Bentley bestätigt Luxury Urban SUV – Vorserienstart 2026

Bentley startet die Vorserienproduktion seines kompakten Luxus‑Elektro‑SUVs «Luxury Urban SUV». Vorstellung Ende 2026, erste Auslieferungen 2027. Details zu Batterie, Reichweite und Preis folgen 2026.

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Bentley bestätigt Luxury Urban SUV – Vorserienstart 2026

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Bentley bestätigt Luxury Urban SUV – Vorserienproduktion gestartet

Bentley hat die Vorserienproduktion seines bislang ambitioniertesten Modells begonnen: ein rein elektrisches, kompaktes Luxus‑SUV, das das Unternehmen vorläufig als „Luxury Urban SUV“ bezeichnet. Die in Crewe ansässige Marke, Teil des Volkswagen Konzerns, plant die offizielle Vorstellung des neuen Elektrofahrzeugs Ende 2026, die ersten Kundenlieferungen sollen 2027 erfolgen. Für Käufer in den USA bedeutet das voraussichtlich ein Angebot ab dem Modelljahr 2027.

Mögliche Namen und Positionierung

Das Fahrzeug ist offiziell noch unbenannt, wird aber allgemein erwartet, unter Namen wie Mayon oder Barnato auf den Markt zu kommen; der Name Mayon wurde bereits Anfang 2025 beim EU‑Amt für geistiges Eigentum registriert. Als Modell unterhalb des Bentayga positioniert, zielt dieses Sub‑Bentayga auf anspruchsvolle städtische Käufer ab, die Bentley‑Veredelung in einem kompakteren Format suchen. Die Intention ist, traditionelle Markenwerte wie handwerkliche Innenausstattung, hochwertige Materialien und eine besonders komfortable Komfortabstimmung zu erhalten, dabei aber eine kleinere, urbanere Fahrzeugkarosserie mit moderner Elektromobilität zu kombinieren.

Größe, Ladeangaben und Batterieerwartungen

Bentley hat bestätigt, dass das neue SUV unter 5,0 Metern Gesamtlänge liegen wird (unter 197 Zoll) und damit kürzer ist als die aktuellen V6‑ und V8‑Modelle der Marke. Ein zentrales Argument in der Kommunikation ist die sehr schnelle Ladefähigkeit: Bentley gibt an, das Fahrzeug könne in weniger als sieben Minuten rund 100 Meilen (etwa 160 Kilometer) zusätzliche Reichweite aufnehmen. Diese Angabe wird besonders bei Käufern von Premium‑Elektroautos Aufmerksamkeit erregen, denn sie impliziert sehr hohe Ladeleistungen und eine ausgefeilte Batterietemperatur‑ und Thermomanagementstrategie.

Bislang liegen von Bentley aber noch keine detaillierten Angaben zu Zellchemie, Nennspannung oder nutzbarer Batteriekapazität vor. Branchenbeobachter gehen aufgrund der kompakten Fahrzeugabmessungen von einem Batteriepaket aus, das etwas über den 95 kWh netto liegt, die Porsche im Macan Electric verwendet, aber vermutlich kleiner ist als die größten PPE‑basierten Pakete. Zur Einordnung: Der 2026er Cayenne Electric von Porsche nutzt die Premium Platform Electric (PPE) und bietet in der Serienauslegung rund 108 kWh nutzbare Kapazität, wobei die Batterie strukturell in die Fahrzeugarchitektur integriert ist, um den Schwerpunkt zu senken und Steifigkeit zu erhöhen.

Die Schnellladeangabe von „~100 Meilen in unter 7 Minuten“ legt technische Rahmenbedingungen nahe: eine hohe Systemspannung (möglicherweise eine 800‑Volt‑Architektur oder eine optimierte 400‑Volt‑Topologie mit Leistungsverstärkung), sehr hohe DC‑Ladeleistungen im Bereich von mehreren hundert Kilowatt, geeignete Kühlung der Zellen und ein Batterieaufbau, der schnelles Laden ohne übermäßige Alterung ermöglicht. Für ein Premium‑Fahrzeug ist auch denkbar, dass Bentley mit Zellformaten und chemischen Zusammensetzungen arbeitet, die hohe Energiedichten, schnelle Ladefähigkeit und eine langfristig stabile Ladezyklen‑Performance balancieren — etwa NMC‑Basierte Zellen mit höherem Nickelanteil oder Weiterentwicklungen mit Silizium‑Dotierung in der Anode.

Wichtig ist zudem die Unterscheidung zwischen Brutto‑ und Netto‑Kapazität: Hersteller geben bei Elektroautos mittlerweile häufig die nutzbare Kapazität an, die nach Sicherheitspuffern effektiv für den Fahrbetrieb zur Verfügung steht. In einem Luxussegment, in dem Kunden hohe Standards in Komfort und Reichweite erwarten, wird Bentley voraussichtlich die nutzbare Kapazität optimieren, um realistische Reichweitenangaben zu liefern und gleichzeitig die Batteriehaltbarkeit zu sichern.

