Honor setzt auf breitere Foldables im 4:3‑Format 2026

Honor plant offenbar, die Magic Vs-Reihe durch ein breites 4:3-Foldable zu ersetzen. Der Artikel analysiert Gründe, technische Herausforderungen, Auswirkungen auf Markt, Entwickler und Verbraucher und skizziert Perspektiven für 2026.

Sarah Hoffmann Sarah Hoffmann . Kommentare
Honor setzt auf breitere Foldables im 4:3‑Format 2026

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Honor plant Berichten zufolge einen größeren Richtungswechsel in seiner Foldable-Strategie: Insider zufolge arbeitet das Unternehmen an einem breiteren faltbaren Smartphone, um gegen Samsung und Apple anzutreten, während 4:3-Displays in der Branche an Bedeutung gewinnen.

Magic Vs könnte zugunsten eines neuen breiten Foldables eingestellt werden

Einem Tippgeber auf Weibo zufolge könnte Honor die Magic Vs-Serie vollständig durch ein neues, breitformatiges Foldable ersetzen. Diese Änderung würde die Magic Vs-Reihe betreffen — nicht die Hauptfamilie Magic V, die weiterhin erwartet wird, ihr nächstes Modell bereits im kommenden Monat zu erhalten. Derselbe Leak deutet außerdem an, dass der Nachfolger des V Flip nicht mehr 2026 erscheinen wird, was darauf hindeutet, dass Honor seine Ressourcen möglicherweise auf eine einzige, breiter angelegte Foldable-Strategie konzentriert.

Eine solche Umstrukturierung wäre aus mehreren Perspektiven bemerkenswert: Zum einen signalisiert sie eine stärkere Fokussierung auf ein bestimmtes Formfaktor-Argument (breitere Innenanzeige), zum anderen könnte sie die Produktpalette vereinfachen und Entwicklungskosten bündeln. Für Honor bedeutet das potenziell höhere Investitionen in Display-, Scharnier- und Gehäusentechnik sowie in die Softwareanpassung, damit breitere Displays effektiv genutzt werden können.

Hintergrund zur Magic-Serie und Marktposition

Die Magic V- und Magic Vs-Modelle haben Honor als ernsthaften Mitspieler im Foldable-Markt etabliert, insbesondere im mittleren bis oberen Preissegment. Während die Magic V-Reihe typischerweise als Flaggschiff betrachtet wird, zielt die Magic Vs-Linie oft auf ein günstigeres, konsumorientiertes Publikum ab. Ein Verzicht auf die Magic Vs würde bedeuten, dass Honor seine Mittel verstärkt in ein einzelnes, differenziertes Produkt bündelt, das auf einen breiteren, tabletähnlichen Innenbildschirm setzt.

Aus Sicht der Lieferkette würde ein solcher Schritt auch Auswirkungen haben: Komponenten wie flexible OLED-Panels, komplexe Scharniere und größere Akkus müssten in anderen Stückzahlen bestellt werden. Honor müsste zudem eng mit Display-Herstellern (etwa BOE, Samsung Display oder anderen Zulieferern) zusammenarbeiten, um die neue Breite und die erforderliche Haltbarkeit sicherzustellen.

Warum 4:3 zum nächsten Trend bei Foldables wird

Aktuelle Leaks rund um das gemunkelte iPhone Fold, das Oppo Find N7 und Samsungs sogenanntes "Wide Fold" zeigen ein klares Muster: Hersteller experimentieren mit einem 4:3‑Seitenverhältnis für innere Displays. Dieses Verhältnis erzeugt eine deutlich breitere Anzeige als bei aktuellen Geräten wie dem Magic Vs3 — ideal für geteilte Bildschirme, Webseitenansichten und produktives Arbeiten. Man entfaltet das Smartphone und hat nahezu die Breite eines Tablets, ohne auf ein vollwertiges Tabletformat zu wechseln.

Technisch betrachtet entspricht 4:3 einem Seitenverhältnis, das näher an klassischen Tablet-Displays liegt und für vertical-to-horizontal-Anwendungen eine komfortable Arbeitsfläche bietet. Diese Breite erleichtert das parallele Nutzen zweier Apps nebeneinander, verbessert Tabellen- und Dokumentansichten und bietet einen angenehmeren Medienkonsum ohne große schwarze Balken oder zu starke Scrollvorgänge.

