
  • Bordenergie: ABB Power- und Energiemanagementsystem (PEMS) sowie Onboard DC Grid
  • Ergänzende Technik: ABB Ability Marine Pilot Control, Ferndiagnosesysteme, Schnittstellen für Landstromanschluss

Hotelbetrieb & Betriebsmodi

Die Breakthrough ist dafür ausgelegt, ihren gesamten Hotelbetrieb – der mehr als 70% des Energieverbrauchs der Yacht bestimmt – vollständig durch Wasserstoff-Brennstoffzellen zu versorgen. Dazu zählen Klimatisierung, Catering, Unterhaltung und alle Gästekomforts. Dank dieser Technologie kann die Yacht bis zu eine Woche lang geräuschlos und emissionsfrei im Ankerbetrieb verbleiben, oder sie bei niedrigen Geschwindigkeiten von etwa 10 Knoten (ca. 18,5 km/h) fortbewegen.

Design & Technik

Das Innen- und Außendesign, entworfen von RWD, verdeutlicht nicht nur die technologische Ambition, sondern berücksichtigt auch die speziellen Anforderungen für kryogene Wasserstofftanks und ein hochentwickeltes Gleichspannungs-Verteilnetzwerk. ABB kombiniert hierfür Automatisierungs-, Elektrifizierungs- und digitale Dienste – Technologien, die bislang eher im automobilen High-End-Bereich als im Yachtbau zum Einsatz kamen. Im übertragenen Sinn agiert das Brennstoffzellenpaket wie ein integrierter Reichweitenverlängerer in Verbindung mit einem leistungsfähigen Energiemanagement, ähnlich modernen Elektrofahrzeugen.

Leistung & Reichweite

Die Breakthrough wurde nicht für hohe Geschwindigkeiten mit Wasserstoffantrieb, sondern vielmehr für emissionsfreien Hotelbetrieb und leisen Hafenverkehr ausgelegt. Während des Hotelbetriebs ermöglicht das 3MW-Brennstoffzellensystem einen stillen und emissionsfreien Aufenthalt im Ankerbereich und das Navigieren in Lärmschutz- oder Emissionszonen. In Kombination mit den beiden 3,2MW Azipods bietet die Plattform eine Redundanz und Manövrierfähigkeit, die High-End-Elektroantrieben aus dem Luxuswagensegment ähnelt – mit gleichmäßiger Kraftentfaltung und präziser Steuerung.

Marktpositionierung & Vergleiche

Die Breakthrough besetzt eine außergewöhnliche Position im Spannungsfeld aus Superyacht-Luxus, fortschrittlicher Schiffsantriebstechnik und Nachhaltigkeit. Im Marktvergleich steht sie für einen Aufbruch, wie ihn auch Premium-Autohersteller mit ihren Wasserstoff- oder Elektromodellen erlebten. Im Gegensatz zu batterieelektrischen Yachten kann hier die gesamte Bordinfrastruktur über längere Zeit versorgt werden, ohne die Gewichtsnachteile riesiger Batteriespeicher. Zudem geht ein Flüssigwasserstoff-Bunkerprozess deutlich schneller als das Laden großer Akkus. Im automobilen Bereich lässt sich das mit den bekannten Diskussionen um Batterie- vs. Brennstoffzellenfahrzeuge vergleichen, bei denen Infrastruktur, Masse und Ladezeit die zentralen Unterschiede bilden.

Regulierung, Branchen- & Sektorübergreifende Wirkung

Da Projekte dieser Größenordnung bislang ohne Vorbild waren, mussten Feadship, Edmiston, Lloyd’s Register und andere Partner komplett neue Sicherheits- und Ausstattungsstandards definieren und regulatorische Richtlinien schaffen. Das technische Know-how aus der Breakthrough fließt bereits in andere Bereiche ein: Die von PowerCell entwickelte Brennstoffzellentechnik findet schon Anwendung in norwegischen Fähren. Ähnlich wie Automobilinnovationen oft auf Busse oder Lieferflotten übertragen werden, steigen nun auch andere Schiffstypen ein.

Betankung & Betriebsvorbereitung

Erstmals konnte Breakthrough einen Tankvorgang mit flüssigem Wasserstoff über Air Products erfolgreich absolvieren und auch weitere Betankungsprozesse bestätigen, wodurch die Liefer- und Logistikstrukturen für kryogenen Wasserstoff im Yachtsegment bewiesen wurden. Für Automobilisten gleicht das dem Aufbau eines Tankstellennetzwerks für Wasserstofffahrzeuge – denn Infrastruktur ist oft genauso entscheidend wie die Fahrzeuginnovation selbst.

Fazit

Ob die Eignerschaft privat bleibt oder nicht, die Breakthrough wird definitiv ein Highlight auf der kommenden Monaco Yacht Show sein. Besonders bedeutsam aber ist, dass sie zeigt, wie Brennstoffzellentechnologie und umfassende Energiemanagementsysteme auch auf großformatige Schiffsplattformen ausrollbar sind und so den Weg für emissionsfreie Antriebe in vielen Verkehrssektoren bereiten.

Quelle: autoevolution

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