Galaxy S25 FE: DxOMark enthüllt große Kamera-Schwächen

DxOMark bewertet die Kamera des Samsung Galaxy S25 FE mit 118 Punkten und zeigt hardwarebedingte Schwächen: kleinere Sensoren, Detailverlust bei Ultraweitwinkel und Tele sowie inkonsistente Video‑HDR. Empfehlungen und Alternativen.

Tim Becker Tim Becker . Kommentare
Galaxy S25 FE: DxOMark enthüllt große Kamera-Schwächen

8 Minuten

Das preisbewusste Galaxy S25 FE von Samsung versprach Flaggschiff-Optik zum Mittelklasse-Preis, doch DxOMarks neueste Kameratests zeigen erhebliche Kompromisse, die seine Bildqualität deutlich schwächen.

Wo die Kamera schwächelt

DxOMark hat das Galaxy S25 FE dem üblichen Prüfprogramm für Foto- und Videoaufnahmen unterzogen und dem Gerät eine überraschend niedrige Gesamtbewertung von 118 Punkten gegeben, womit es auf Platz 123 des weltweiten Kamera-Rankings landete. Diese Bewertung setzt das S25 FE hinter älteren Geräten wie dem iPhone 12 Pro Max, iPhone 13 und Google Pixel 6a — die in früheren Reviews alle um die 122 Punkte erzielten. Für ein Modell, das als erschwingliche Alternative zum Galaxy S25+ positioniert wurde, ist das ein unglückliches Ergebnis.

Die hardwareseitigen Entscheidungen von Samsung erklären dieses Resultat zu einem großen Teil. Zum Zeitpunkt des Tests kostete das 128‑GB‑Modell in den USA etwa 499 US-Dollar, während das S26+ deutlich teurer beginnt. Um dieses Preispunkt zu erreichen, tauschte Samsung den Snapdragon 8 Elite gegen den eigenen Exynos 2400 und reduzierte Größe und Leistungsfähigkeit einzelner Kamerakomponenten. Das Dreifach-Kamerasystem besteht aus einem 50‑MP‑Hauptsensor (1/1,57 Zoll), einem 12‑MP‑Ultraweitwinkel mit kleinem 1/3‑Zoll‑Sensor und einer 8‑MP‑Telekamera mit 3x optischem Zoom. DxOMark hebt insbesondere die kleineren Sensoren als wesentlichen Faktor für die schwächeren Messwerte hervor.

DxOMark‑Bewertung im Kontext

DxOMark betrachtet bei seinen Tests eine Vielzahl von Kriterien: Belichtung, Farbe, Detailgenauigkeit, Rauschverhalten, Dynamikumfang, Autofokus und Stabilisierung bei Videoaufnahmen. Eine Gesamtpunktzahl von 118 reflektiert kumulierte Defizite in mehreren dieser Bereiche. Während einige Smartphones mit ähnlichem Preisniveau durch geschicktes Software‑Tuning oder größere Sensoren bessere Resultate erzielen, zeigt das S25 FE in standardisierten Messungen und in realen Situationen wiederkehrende Probleme.

Foto‑ und Videoqualität unter verschiedenen Bedingungen

Bei gut ausgeleuchteten Standbildern zeigt die Hauptkamera des S25 FE ordentliche Belichtung und weitgehend natürliche Farben; in vielen Situationen liefert sie brauchbare Ergebnisse, die für Social‑Media‑Posts oder Alltagsfotos ausreichen. Allerdings verschlechtert sich die Leistung deutlich beim Wechsel auf Ultraweitwinkel oder Teleobjektiv: Detaildarstellung und Dynamikumfang nehmen ab, wodurch feine Strukturen verloren gehen und Highlights ausbrennen können. Selbst bei Tageslicht tritt sichtbares Rauschen auf, das sich vor allem in feinen Texturen und Schattenbereichen zeigt.

Bei Porträts fällt auf, dass feine Details in Haaren oder Kleidungsstrukturen nicht so gut erhalten bleiben wie bei einigen Wettbewerbern. Die Freistellung wirkt in vielen Fällen akzeptabel, doch bei schwierigen Kanten (z. B. zwischen Haaren und komplexem Hintergrund) sind Fehlzuordnungen häufiger als bei Flaggschiff‑Kameras.

