Apple AirTag 2: Mehr Reichweite und lautere Signale

Apple präsentiert den AirTag 2: verbesserte UWB-Reichweite, lautere Signale und erweiterte Freigabeoptionen inklusive Airline-Integration. Datenschutz und recycelte Materialien bleiben zentral.

Lukas Schmidt Lukas Schmidt . Kommentare
Apple AirTag 2: Mehr Reichweite und lautere Signale

6 Minuten

Apple hat den AirTag 2 vorgestellt, eine überarbeitete Version seines kompakten Gegenstandssuchers, die bessere Reichweite, lautere Signale und präzisere Precision Finding verspricht – und das bei unverändertem Preis von 29 US-Dollar. Die aufgefrischte Hardware, zusätzliche Freigabefunktionen und ökologische Materialverbesserungen zielen darauf ab, das Auffinden verlorener Gegenstände und Gepäckstücke merklich zu erleichtern. Für Nutzer, die häufig Schlüssel, Taschen oder Reisegepäck verlegen, stellt der AirTag 2 eine konkrete Optimierung in Sachen Ortung, Vernetzung und Benutzerfreundlichkeit dar.

Größere Reichweite, stärkere Ortung

Die wichtigste Neuerung ist ein UWB-Chip der zweiten Generation (Ultra Wideband) — derselbe UWB-Chip, der bereits in den aktuellen iPhone-17-Modellen, der Apple Watch Ultra 3 und der Apple Watch Series 11 zum Einsatz kommt. Praktisch bedeutet das: Precision Finding führt Sie jetzt bis zu 50 % weiter in der Entfernung als zuvor. Apple kombiniert haptische, visuelle und akustische Hinweise, um Sie zielgenau zu verlorenen Schlüsseln, Taschen oder elektronischen Geräten zu lotsen. Diese Präzisionssuche profitiert sowohl von verbesserter Latenz als auch von einer höheren Ortungsgenauigkeit in komplexen Umgebungen wie Bahnhöfen, Flughäfen oder geschlossenen Räumen.

Auch die Bluetooth-Verbindung wurde optimiert, wodurch sich die allgemeine Reichweite für Grundortungsszenarien erhöht — praktisch beim schnellen Auffinden in einem Haus oder beim Lokalisieren eines Gepäckstücks auf einem belebten Gepäckband. Apple hat Precision Finding zudem auf die Apple Watch erweitert: Nutzer einer Apple Watch Series 9, einer Apple Watch Ultra 2 oder neuer können nun direkt vom Handgelenk aus zu einem AirTag navigieren, ohne das iPhone aus der Tasche nehmen zu müssen. Das ist besonders nützlich bei Outdoor-Aktivitäten, bei denen das Smartphone nicht griffbereit ist, oder beim schnellen Check auf Flughäfen und Bahnhöfen. Sollte sich der Tracker unter Kleidung verbergen oder tief im Koffer liegen, wurde der eingebaute Lautsprecher um 50 % lauter gemacht, damit das akustische Signal aus größerer Entfernung hörbar bleibt. Zusätzlich unterstützen die verbesserten Algorithmen für Signalerkennung nun eine robustere Positionsbestimmung in dicht bebauten oder metallreichen Umgebungen, wo Funkreflexionen sonst die Genauigkeit beeinträchtigen können.

Standort teilen mit vertrauenswürdigen Partnern — inklusive Fluggesellschaften

Eine der praktischsten Ergänzungen ist die erweiterte Funktion "Standort des Gegenstands teilen" (Share Item Location). Damit lässt sich der Standort eines AirTag sicher mit vertrauenswürdigen Dritten teilen — etwa mit Mitarbeitern von Fluggesellschaften —, um die Wiederbeschaffung von verlorenem Gepäck zu beschleunigen. Apple gibt an, dass mehr als 50 Fluggesellschaften dem Programm bereits beigetreten sind. Erste Daten von SITA, einem Dienstleister für die Luftfahrtindustrie, deuten auf vielversprechende Ergebnisse hin: Demnach konnte in teilnehmenden Workflows eine Reduktion von Gepäckverzögerungen um etwa 26 % verzeichnet werden, während nicht wiedergefundenes Gepäck um bis zu 90 % seltener vorkam. Stellen Sie sich vor, Sie kommen zum Gepäckband und wissen bereits genau, wo sich Ihr Koffer befindet — genau dieses Kundenerlebnis strebt Apple an.

Die Freigabeoption wurde mit Blick auf Transparenz und Kontrolle gestaltet: Nutzer entscheiden granulierter, welche Parteien für welchen Zeitraum Zugriff auf Standortdaten erhalten. Für professionelle Anwender in der Logistik oder für Vielflieger bietet diese Funktion Vorteile bei der Nachverfolgung von Gepäckströmen und beim Service im Schadensfall. Gleichzeitig erleichtert die Integration in bestehende Airline-Workflows die Zusammenarbeit zwischen Reisenden, Bodenpersonal und automatisierten Systemen zur Gepäckverfolgung, wodurch Suchzeiten und manuelle Eingriffe reduziert werden können.

