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Apple hat 2026 still und leise ein Software-Update für einige seiner ältesten Smartphones bereitgestellt: Das iPhone 5s und das iPhone 6 erhalten iOS 12.5.8, während das iPhone 6s ein Update auf iOS 15.8.6 bekommt. Diese Veröffentlichungen bringen keine auffälligen neuen Funktionen mit sich — sie erneuern Sicherheitszertifikate, die grundlegende Dienste am Laufen halten.
Warum dieses Update wichtiger ist, als es auf den ersten Blick wirkt
Auf den ersten Blick mag ein Update für Telefone aus den Jahren 2013–2015 wie eine symbolische Geste erscheinen. In Wirklichkeit ist der Patch jedoch essenziell. Laut Apples Änderungsprotokoll aktualisieren die neuen Builds hauptsächlich interne Sicherheitszertifikate, die die Geräteaktivierung und Kernfunktionen wie iMessage und FaceTime absichern.
Wenn Sie das Update auslassen, laufen diese Zertifikate voraussichtlich im Januar 2027 ab. Sobald das geschieht, können betroffene Geräte zwar noch eingeschaltet werden, aber wichtige Dienste können im Hintergrund ausfallen: Die Fähigkeit, das Telefon zu aktivieren, iMessages zu senden oder FaceTime-Anrufe zu tätigen, kann dann ohne Vorwarnung verloren gehen. Kurz gesagt: Das Smartphone bleibt zwar hardwareseitig funktionsfähig, wird aber ohne diese Dienste deutlich eingeschränkter und damit im Alltag weniger nutzbar.

Dabei geht es nicht um Geschwindigkeit oder neue Werkzeuge — sondern darum, einen schleichenden, leisen Ausfall von Diensten zu verhindern, der ein ansonsten funktionierendes Telefon effektiv unbrauchbar machen kann. Apple hatte bereits im Januar 2023 ein ähnliches, sicherheitsfokussiertes Update für diese Modelle ausgeliefert; diese Nachfolge-Aktualisierung kauft den Geräten erneut Zeit.
Wer ist betroffen und was ist zu tun?
Heutzutage nutzen nur noch sehr wenige Menschen ein iPhone 5s oder iPhone 6 als Hauptgerät. Wenn Sie jedoch noch auf eines dieser Modelle angewiesen sind — sei es als Zweitgerät, als Notfalltelefon, als Sammlerstück oder weil es im Arbeitsumfeld weiterhin eingesetzt wird — sollten Sie das verfügbare Update installieren. Die Aktualisierung ist in der Regel unkompliziert und sichert die Aktivierung, Messaging- und Anruffunktionen. Besitzer eines iPhone 6s erhalten den gleichen Schutz durch iOS 15.8.6.
Kurzanleitung: So installieren Sie das Update
1) Sichern Sie Ihr Gerät: Erstellen Sie ein iCloud-Backup oder ein lokales Backup über Ihren Mac/PC, bevor Sie Änderungen vornehmen. 2) Verbinden Sie das Gerät mit einer stabilen WLAN-Verbindung und stellen Sie sicher, dass ausreichend Akku vorhanden ist (oder schließen Sie das Gerät an ein Ladegerät). 3) Gehen Sie auf Einstellungen > Allgemein > Softwareupdate und prüfen Sie, ob iOS 12.5.8 (für iPhone 5s/6) oder iOS 15.8.6 (für iPhone 6s) zum Download angeboten wird. 4) Folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm, um das Update herunterzuladen und zu installieren.
Falls das Gerät das Update nicht automatisch anzeigt, kann ein Neustart helfen. In seltenen Fällen ist es nötig, das iPhone mit einem Computer zu verbinden und die Aktualisierung über iTunes (oder Finder auf macOS) anzustoßen.
Technische Hintergründe: Warum Zertifikate so wichtig sind
Sicherheitszertifikate sind digitale Dokumente, die Identitäten und Verbindungen absichern. Bei iPhones spielen sie eine zentrale Rolle in verschiedenen Prozessen: der Aktivierung nach einem Zurücksetzen, der Verschlüsselung und Überprüfung von iMessage-Nachrichten, der Authentifizierung von FaceTime-Servern und anderen systemnahen Diensten. Apple nutzt Abläufe mit signierten Zertifikaten, um sicherzustellen, dass ein Gerät wirklich mit den offiziellen Apple-Diensten kommuniziert.
Wenn ein Zertifikat abläuft, akzeptieren die Server oder die Softwareverifizierungen die Verbindung nicht mehr automatisch. Das kann dazu führen, dass der Aktivierungsprozess scheitert, Apple-IDs nicht ordnungsgemäß verifiziert werden oder Kommunikationsdienste wie iMessage/FaceTime blockiert sind. Diese Fehler sind oft „still“ — es gibt keine Fehlermeldung, die sofort sichtbar macht, dass ein Zertifikat abgelaufen ist; die Funktion einfach stoppt.
Welche Modelle und Hardware sind betroffen?