Auch bei Videoaufnahmen offenbart das S25 FE Schwächen: HDR‑Wiedergabe ist inkonsistent, einige Szenen wirken unterbelichtet, und zeitweise treten rosa Farbstiche sowie eine unstabile automatische Weißabstimmung auf. Die Bildstabilisierung leistet in vielen Situationen ihren Dienst, doch bei schnellen Schwenks oder in ressourcenintensiven Szenen kann sie nicht immer Artefakte vermeiden.

Sensorgröße, Optik und Verarbeitung

Die Kombination aus kleinerem Ultraweitwinkel‑Sensor (1/3 Zoll), einer moderaten Telekamera (8 MP) und dem 50 MP großen Hauptsensor begrenzt das Potenzial des Systems: kleinere Sensoren sammeln weniger Licht und erzeugen bei komplexen Lichtverhältnissen schneller Rauschen, zudem ist die Abbildungsleistung bei feinen Details und in dunkleren Motiven eingeschränkt. Optische Komponenten, wie Blendenöffnung und Linsenaufbau, spielen ebenfalls eine Rolle; hier hat Samsung im FE‑Segment sicher Kosten optimiert, was sich in der Bildqualität niederschlägt.

Was das für Käufer bedeutet

Die Analyse von DxOMark legt nahe, dass es sich bei den beobachteten Einschränkungen mehrheitlich um hardwarebedingte Limitationen handelt und weniger um rein softwareseitige Abstimmungsprobleme. Das bedeutet, dass Firmware‑Updates zwar marginale Verbesserungen bringen können, die Hardware‑Grenzen aber nicht vollständig aufgehoben werden. Käufer, die in diesem Preisbereich (ca. 499 USD / entsprechende lokale Preise) besonderen Wert auf eine exzellente Kameraleistung legen, sollten Alternativen in Betracht ziehen.

Alternative Smartphones mit stärkerer Kamera

Modelle wie das Xiaomi 15, das Xiaomi 14T oder Googles Pixel 10 bieten in vergleichbaren Preisregionen oft eine bessere Bildqualität, da sie entweder größere Sensoren, bessere Bildverarbeitungs‑Pipelines oder ein insgesamt ausgewogeneres Kamerakonzept kombinieren. Insbesondere die Pixel‑Serie profitiert von einer starken Software‑Verarbeitung, die Details, Dynamikumfang und Nachtaufnahmen häufig verbessert. Xiaomi setzt bei bestimmten Modellen auf größere Sensoren und hochentwickelte Sensorfusion, was die Detailwiedergabe und Low‑Light‑Fähigkeiten stärkt.

Kaufentscheidung: Wert vs. Kamera

Für Käufer, die das S25 FE wegen des Preis‑Leistungs‑Verhältnisses, der Bauqualität oder des Zugangs zum Samsung‑Ökosystem wählen (z. B. Integration mit Galaxy Watch, SmartThings, DeX), kann das Gerät trotzdem eine attraktive Option sein. Allerdings sollten diese Stärken gegen die klaren Kamerakomponenten‑Einschränkungen abgewogen werden. Wer primär ein Smartphone mit starker Foto‑ und Videoleistung sucht, findet in anderen Geräten des gleichen Preisbereichs eine bessere Balance.

Langfristige Perspektive für die Fan Edition‑Reihe

Die Ergebnisse verdeutlichen ein strukturelles Risiko für Samsungs Fan Edition (FE) Serie: Wenn der Wettbewerb im Mittelklasse‑Segment durch Hersteller wie Xiaomi, Google und andere intensiver wird, werden Einsparungen an kritischen Komponenten wie Kamerasensoren und Optik stärker auffallen. Nutzer erwarten heute, dass Mittelklasse‑Geräte eine akzeptable, wenn nicht sehr gute Kameraleistung bieten — insbesondere, weil Kameraqualität ein ausgewiesenes Kaufargument für viele Konsumenten ist.

Technische Details und Testmethodik

DxOMark testet Geräte systematisch in Labor- und Feldbedingungen. Die Prüfungen umfassen statische Laboraufnahmen zur Messung von Detailauflösung, Rauschverhalten und Dynamikumfang, sowie umfangreiche Feldtests unter wechselnden Lichtverhältnissen zur Analyse von Autofokus, Farbwiedergabe, HDR‑Handling, Porträt‑Funktion und Video‑Stabilisierung. Bei der Bewertung werden auch Software‑Algorithmen berücksichtigt, da sie einen großen Einfluss auf das Endergebnis haben. Dennoch bleibt die physische Sensorgröße ein zentraler limitierender Faktor.

