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Mazdas überarbeitete CX-60 und CX-80 kommen nach Europa – mit Überraschung unter der Haube
Mazda führt Mittezyklus-Updates für die Modelljahre 2026 des CX-60 und CX-80 ein. Die Änderungen gehen weit über neue Lackfarben hinaus: Ab Frühjahr 2026, wenn die Fahrzeuge in Europa und ausgewählten Asien-Pazifik-Märkten in den Handel gelangen, erhalten beide SUV umfassende Verbesserungen in den Bereichen Leistung, Sicherheit und Innenraumqualität. Zudem bringt Mazda eine relevante Antriebstechnologie mit, die die schrittweise Ausrichtung auf nachhaltigere Kraftstoffoptionen unterstreicht.
Neuigkeiten im Überblick
- Euro6e-bis Emissionskonformität für das gesamte Modellprogramm
- Dieselvarianten für die Nutzung von HVO100 erneuerbarem Diesel freigegeben
- Driver Emergency Assist (DEA) mit Fahrerüberwachung (Driver Monitoring)
- Innenraum-Upgrades in den Homura- und Homura-Plus-Ausstattungen: gesteppte Nappa-Lederbezüge, zweifarbiges Lenkrad, Armaturenbrett mit Velours-Optik
- Schalldämmende Frontscheiben für reduziertes NVH (Noise, Vibration, Harshness) im Innenraum
- Neue 20-Zoll-Radoberflächen und neue Außenfarbe Polymetal Grey
- Erweiterte Konnektivität: Amazon Alexa und Hybrid-Navigation mit sieben Jahren kostenfreier Kartenupdates

HVO100-Freigabe – ein praxisnaher Schritt zu saubererem Diesel
Eine der wichtigsten Nachrichten ist die Zertifizierung der Dieselvarianten des CX-60 und CX-80 für HVO100. Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) ist ein erneuerbarer Diesel, der aus 100 % Abfall- und Reststoffen pflanzlicher Öle sowie tierischer Fette gewonnen wird und durch Hydrierung zu einem Kraftstoff verarbeitet wird, der chemisch konventionellem Diesel ähnelt. Dieser Prozess entfernt Sauerstoffverbindungen und erzeugt ein stabiles, paraffinisches Produkt, das in vielen Motoren mit vorhandener Hardware genutzt werden kann, sofern der Hersteller die Freigabe erteilt.

In der Praxis bietet HVO100 eine bedeutende Reduktion der Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus, verglichen mit fossilem Diesel. Der genaue Effekt hängt von Rohstoffbasis, Produktionskette und den zugrunde liegenden Lebenszyklusanalysen ab, doch HVO wird in der Regel als ein wirkungsvoller Schritt zur Dekarbonisierung von Flotten betrachtet. Wichtiger Hinweis: HVO100 ist kein einfaches Kochöl aus der Küche, sondern ein industriell aufbereiteter Kraftstoff mit definierten Spezifikationen. Durch Mazdas offizielle Freigabe erhalten Flottenbetreiber und umweltbewusste Käufer eine realistische, niedrig-kohlenstoffige Alternative ohne sofortigen Umstieg auf vollelektrische Fahrzeuge.
Technisch betrachtet reduziert HVO den Anteil an aromatischen Verbindungen und erhöht den paraffinischen Anteil im Kraftstoff, was zu saubererem Verbrennen und oft zu niedrigeren lokalen Schadstoffemissionen (z. B. Partikel, Ruß) führen kann. Aus Sicht der Motorentwicklung ist die Materialverträglichkeit, Kraftstoffsystemkompatibilität und die Langzeitstabilität relevant; daher sind Herstellerfreigaben wie die von Mazda essenziell, bevor Betreiber HVO in großem Maßstab verwenden.
Für Flotten hat die Freigabe unmittelbare Vorteile: geringere CO2-Bilanz, mögliche regulatorische Vergünstigungen in Regionen mit Anreizen für erneuerbare Kraftstoffe sowie positive PR-Effekte beim Thema Nachhaltigkeit. Herausforderungen bleiben die Verfügbarkeit von HVO100 an Tankstellen, Preisgestaltung gegenüber fossilem Diesel und die Frage, wie schnell Versorgungsnetze skaliert werden können, um eine breite Nutzung zu ermöglichen.
Sicherheit und Fahrerassistenz
Mazda verstärkt die aktive Sicherheit mit dem Driver Emergency Assist (DEA), der mit einem In-Cabin Driver Monitoring-System arbeitet. Ziel der Kombination ist es, plötzlich auftretende medizinische Notfälle zu erkennen, das Fahrzeug gegebenenfalls zu übernehmen, die Geschwindigkeit zu reduzieren und das Auto an einer sicheren Stelle zum Stillstand zu bringen. Solche Funktionen sind besonders relevant für Familien, Dienstleister und Flottenbetreiber, die besonderen Wert auf Insassenschutz legen — gerade in größeren, langfristig eingesetzten SUV-Modellen.
Der DEA nutzt eine Mischung aus Sensorik: Kameras im Innenraum, Fahrdynamikdaten und Umfeldsensoren werden kombiniert, um zu beurteilen, ob der Fahrer handlungsfähig ist. Erkennt das System einen Ausfall des Fahrers (zum Beispiel Bewusstseinsverlust oder einen längeren Kontrollverlust), initiiert es geordnete Maßnahmen – Warnungen, automatisches Abbremsen, Aktivierung der Warnblinkanlage und, wenn verfügbar, Lenkeingriffe und Einleitung eines Stopp-Manövers. Bei aktiviertem Driver Monitoring wird zusätzlich geprüft, ob Augen- und Kopfbewegungen auf Aufmerksamkeit schließen lassen. Diese technischen Komponenten erhöhen die Robustheit der Funktion und reduzieren Fehlalarme.
Darüber hinaus übernimmt der CX-60 nun die komplette Sicherheits- und Assistenzsuite des größeren CX-80, womit Technologieunterschiede zwischen den Modellen geschlossen werden. Dazu gehören adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurhalteassistenten, Querverkehrswarner, Notbremsassistent und weitere fortgeschrittene Fahrerassistenzsysteme (ADAS). Solche Systeme tragen dazu bei, Euro NCAP-Bewertungen, Kundensicherheit und den Wiederverkaufswert zu steigern und positionieren Mazda konkurrenzfähig im Segment der premium-gerichteten Crossover und SUVs.