Antriebsstrang und Reichweiten‑Abwägungen

Als Bentley darf man erwarten, dass der Luxury Urban SUV serienmäßig mit Dual‑Motor-Allradantrieb angeboten wird, um den markentypischen Ansprüchen hinsichtlich Leistung, Traktion und dynamischem Fahrverhalten gerecht zu werden. Ein duales Motoren‑Setup bietet in der Praxis Vorteile bei Beschleunigung, Fahrdynamik und Allradkontrolle, hat jedoch meist einen negativen Effekt auf die maximale Reichweite im Vergleich zu einer einzelnen Heckmotor‑Konfiguration mit Hinterradantrieb.

Zum Vergleich: Das single‑motorige Macan Electric‑Modell erreicht unter idealen Bedingungen Reichweiten bis zu etwa 315 Meilen (507 km). Solche Werte werden allerdings oft unter sehr spezifischen Testbedingungen gemessen; realistische Verbrauchs‑ und Reichweitenwerte hängen stark von Temperaturoptionen, Fahrprofil, Zuladung und Klimatisierungsbedarf ab. Bentley wird daher das Antriebsmanagement, Rekuperationsstrategien und Fahrprogramme so abstimmen müssen, dass Kunden ein ausgeglichenes Verhältnis aus Performance und Alltagstauglichkeit erhalten.

Neben der Motoranzahl spielen auch Übersetzungen, Getriebeabstimmungen, Aerodynamik‑Design und das Fahrzeuggewicht eine maßgebliche Rolle. Im Luxussegment sind zusätzliche Komfortfeatures wie aktive Luftfederung, Geräuschdämmung und opulente Innenausstattung verbreitet, die das Gewicht erhöhen können — ein Faktor, den Hersteller durch Leichtbau‑Materialien, optimierte Strukturen und die Integration der Batterie in die Fahrzeugarchitektur kompensieren. Ferner kann die Wahl der Reifen, Bremsanlage und die Software‑Optimierung zur Reduktion des Rollwiderstands dazu beitragen, die Reichweite trotz hoher Leistungsdaten wirtschaftlich zu halten.

Marktstrategie und unternehmensweite Pläne

Bentley hat seine Beyond100+‑Strategie zuletzt an die Marktbedingungen angepasst. Anstatt einer abrupten, vollständig elektrischen Umstellung setzt das Unternehmen auf eine gestufte Transformation: Hybride Antriebe sollen laut aktueller Planung mindestens bis 2035 weiter angeboten werden. Diese Entscheidung spiegelt breitere Fragen der Branche wider, etwa die Nachfrage nach hochpreisigen Elektro‑Luxusautos, regionale Unterschiede in Ladeinfrastruktur und Energiepolitik sowie die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Premium‑EV‑Programmen.

Die Europäische Union strebt derzeit an, den Verkauf neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bis 2035 auslaufen zu lassen, doch Gesetzgeber haben zugleich Ausnahmen für Fahrzeuge mit synthetischen Kraftstoffen signalisiert, die eine alternative Dekarbonisierungsroute eröffnen. Für Bentley als Luxushersteller ergeben sich daraus strategische Optionen: Parallel zur Elektromobilität können weiterhin besonders leistungsstarke Verbrennermodelle oder synthetisch betriebene Fahrzeuge für bestimmte Märkte angeboten werden, solange die Nachfrage besteht.

Im aktuellen Modellportfolio (Ende 2025) bietet Bentley noch V6‑ und V8‑Motoren sowie leistungsfähige Plug‑in‑Hybride an; einige Hybridvarianten sind mit bis zu 771 PS und 738 lb‑ft (1.000 Nm) Drehmoment spezifiziert. Diese Bandbreite zeigt Bentleys Ziel, sowohl traditionelle Kundengruppen als auch neue Käuferkreise zu bedienen, die Wert auf nachhaltigere Antriebe legen, ohne auf Leistung und Luxus verzichten zu müssen.

Auf Unternehmensebene sind zudem Fertigungsfragen, Beschaffungsstrategien und die Integration in den Volkswagen Konzern entscheidend. Die Nutzung gemeinsamer Plattformen wie PPE kann Skaleneffekte, modulare Produktion und Know‑how‑Transfer ermöglichen, während Bentley gleichzeitig seine Markenspezifika — etwa in Interieur‑Materialwahl, Verarbeitungsqualität und Fahrwerksabstimmung — bewahren muss. Ebenso relevant sind Partnerschaften für Batterielieferanten, Ladeinfrastrukturanbieter und Software‑Ökosysteme, die in Kombination über Kundenzufriedenheit und Langzeit‑Wert entscheiden.

