Samsung: Breites Foldable im Kampf gegen iPhone Fold

Berichte deuten darauf hin, dass Samsung an einem breiten Passport‑Foldable mit 7,6" OLED (4:3) arbeitet. Der Artikel vergleicht Specs, mögliche Funktionen und die Bedeutung im Wettbewerb mit Apples iPhone Fold.

Lukas Schmidt Lukas Schmidt . Kommentare
Samsung: Breites Foldable im Kampf gegen iPhone Fold

7 Minuten

Samsung entwickelt Berichten zufolge ein neues Breitbild-Foldable, das gezielt in Konkurrenz zu Apples gemunkeltem faltbaren iPhone treten soll. Nach aktuellen Leaks setzt das Gerät auf ein Passport‑ähnliches Faltdesign mit einem bemerkenswert breiten Innendisplay und deutet damit auf eine stärkere Ausrichtung auf tabletähnliche, produktivitätsorientierte Nutzung in einem noch taschentauglichen Format hin. Solche Entwicklungen zeigen, wie Hersteller die Grenzen zwischen Smartphone und Tablet weiter verwischen, um unterschiedliche Nutzeranforderungen an Mobilität und Produktivität zu bedienen.

Aus geleakten Spezifikationen zeichnet sich ein klares Bild

Aus Branchenkreisen kursierende Details deuten darauf hin, dass das Innendisplay ein 7,6 Zoll großes OLED‑Panel mit einem 4:3‑Seitenverhältnis haben soll — ein für Foldables ungewöhnlich breites Format, das im geöffneten Zustand eher an ein kleines Tablet erinnert. Ergänzend wird ein Cover‑Display von rund 5,4 Zoll erwartet, das schnelle Aufgaben mit einer Hand und kurze Interaktionen erleichtern soll. Erste Berichte nennen außerdem die mögliche Unterstützung für kabelloses Laden mit bis zu 25W, was auf eine stärkere Integration von Ladeoptionen hindeutet, die sonst eher in Flaggschiff‑Smartphones zu finden sind.

Die Kombination aus großem Innendisplay und kompakter Außenanzeige legt nahe, dass Samsung eine Balance zwischen Produktivität, Medienkonsum und Alltagstauglichkeit anstrebt. Ein 4:3‑Verhältnis bietet mehr nutzbare Fläche für Split‑Screen‑Multitasking, Dokumentenbearbeitung und kreative Anwendungen als die schmaleren, länglichen Displays vieler aktueller Foldables. Technisch gesehen würde ein 7,6 Zoll OLED‑Panel auch die Voraussetzung für höhere Farbtreue und Kontrast bei der Darstellung von Inhalten schaffen, vorausgesetzt, Samsung nutzt hochwertige OLED‑Substrate und entsprechende Kalibrierungen.

  • Innendisplay: 7,6 Zoll OLED, 4:3 Seitenverhältnis
  • Cover‑Display: ~5,4 Zoll
  • Design: Passport‑Stil Faltung
  • Laden: Gerüchte über 25W kabelloses Laden

Vergleich mit Apples gemunkeltem Foldable

Apples häufig als „iPhone Fold“ bezeichnetes Konzept wurde ebenfalls mit einem Innendisplay von etwa 7,58 Zoll in Verbindung gebracht — auf dem Papier nahezu identisch mit dem von Samsung gemeldeten 7,6‑Zoll‑Panel. Die gemeinsamen, 4:3‑nahen Proportionen lassen darauf schließen, dass beide Hersteller denselben Sweet Spot ausloten: eine breitere innere Fläche, die sich besser für Multitasking, Medienwiedergabe und produktivitätsorientierte Apps eignet als die länglichen, telefonähnlichen Foldables.

Aus Sicht der Produktstrategie fällt auf, dass sowohl Samsung als auch Apple offenbar potentielle Nutzer ansprechen, die mehr als nur ein großes Smartphone möchten, aber kein vollwertiges Tablet. Ein breiteres Innenformat ist besonders vorteilhaft für Benutzer, die Office‑Apps, Tabellenkalkulationen, E‑Mails und kreative Tools unterwegs nutzen wollen. Gleichzeitig eröffnet es Entwicklern die Möglichkeit, Anwendungen für ein quasi‑tabletähnliches Erlebnis zu optimieren — etwa durch native Split‑View‑Layouts, angepasste Touch‑Targets und erweiterte Multitasking‑APIs.

Aufseiten der Hardware bleibt allerdings vieles offen: Unterschiede in der Fertigungstechnologie, Scharniermechanik, Materialwahl und Softwareintegration können trotz ähnlicher Displaygrößen zu deutlich unterschiedlichen Nutzererfahrungen führen. Apple könnte etwa stärker auf enge Integration zwischen Hard‑ und Software setzen, während Samsung mit seiner Erfahrung im Bereich faltbarer Displays und mit Galaxy‑Ökosystemservices (wie Samsung DeX) eigene Vorteile offerieren kann.

Leaked Bilder und der Umfragetipp

Vor Kurzem tauchten Bilder eines unveröffentlichten Samsung‑Foldables online auf, die offenbar Teil einer internen Umfrage waren, in der verschiedene Foldable‑Formfaktoren getestet wurden. Solche Umfragedaten stärken die Glaubwürdigkeit des Gerüchts: Sie deuten darauf hin, dass Samsung nicht nur intern über mögliche Designs nachdenkt, sondern aktiv Nutzerpräferenzen für breitere Foldables ermittelt.

Eine Verbraucherumfrage kann mehrere Aspekte beleuchten: Präferenzen für Displayproportionen, Erwartungen an Robustheit, Interesse an Stiftunterstützung, bevorzugte Gewichts‑ und Dickenprofile sowie Zahlungsbereitschaft für neue Formfaktoren. Wenn Samsung tatsächlich mehrere Prototypen gegenüber Endkunden testet, spricht das für eine datengetriebene Herangehensweise bei der Produktentwicklung und verringert die Wahrscheinlichkeit, dass das fertige Produkt eine bloße Konzeptstudie bleibt.