Innenraum, Komfort und Veredelung
In den Ausstattungslinien Homura und Homura Plus führt Mazda ein neues, helles Tan-Interieur ein: gesteppte Nappa-Ledersitze, ein zweifarbiges Lederlenkrad und ein Armaturenbrett mit Velours- beziehungsweise Suede-Optik heben den Innenraum spürbar Richtung Near-Premium. Solche Material- und Verarbeitungs-Upgrades zielen darauf ab, die Wahrnehmung von Qualität zu steigern und das Fahrerlebnis komfortabler zu machen, besonders auf langen Strecken.
Zur akustischen Komfortverbesserung trägt die Einführung von schalldämmendem Glas an den vorderen Türen bei. Reduzierte NVH-Werte (Noise, Vibration, Harshness) verbessern nicht nur das subjektive Wohlbefinden, sondern beeinflussen auch die Akustik von Infotainment- und Sprachsteuerungssystemen positiv. Gerade bei Premium-orientierten Kunden ist ein ruhiger, vibrationsarmer Innenraum ein wichtiges Entscheidungskriterium.
Designseitig gibt es neue 20-Zoll-Felgenoberflächen: Metallic Silver für den CX-60 Exclusive und Bright Silver für den CX-80 Exclusive. Außerdem ersetzt die neue Außenfarbe Polymetal Grey das bisherige Sonic Silver – ein subtiler, aber effektiver optischer Schritt, um das Modellprogramm zeitgemäß und wertig wirken zu lassen.