Technische Aspekte und Positionierung im Wettbewerbsumfeld

Technisch gesehen stehen mehrere zentrale Entscheidungen an: Wahl der Zellchemie, Systemspannung, thermisches Management, Ladearchitektur, Batteriepuffergröße und Software‑Strategien zur Leistungs‑ und Reichweitenoptimierung. Für ein kompaktes Luxus‑SUV sind Raumökonomie, Sitzkomfort, Geräuschkomfort und eine hochwertige Innenraumarchitektur ebenso wichtig wie die elektrische Reichweite und Ladeperformance.

Im Wettbewerbsumfeld trifft Bentley auf etablierte Premiumanbieter, die bereits Elektro‑SUVs anbieten oder angekündigt haben — darunter Porsche mit dem Macan Electric, Audi, Mercedes‑EQ‑Modelle und neue Wettbewerber aus dem Elektrosegment. Bentleys Anspruch wird sein, sich durch traditionelle Markenwerte (Exklusivität, Handwerk, Komfort) zu differenzieren und gleichzeitig moderne EV‑Funktionen wie sehr schnelle Ladezeiten, fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme und vernetzte Dienste zu liefern. Diese Kombination aus Heritage‑Markenwerten und technologischen USP könnte das Fahrzeug für wohlhabende, städtische Käufer besonders attraktiv machen.

Produktions- und Lieferkette

Die Vorserienproduktion in Crewe ist ein wichtiger Schritt zur Serienreife: Prototypen und Vorserienfahrzeuge ermöglichen umfassende Tests zur EMV, Temperatur‑ und Klimabeständigkeit, Ladezyklen‑Analyse und Langzeit‑Erprobung im realen Verkehr. Parallel werden Zulieferketten für Batteriemodule, Leistungselektronik und hochwertige Innenraummaterialien finalisiert. Insbesondere im Luxussegment sind spezifische Lieferanten für Leder, Holzapplikationen und maßgeschneiderte Oberflächen gefragt, was die Komplexität in der Beschaffung erhöht.

Was als Nächstes zu erwarten ist

Für 2026 sind weitere technische Enthüllungen zu erwarten: detaillierte Angaben zur Batteriechemie, nominelle und nutzbare Kapazität, offizielle WLTP‑ oder EPA‑Reichweiten, Ladeleistungskurven, Plattformdetails sowie Preisstruktur und Ausstattungsvarianten. Bentley wird versuchen, klassische Markenattribute wie den Fahrkomfort, eine ruhige Kabine und handwerkliche Innenraumqualität mit EV‑Eigenschaften wie schneller DC‑Ladefähigkeit, sofortigem Drehmoment und vernetzter Software zu verbinden.

Aus Sicht der Kunden und der Fachpresse sind darüber hinaus realitätsnahe Verbrauchstests, Schnelllade‑Zyklen in unterschiedlichen Temperaturzonen und Langzeit‑Berichte zur Batteriealterung entscheidend, um die tatsächliche Alltagstauglichkeit beurteilen zu können. Ebenso werden Tests zu Fahrdynamik, Geräuschkomfort, Fahrassistenzsystemen und der Ladeinfrastruktur‑Integration im urbanen Kontext von Interesse sein.

Highlights auf einen Blick:

  • Markteinführung: Geplante Vorstellung Ende 2026, Auslieferungen ab 2027
  • Abmessungen: Gesamtlänge unter 5,0 Metern
  • Laden: Bentley gibt an, ~100 Meilen Reichweite in unter 7 Minuten laden zu können
  • Antriebsstrang: Höchstwahrscheinlich Dual‑Motor Allrad als Serienausstattung
  • Mögliche Modellnamen: Mayon oder Barnato

Ob das Modell letztlich Mayon oder einen anderen Namen tragen wird: Der Luxury Urban SUV markiert für Bentley einen wichtigen Schritt. Ziel ist, Ultra‑Luxus‑Anspruch mit einer schnellen Ladenutzbarkeit und einer für den städtischen Einsatz geeigneten Dimension zu verbinden — Eigenschaften, die viele Premium‑Kunden inzwischen voraussetzen.

In den kommenden Monaten sind zusätzliche Details zu Performance‑Daten und ersten Fahreindrücken zu erwarten, sobald Bentley von Vorserienaufbauten in die Serienproduktion übergeht. Für Interessenten bedeutet das: es bleibt spannend, wie Bentley die Balance zwischen Tradition und moderner Elektromobilität umsetzt, wie die finalen technischen Spezifikationen ausfallen und welche Preis‑ und Service‑Modelle das Unternehmen für diese neue Fahrzeugklasse anbietet.

Quelle: autoevolution

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