Beispielsweise begrenzt ein 1/3‑Zoll‑Sensor beim Ultraweitwinkel das Signal‑Rausch‑Verhältnis im Vergleich zu größeren Sensoren; dies zeigt sich besonders in Schattenzonen und bei künstlicher Beleuchtung. Die Telekamera mit 8 MP und 3x optischem Zoom erfüllt grundlegende Anforderungen, erreicht aber nicht die Detailtiefe und Schärfe, die bei Telemodulen mit höher auflösenden oder optisch leistungsfähigeren Sensoren möglich ist.

Software‑Optimierung vs. Hardware‑Grenzen

Samsungs Bildverarbeitungs‑Engine kann viele Probleme durch intelligente Algorithmen abmildern: Rauschunterdrückung, KI‑gestützte Detailrekonstruktion und adaptives HDR sind nur einige Beispiele. Doch wenn die physikalischen Datenqualität (Signalstärke, Dynamikumfang) begrenzt ist, stoßen Softwarelösungen an Grenzen. Aggressive Rauschreduzierung kann zu Verlust von Textur und zu „wachsartigen“ Details führen; zu starkes Schärfen erzeugt Artefakte. Ein ausgewogenes Tuning ist möglich, beseitigt aber nicht die fundamentalen Nachteile kleiner Sensoren.

Praktische Empfehlungen für Foto‑Enthusiasten

  • Wenn Sie meistens bei Tageslicht fotografieren und Ihre Aufnahmen hauptsächlich online teilen, kann das S25 FE ausreichend sein.
  • Wer häufig Portraits, Low‑Light‑Aufnahmen oder hochwertige Videoaufnahmen macht, sollte Modelle mit größeren Sensoren oder besserem Videohardware‑Stack bevorzugen.
  • Vergleichen Sie Beispielbilder und Testaufnahmen (Labor‑ und Real‑World‑Samples), bevor Sie sich entscheiden — insbesondere bei Ultraweitwinkel‑ und Teleaufnahmen.
  • Beachten Sie Firmware‑Updates: Hersteller können durch Software Verbesserungen erzielen, aber nicht immer die Hardware‑Limitierungen aufheben.

Konkrete Nutzungsszenarien und Entscheidungsfaktoren

Für folgende Nutzergruppen kann das S25 FE trotz der Kamerakompromisse sinnvoll sein: Nutzer, die Wert auf ein schlankes Design, gute Akkulaufzeit, regelmäßige Software‑Updates von Samsung und Integration in das Galaxy‑Ökosystem legen; Gelegenheitsfotografen, die keine professionellen Ansprüche an Bildqualität haben; und Käufer mit einem begrenzten Budget, die ein solides Gesamtpaket suchen. Für ambitionierte Fotografen, Vlogger oder Content Creator sind dagegen Geräte mit höherer Kameraleistung zu empfehlen.

Zusammenfassende Bewertung

Das Galaxy S25 FE bleibt ein interessantes Mittelklasse‑Smartphone mit attraktiven Eigenschaften in Bezug auf Design, Preis und Ökosystemintegration. Allerdings zeigen die DxOMark‑Tests deutlich, dass Einsparungen bei Prozessor und Kamerahardware messbar sind: kleinere Sensoren, schwächere Tele‑Leistung und inkonsistente Video‑HDR‑Ergebnisse führen zu einer Gesamtbewertung, die hinter manchen älteren oder vergleichbaren Modellen zurückbleibt. Käufer sollten diese Faktoren in ihre Entscheidung einbeziehen, insbesondere wenn Kameraqualität ein zentrales Kriterium ist.

Langfristig muss Samsung die Balance zwischen Preisgestaltung und Kameraleistung in der FE‑Reihe sorgfältig austarieren, um im zunehmend kompetitiven Mittelklasse‑Segment weiterhin erfolgreich zu sein. Für den Moment gilt: Wer maximale Kameraleistung für sein Geld erwartet, sollte Alternativen prüfen; wer hingegen das Gesamtpaket und das Galaxy‑Ökosystem schätzt, findet mit dem S25 FE weiterhin ein konkurrenzfähiges Angebot.

Quelle: gizmochina

"Gaming und E-Sports sind mehr als nur ein Hobby für mich. Ich berichte live von den größten Turnieren und Hardware-Releases."

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