Neben Material- und Akustikmaßnahmen hat Mazda auch ergonomische Details überarbeitet: Sitzkonturen, Belüftungskonzepte, Stauraumlösungen und die Haptik von Schaltern und Bedienelementen wurden feinjustiert, um das langzeitige Fahrer- und Passagiererlebnis zu verbessern. Solche Maßnahmen erhöhen die Wahrnehmung von Wertigkeit und können bei Gebrauchtwagenbewertungen positiv wirken.
Konnektivität und Navigation
Mazda erweitert die digitale Ausstattung mit Amazon Alexa für die Sprachsteuerung im Fahrzeug. Mit Alexa lassen sich kompatible Smart-Home-Geräte steuern, Navigation und Medien per Spracheingabe bedienen sowie Informationen abrufen – ein Komfortplus, das die Nutzererfahrung moderner Connected Cars verbessert.
Besonders hervorzuheben ist das Hybrid-Navigationssystem im CX-60, das lokale Routenberechnung an Bord mit cloudbasierten, vernetzten Aktualisierungen kombiniert. Zu den Vorteilen gehören alternative Routenberechnungen in Echtzeit, optimierte Points-of-Interest-Suche und eine zuverlässige Kartenpflege: Mazda bietet sieben Jahre kostenfreie Kartendaten-Updates an. Für Kunden, die ihr Fahrzeug mehrere Jahre behalten, ist das ein klarer funktionaler Mehrwert, da aktuelle Karten, Navigationsdaten und POIs die Alltagstauglichkeit und Langzeitzufriedenheit erhöhen.
Operational gesehen bedeutet Hybrid-Navigation: Das System kann auch bei temporärem Verlust der Mobilfunkverbindung weiterhin navigieren, während die vernetzten Dienste ergänzend sofortige Informationen zu Verkehrslage, Baustellen oder POIs liefern. In Kombination mit Over-the-Air-(OTA)-Funktionen, falls verfügbar, lassen sich Software- und Kartenaktualisierungen effizient verteilen.
Positionierung der Modelle im Mazda-Portfolio
Der CX-60 und CX-80 gehören zur erweiterten SUV-Familie von Mazda, zu der außerdem CX-3, CX-30, der komplett neue CX-5, der US-orientierte CX-50 sowie die größeren CX-70 und CX-90 zählen. Der CX-60 ist ein zweitüriger? Entschuldigung, ein zweitüriger ist falsch; korrekt: der CX-60 ist ein zweitüriger Hinweis entferne — der CX-60 ist ein zweitüriger Mid-Size-CUV mit zwei Sitzreihen, das primär für Europa und Asien-Pazifik konzipiert wurde, während der CX-80 drei Sitzreihen bietet und somit Käufer anspricht, die zusätzlichen Platz für Passagiere benötigen. Mazdas Strategie bleibt eindeutig: den Fokus auf Crossovers und SUVs legen, jedoch weiterhin ausgewählte Pkw-Modelle im Programm behalten.
Diese Modellpolitik spiegelt den Markttrend wider, wonach SUVs und Crossover den Großteil des Wachstums im Volumen- und Premiumsegment generieren. Mazda reagiert darauf mit differenzierten Angeboten: vom kompakten Stadt-SUV bis hin zum größeren Familien-SUV mit Drei-Reihen-Layout. Technisch und in Ausstattungslinien positionieren sich CX-60 und CX-80 bewusst nah an Premium-Konkurrenten, um Kunden anzusprechen, die eine Mischung aus Fahrdynamik, Design und gehobener Innenraumverarbeitung suchen.

Die Updates für Mazdas CX-60 und CX-80 2026 konzentrieren sich weniger auf reine Spitzenleistung und mehr auf Veredelung, reale Nachhaltigkeit und Sicherheit, die für Familien und Flottenbetreiber wirklich zählt.
Mit diesen Aktualisierungen bleibt Mazda konkurrenzfähig gegenüber Rivalen im premium-gerichteten SUV-Segment und bietet Käufern mehr Auswahl bei Kraftstoffart und technischer Ausstattung. Händlerverfügbarkeit wird für das Frühjahr 2026 erwartet; Preise und genaue Ausstattungsvarianten werden je nach Markt variieren. Für Käufer bedeutet das: bessere Materialien, erweiterte Sicherheitsfunktionen und praktikable Optionen für eine CO2-ärmere Nutzung ohne sofortige Elektrifizierung.
Aus Käuferperspektive lohnt sich bei Interesse eine Beratung im Mazda-Netzwerk, um die Verfügbarkeit von HVO100 in der Region, mögliche Förderprogramme für erneuerbare Kraftstoffe und die spezifischen Ausstattungsoptionen des gewünschten Modells zu prüfen. Flottenkunden sollten zusätzlich Total Cost of Ownership-Szenarien (TCO) mit HVO-Betrieb durchrechnen, da sich Kraftstoffpreise, Verbrauchswerte und mögliche Steuervorteile auf die Wirtschaftlichkeit auswirken können.
In technischer Hinsicht ist die Freigabe für HVO100 ein pragmatischer Zwischenschritt auf dem Weg zu einer kohlenstoffärmeren Mobilität: Sie reduziert Emissionen dort, wo Elektrifizierung kurzfristig nicht praktikabel ist — etwa bei schweren Fahrzeugen, bei langen Reichweiten oder in Regionen mit unvollständiger Ladeinfrastruktur. Kombiniert mit Mazdas fortlaufenden Verbesserungen in Sicherheit, Akustik und Vernetzung bietet das Updatepaket für 2026 ein stimmiges Gesamtpaket für Kunden, die Wert auf Effizienz, Komfort und moderne Fahrerassistenz legen.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass Mazda mit dem Modelljahr 2026 beides verfolgt: inkrementelle technologische Fortschritte (wie die HVO100-Freigabe und verfeinerte ADAS-Funktionen) und eine qualitative Aufwertung des Interieurs, um die Marke in einem umkämpften Marktsegment weiter zu stärken. Die Kombination aus nachhaltigkeitsorientierten Kraftstoffoptionen, verbesserten Sicherheitsfunktionen und moderner Konnektivität macht die überarbeiteten CX-60- und CX-80-Modelle zu relevanten Kandidaten für Familien, Flotten und individualorientierte Käufer gleichermaßen.
Quelle: autoevolution
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