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Emira wird 2027 zum Plug-in-Hybrid
Lotus hat offiziell bestätigt, dass der Sportwagen Emira eine Plug-in-Hybrid-Variante (PHEV) sowie ein gezieltes Upgrade für das V6-Modell im Rahmen eines für 2027 geplanten Facelifts zur Euro‑7-Konformität erhalten wird. Das Unternehmen erklärt, dass die Emira das gleiche "Hyper Hybrid"-System übernehmen wird, das in der Modellpalette eingeführt wird – eine Technologie, die Lotus voraussichtlich noch dieses Jahr in einem SUV debütieren lässt, wahrscheinlich beim Eletre.
Warum die Änderung wichtig ist
Der Schritt markiert eine strategische Neuausrichtung von Lotus, um sich an die strengeren Euro‑7-Emissionsvorgaben und veränderte Käuferpräferenzen anzupassen. Der bisherige Vierzylinder-Emira Turbo — angetrieben von einem Mercedes‑AMG-Benzinmotor — steht offenbar zur Überprüfung und könnte im Zuge der EU7-Überarbeitung eingestellt werden. Lotus wies außerdem darauf hin, dass der derzeitige Emira V6 mit Toyota-Motor nicht einfach zu erfüllen ist, um die neue Emissionsnorm ohne erhebliche Änderungen einzuhalten, weshalb das Unternehmen stattdessen PHEV-Lösungen verfolgt.
Design- und Technik-Kooperation
Die Einführung der PHEV-Technologie für die Emira spiegelt eine engere Zusammenarbeit zwischen dem in China ansässigen Lotus Technology und Lotus Cars im Vereinigten Königreich wider. Diese Konsolidierung zielt darauf ab, technische Synergien und Effizienzgewinne zu erschließen, indem Funktionen gebündelt und der Technologietransfer zwischen den elektrifizierten und leistungsorientierten Abteilungen beschleunigt wird. CEO Feng Qingfeng betonte die erwarteten Effizienzgewinne während der Ergebnispräsentation zum zweiten Quartal und bekräftigte zugleich das Bekenntnis des Unternehmens, Hochleistungsentwicklung in Großbritannien zu verankern.
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Bitte beachten: Alle Bilder, Bildunterschriften und Platzierungen aus der ursprünglichen Lotus-Ankündigung bleiben unverändert und sind bei redaktioneller Verwendung beizubehalten.
Performance- und Antriebsdetails
Lotus hat noch keine vollständigen technischen Daten für die Emira PHEV veröffentlicht, doch die Kennzeichnung "Hyper Hybrid" deutet auf eine hochleistungsfähige PHEV-Architektur hin, die einen aufgeladenen Verbrennungsmotor mit einem oder mehreren Elektromotoren und einem für Leistung sowie nutzbare elektrische Reichweite optimierten Batteriepack kombiniert. Lotus’ frühere PHEV-Experimente — ein Evora-Prototyp mit der Bezeichnung 414E — verwendeten einen kleinen 1,2‑Liter-Dreizylinder-Benziner, einen Elektromotor und eine 17‑kWh-Batterie, die eine mögliche rein elektrische Reichweite von etwa 35 Meilen bot. Obwohl der 414E nie in Serie ging, liefert seine Konfiguration einen Referenzpunkt dafür, wie Lotus elektrische Reichweite und bedarfsorientierte Leistung in der Emira ausbalancieren könnte. Diese Entwicklung stärkt die Position der Emira als Hybrid-Sportwagen mit Betonung auf Leichtbau und Fahrdynamik.

Spezifikationen und erwartete Werte
Wesentliche erwartete Merkmale für die Emira PHEV 2027 umfassen: - Ein kombiniertes Benzin‑Elektro-Antriebssystem, abgestimmt auf kräftiges Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich und schnelle Gasansprechverhalten - Eine Batteriegröße, die bedeutendes rein elektrisches Fahren im Stadtverkehr ermöglicht (wahrscheinlich im Bereich von 15–25 kWh, basierend auf Lotus' früheren Prototypen) - Erhaltenes Leichtbau-Chassis und fahrdynamikorientierte Fahrwerkabstimmungen, um die charakteristische Lotus-Sportlichkeit zu bewahren - Schnelle Ladefähigkeit und optimiertes Energiemanagement für performance-orientiertes Fahren
Marktpositionierung und Wettbewerber
Mit dieser PHEV-Strategie will Lotus die Emira gegenüber anderen leistungsorientierten Hybrid-Sportwagen von Premium-Marken wettbewerbsfähig halten, die elektrifizierte Optionen anbieten, um die verschärften Emissionsvorgaben zu erfüllen. Die Emira PHEV wird Käufer ansprechen, die sportliche Fahrdynamik mit reduzierten Emissionen und lokalem elektrischen Fahrbetrieb wünschen — eine Positionierung zwischen reinen Verbrenner-Sportwagen und voll elektrischen Hochleistungsmodellen wie dem Eletre und der Limousine Emeya.

Geschäftlicher Kontext: Arbeitsplätze, Produktion und Absatz
Die Ankündigung erfolgt in einem turbulenten Umfeld für Lotus. Das Unternehmen gab Pläne bekannt, Lotus Technology mit Lotus Cars zu kombinieren, und veröffentlichte später erhebliche Stellenkürzungen im Vereinigten Königreich. Obwohl Lotus die Entlassungen nicht ausdrücklich mit dem Emira-Programm verknüpfte, betonte CEO Feng, dass die Konsolidierung Effizienzen erzeugen und die Hochleistungsentwicklung am Standort Hethel in Norfolk stärken werde. Die Fortsetzung der Emira-Produktion bietet den Mitarbeitern eine gewisse Sicherheit nach der vorübergehenden Aussetzung des geplanten elektrischen Nachfolgers und einem starken Einbruch der US-Verkäufe infolge erhöhter Importzölle zu Jahresbeginn. Die Exporte in die USA wurden im Juli wieder aufgenommen, nachdem das Vereinigte Königreich eine Zollsenkung von 27,5 % auf 15 % ausgehandelt hatte.
Finanzüberblick
Lotus meldete einen Nettoverlust von 313 Millionen US-Dollar (231,6 Mio. £) im ersten Halbjahr 2025, eine Verbesserung gegenüber einem Verlust von 424 Mio. $ in der vorangegangenen Halbjahresperiode. Die Auslieferungen fielen im ersten Halbjahr 2025 um fast 50 % auf 2.813 Einheiten, und die Emira-Stückzahlen sackten um 64 % auf 891 Einheiten ab, da Exporte in die USA pausiert waren. Trotz der Rückschläge verzeichnet Lotus steigende Q2‑Verkäufe seiner Eletre- und Emeya-EV-Modelle in China, unterstützt durch überarbeitete Eletre-Varianten.
Fazit und Ausblick
Die Emira PHEV ist Lotuss pragmatische Antwort auf Euro‑7 und die Marktrealität: die sportliche DNA der Emira bewahren und gleichzeitig elektrifizierte Effizienz unter dem Hyper Hybrid-Banner anbieten. Für Enthusiasten und Käufer entwickelt sich die Emira 2027 zu einer attraktiven Mischung aus klassischer Lotus-Fahrdynamik und moderner Hybrid-Performance.
Quelle: autocar.co
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