Die geleakten Aufnahmen bieten außerdem Hinweise auf Designentscheidungen wie Rahmendicke, Kameramodule und die Platzierung physischer Tasten. Solche visuellen Details, kombiniert mit Umfragefeedback, geben Samsung die Möglichkeit, kritische Punkte wie Haptik, Griffgefühl und Nutzerführung in einem breiteren Foldable‑Format zu optimieren.

Warum ein breiteres Foldable wichtig ist

Stellen Sie sich ein Gerät vor, das sich beim Öffnen wie ein Mini‑Tablet verhält statt wie ein gestrecktes Smartphone. Ein 4:3‑Innenverhältnis schafft sowohl vertikal als auch horizontal mehr Platz für geteilte Ansichten, kreative Werkzeuge und Dokumente, ohne beengt zu wirken. Für Nutzer, die unterwegs eine „Laptop‑leichte“ Produktivität suchen, könnte ein breiteres Foldable eine bedeutende Alternative zu klassischen Clamshell‑Designs (wie dem Galaxy Z Flip) darstellen.

Die Relevanz dieses Formfaktors liegt nicht nur in der Displaygröße, sondern auch in der Nutzungsphilosophie: Während schmale Foldables oft auf kompakte Mobilität und Einhandbedienung optimiert sind, orientieren sich breitere Foldables an produktivitätsbezogenen Workflows. Das betrifft unter anderem:

  • Multitasking‑Workflows: Leichtere Aufteilung in mehrere Fenster mit gleichzeitiger Sicht auf Inhalt und Werkzeuge.
  • Kreativanwendungen: Größere Zeichenflächen für Skizzen und Bildbearbeitung, besonders in Verbindung mit einem aktiven Eingabestift.
  • Medienkonsum: Bessere Darstellung von Dokumenten, Webseiten und Videos ohne starke Skalierung oder Letterboxing.

Technisch gesehen bringt ein breiteres Display aber auch Herausforderungen mit sich: höhere Anforderungen an die Flexibilität und Haltbarkeit des Materials (etwa Ultra Thin Glass oder flexible Kunststoffschichten), komplexere Scharnierkonstruktionen, die ein homogenes Bild und eine gleichmäßige Druckverteilung gewährleisten müssen, sowie potenziell größere Akku‑ und Wärmemanagementfragen aufgrund der größeren aktiven Fläche. Hersteller müssen diese Kompromisse sorgfältig abwägen, um ein hochwertiges Nutzererlebnis zu gewährleisten.

Was als Nächstes zu beobachten ist

Wenn Samsung eine Vorstellung für 2026 plant, sind in den kommenden Monaten wahrscheinlich weitere Leaks zu Materialien, Scharnierdesign, Akkukapazität und der Frage zu erwarten, ob Samsung Stiftunterstützung oder desktopähnliche Softwarefeatures priorisiert. Auch Preisindikatoren sind relevant, genauso wie die Frage, ob Samsung dieses breite Modell klar von seiner bestehenden Foldable‑Produktlinie (z. B. Galaxy Z Fold und Z Flip) differenzieren wird.

Konkret sollten Beobachter auf folgende Punkte achten:

  • Scharnier- und Faltmechanik: Wie wird der Knick minimiert und die Displayhaltbarkeit verbessert?
  • Stiftunterstützung (S Pen): Wird das breite Foldable native Stiftfunktionen und spezielle Halterungen oder magnetische Befestigungen bieten?
  • Softwareintegration: Welche Anpassungen für Multitasking, Desktop‑Modi (wie Samsung DeX) und App‑Optimierungen sind geplant?
  • Akkulösungen und Laden: Wie groß ist der Akku, und welche Ladeoptionen (kabelgebunden, 25W kabellos) werden unterstützt?
  • Preispositionierung: Wird das Modell als Premiummodell oder als Produkt mit mittlerer Preisdifferenzierung innerhalb der Foldable‑Familie eingeführt?

Für Entwickler und Ökosystempartner bietet ein neuer Formfaktor Chancen: App‑Designer können Oberfläche und Navigation anpassen, größere Touchzonen implementieren und spezielle Multitasking‑Features testen. Für Geschäftskunden und Power‑User könnte ein breiteres Foldable eine attraktive Alternative zu leichteren Laptops werden, vorausgesetzt die Software unterstützt produktive Workflows zuverlässig.

Ob Sie nun ein Early Adopter oder einfach ein Technikbeobachter sind: Der Wettlauf um die Definition des nützlichsten Foldable‑Formfaktors wird interessanter — und breiter. Samsung zeigt mit diesen Leaks, dass die Industrie weiterhin experimentiert und versucht, sinnvolle Nutzungsszenarien zu finden, die über reinen Formfaktor‑Reiz hinausgehen und echte Produktivitätsvorteile bieten.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die vorgestellten Spezifikationen und Umfragedetails zwar vielversprechend klingen, aber erst die endgültige Implementierung und das Ökosystem zeigen werden, ob ein breiteres Foldable tatsächlich die Lücke zwischen Smartphone und Tablet sinnvoll schließt. Kurzfristig sind weitere Leaks und offizielle Hinweise von Samsung zu erwarten — langfristig könnte dieser Formfaktor jedoch das Nutzerverhalten bei mobilen Geräten nachhaltig beeinflussen.

Quelle: gsmarena

"Als Technik-Journalist analysiere ich seit über 10 Jahren die neuesten Hardware-Trends. Mein Fokus liegt auf objektiven Tests und Daten."

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