Zu den betroffenen Modellen gehören konkret das iPhone 5s (A7-Chip, eingeführt 2013), das iPhone 6 (A8-Chip, eingeführt 2014) sowie das iPhone 6s (A9-Chip, eingeführt 2015). Diese Geräte sind inzwischen mehrere Hardware-Generationen alt, nutzen aber weiterhin grundlegende Apple-Backend-Dienste, die durch die Zertifikate abgesichert werden. Während das iPhone 6s noch unter iOS 15 erhält, sind die 5s/6 auf die iOS-12-Fernpflege angewiesen — daher die unterschiedliche Versionsnummer der Updates.
Risiken, Alternativen und langfristige Strategien
Das unmittelbare Risiko bei Nicht-Installation ist der Verlust von Aktivierungs- und Kommunikationsfunktionen nach Ablauf der Zertifikate (Januar 2027). Langfristig zeigt die Situation aber auch größere Themen auf: Die Lebensdauer eines Smartphones hängt nicht nur von der Hardware, sondern maßgeblich von der Software-Unterstützung und Server-Infrastruktur ab. Selbst wenn ein Gerät technisch noch einwandfrei funktioniert, können ablaufende Zertifikate, veraltete TLS-Standards oder abgeschaltete Backend-Dienste dessen Nutzbarkeit stark einschränken.
Alternativen für Nutzer, die das Update nicht einspielen können oder wollen, sind begrenzt. In spezialisierten Fällen — etwa bei Einsatz in geschlossenen Systemen ohne Internetzugang — sind die Serverabhängigkeiten geringer. Für Anwender, die das Gerät primär offline oder als Medienplayer nutzen, sind die Folgen kleiner. Für alle, die auf Aktivierung, iMessage oder FaceTime angewiesen sind, bleibt das Einspielen des Updates der einfachste und sicherste Weg.
Empfehlungen für Unternehmen und Organisationen
Unternehmen, die ältere iPhone-Bestände verwalten, sollten Inventarlisten prüfen und priorisieren, welche Geräte aktualisiert werden müssen. Mobile Device Management (MDM)-Lösungen können helfen, Updates zentral zu verteilen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, Ersatzstrategien vorzuhalten: Geräte, die kritische Kommunikationsaufgaben erfüllen, sollten idealerweise nicht auf abgekündigten iOS-Versionen betrieben werden.
Kontext: Apples Update-Politik und Lebensdauer von Geräten
Apple liefert lange Softwarepflege im Vergleich zu vielen Android-Herstellern, aber es gibt natürliche Grenzen: Neue Betriebssysteme erfordern aktuellere Hardware, und Serverkomponenten werden mit der Zeit modernisiert. Das 2026-Update ist ein Beispiel für punktuelle Sicherheitswartung, die alte Geräte länger nutzbar macht, ohne ihnen neue Funktionen zu verleihen.
Solche Zwischenupdates sind Teil einer Praxis, die Gerätelebenszyklus verlängern kann. Indem Apple Zertifikate erneuert, wird verhindert, dass Geräte „wegen Softwareverteidigungen“ unbrauchbar werden. Dennoch ist das ein zeitlich begrenzter Aufschub; Nutzer sollten langfristig einen Hardware-Upgrade-Plan in Betracht ziehen, wenn sie aktuelle Sicherheits- und Funktionsstandards benötigen.
Praktische Tipps und Troubleshooting
Vor dem Update
Sichern Sie wichtige Daten (Fotos, Kontakte, Nachrichten), prüfen Sie verfügbare Speicherkapazität und sorgen Sie für eine stabile Verbindung. Lesen Sie die Update-Hinweise, falls Apple zusätzliche Hinweise bereitstellt.
Wenn das Update fehlschlägt
Versuchen Sie einen Neustart, prüfen Sie die Internetverbindung und wiederholen Sie den Versuch. Sollte das OTA-Update nicht verfügbar sein, verbinden Sie das Gerät mit einem Computer und nutzen Sie iTunes/Finder, um die Aktualisierung auszuführen. Im Fall kritischer Probleme kann der Apple-Support oder ein autorisierter Dienstleister weiterhelfen — insbesondere wenn Aktivierungssperren oder Apple-ID-Probleme auftreten.
Fazit: Warum das Update sich lohnt
Auch wenn es nicht aufregend ist: Das Update ist wichtig für alle, die ihr altes iPhone in einem nutzbaren Zustand erhalten möchten. Es schützt zentrale Funktionen wie Aktivierung, iMessage und FaceTime durch die Erneuerung interner Sicherheitszertifikate. Apple hat damit erneut gezeigt, dass langfristige Softwarepflege die praktische Lebensdauer von Geräten verlängern kann — ein Aspekt, der für Nachhaltigkeit, Nutzerzufriedenheit und Kostenbewusstsein gleichermaßen relevant ist.
- Aktualisierte Geräte: iPhone 5s und iPhone 6 (iOS 12.5.8), iPhone 6s (iOS 15.8.6)
- Hauptzweck: Erneuerung interner Sicherheitszertifikate
- Risiko bei Auslassen: Aktivierung, iMessage, FaceTime können nach Jan 2027 ausfallen
Die Botschaft ist klar: Installieren Sie das Update, wenn Sie eines dieser Modelle weiterhin verwenden. So erhalten Sie die grundlegenden Dienste, auf die viele Nutzer täglich angewiesen sind. Gleichzeitig ist dies ein guter Moment, um über die langfristige Geräteplanung nachzudenken — sowohl persönlich als auch organisationsweit.
Quelle: gizmochina
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