Datenschutz zuerst — und nachhaltigere Materialien

Apple bekräftigt die Datenschutzmaßnahmen für den AirTag 2: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Standortdaten, regelmäßig wechselnde Bluetooth-Identifiers und plattformübergreifende Warnhinweise, die unerwünschtes Tracking verhindern sollen. Das Unternehmen betont, dass es keinen Zugriff auf Ihre genauen Gegenstandstandorte hat. Diese Datenschutzprinzipien sind insbesondere für Nutzer wichtig, die über die Privatsphäre ihrer Standortdaten besorgt sind; Apple kombiniert technische Maßnahmen mit Nutzerkontrollen, um Missbrauch vorzubeugen.

Auch aus ökologischer Sicht hat Apple nachgebessert: Im neuen AirTag kommen 85 % recycelter Kunststoff sowie 100 % recycelte Seltene-Erden-Elemente in den Magneten zum Einsatz. Diese Verbesserungen verringern den Materialbedarf an Primärrohstoffen und zeigen Apples fortgesetzten Fokus auf nachhaltigere Produktzyklen. Zudem bleibt der AirTag 2 mit existierenden AirTag-Zubehörprodukten kompatibel, sodass Nutzer Hüllen, Schlüsselbänder oder Halterungen nicht zwangsläufig ersetzen müssen — ein Vorteil im Sinne von Ressourcenschonung und Kostenersparnis beim Upgrade.

Neben dem Materialmix hat Apple auch an der Reparatur- und Recyclingfreundlichkeit gearbeitet: Die Bauweise erlaubt eine einfachere Demontage von Komponenten, was das Recycling am Ende der Produktlebensdauer erleichtern kann. Für Unternehmen, die auf CO₂-Bilanzen und Materialnachhaltigkeit achten, ist diese verbesserte Ökobilanz ein relevantes Kriterium bei der Auswahl von Tracking-Lösungen.

Preis, Verfügbarkeit und wer profitieren sollte

Trotz der internen Verbesserungen bleibt der Preis unverändert: 29 US-Dollar für einen einzelnen AirTag oder 99 US-Dollar für ein Viererpack. Der neue AirTag 2 ist ab sofort über Apples Webseite und die Apple Store App erhältlich. Die unveränderte Preispositionierung macht das Upgrade für bestehende Nutzer attraktiv, die von höherer Reichweite und zusätzlichen Funktionen profitieren möchten, ohne deutlich tiefer in die Tasche greifen zu müssen.

Ob Sie dazu neigen, Alltagsgegenstände zu verlegen, oder in Bereichen wie Reisen, Logistik oder Hotellerie arbeiten, der AirTag 2 stellt einen moderaten, aber sinnvollen Fortschritt dar: Längere Reichweite, lautere akustische Hinweise und erweiterte Freigabemöglichkeiten erleichtern das schnelle und sichere Auffinden wichtiger Gegenstände. Für Unternehmen bietet sich zudem die Chance, AirTags in Betriebsabläufe zu integrieren — etwa für kurzfristiges Asset-Tracking, Gepäckmanagement oder als Ergänzung zu bestehenden Trackingsystemen, wobei die Datenschutzanforderungen und Einwilligungen der Betroffenen zu beachten sind.

Technisch gesehen ist der AirTag 2 weiterhin auf die dichte Apple-Gerätebasis angewiesen, um die Vorteile des Find My-Netzwerks voll auszuspielen. Je mehr Apple-Geräte in der Nähe sind, desto zuverlässiger und schneller erfolgt die Standortübermittlung. Nutzer von Android-Geräten profitieren nur eingeschränkt, da viele Funktionen des AirTag-Ökosystems auf iOS- und watchOS-Integrationen angewiesen bleiben. Dennoch bleibt der AirTag 2 eine kosteneffiziente Lösung für Privatnutzer und kleine Unternehmen, die einfache, robuste Ortungsfunktionen mit hohen Datenschutzstandards verbinden möchten.

Abschließend ist der AirTag 2 eine evolutionäre, keine revolutionäre Weiterentwicklung: Apple verbessert Reichweite, Lautstärke, Materialmix und Freigabeoptionen, setzt aber weiterhin auf das bewährte Konzept des dezentralen Find-My-Netzwerks und auf robuste Datenschutzmechanismen. Für Anwender, die häufig verloren gegangene Gegenstände suchen oder in der Reisebranche arbeiten, kann sich die Anschaffung lohnen — insbesondere wegen der neuen Airline-Kooperationen und der verbesserten Precision Finding-Funktionen.

Quelle: gizmochina

"Als Technik-Journalist analysiere ich seit über 10 Jahren die neuesten Hardware-Trends. Mein Fokus liegt auf objektiven Tests und Daten."

Kommentar hinterlassen

Kommentare