Vorteile des 4:3-Formats für Nutzer

Die praktischen Vorteile einer breiteren inneren Anzeige lassen sich in mehreren Bereichen zusammenfassen:

  • Multitasking: Mehr Platz für geteilte Ansichten, Drag-and-drop zwischen Apps und produktivere Arbeitsabläufe.
  • Produktivität: Bessere Darstellung von Dokumenten, Tabellen und Präsentationen ohne die Notwendigkeit, auf ein externes Tablet auszuweichen.
  • Medienwiedergabe: Filme, Serien und Webinhalte wirken natürlicher auf einem breiteren Display, insbesondere bei 4:3-optimierten Inhalten oder wenn mehrere Inhalte nebeneinander angezeigt werden.
  • Design-Kompromiss: Nutzer erhalten Tablet-Breite in einem Gerät, das sich weiterhin in die Hosentasche stecken lässt — allerdings sind Gewicht und Dicke zu berücksichtigen.

Herstellerstrategien: Premium vs. Kernmarkt

Die ersten Anzeichen deuten darauf hin, dass Hersteller unterschiedliche Wege wählen, 4:3 einzusetzen. Apple könnte das Format für ein einzelnes, hochprofiliges Foldable nutzen, das in erster Linie als Premium-Flaggschiff positioniert ist. Samsung könnte die breitere Anzeige in eine Premium‑Z‑Fold-Variante integrieren, um ein noch luxuriöseres Nutzererlebnis zu bieten. Honor dagegen scheint erwägen, das 4:3-Format zum Kern seiner Foldable-Strategie zu machen und damit die Mitte des Marktes stärker anzusprechen.

Diese unterschiedlichen Positionierungen wirken sich auf Preisgestaltung, Marketing und Ökosystemintegration aus: Ein Premium-Gerät rechtfertigt höhere Margen, während ein Kernprodukt auf Volumen und breite Zugänglichkeit abzielt.

Was das für Käufer und den Markt bedeutet

Wenn mehr Hersteller dem 4:3-Formfaktor folgen, beschleunigt das die Designiteration und die App-Optimierung — allerdings steigt gleichzeitig die Fragmentierung. Für Käufer heißt das: Es wird schneller mehr Auswahl geben, aber auch die Herausforderung, ein Gerät zu finden, das sowohl preislich als auch funktional den eigenen Erwartungen entspricht.

Wichtige Fragen, die sich Käufer stellen sollten, wenn sie ein 4:3-Foldable in Erwägung ziehen, sind:

  • Werden meine meistgenutzten Apps das breitere Innen-Display optimal unterstützen?
  • Welche Kompromisse bei Gewicht, Dicke und Akkulaufzeit ergeben sich durch ein breiteres Display?
  • Wie sieht das Zubehör-Ökosystem aus (Hüllen, Schutzfolien, Ständer) — ist es reichhaltig genug?

Für Entwickler bedeutet die wachsende Verbreitung von 4:3-Displays, dass sie Benutzeroberflächen anpassen müssen, damit Anwendungen nicht nur skaliert, sondern sinnvoll neu angeordnet werden. Betriebssystem- und OEM‑Schnittstellen (wie Honor's Magic UI, Samsungs One UI oder andere angepasste Android-Skins) spielen eine Schlüsselrolle bei der Bereitstellung von APIs und Layout-Richtlinien, die Entwicklern helfen, adaptive Erlebnisse zu schaffen.

Design- und Engineering-Herausforderungen

Breitere Foldables bringen technische Herausforderungen mit sich, die über das Display hinausgehen. Scharniere müssen stärker und langlebiger sein, um eine größere Fläche gleichmäßig zu stützen. Das Gehäuse- und Wärmemanagement muss neu gedacht werden, weil größere Displays und eventuell leistungsfähigere SoCs mehr Wärme erzeugen können. Weiterhin beeinflusst die Breite das interne Layout: größere Akkus, veränderte Kamerapositionen und andere Komponentenanordnungen sind zu berücksichtigen.

Auf Seiten der Fertigung bedeuten größere flexible Panels oft höhere Ausschussraten und strengere Qualitätskontrollen. Hersteller, die in diesen Bereich investieren, müssen daher mit höheren Anfangskosten rechnen, die sich erst durch Skaleneffekte amortisieren.

Software und App-Kompatibilität

Softwareseitig ist die Anpassung essenziell: Ohne angepasste Apps kann ein breiteres Display nur begrenzten Mehrwert bieten. Entwickler müssen Layouts, Touch-Zonen und Eingabemethoden überdenken; gleichzeitig sind Testing-Frameworks und Emulatoren nötig, um die Nutzererfahrung auf 4:3‑Displays zu validieren. Plattformen wie Android bieten inzwischen bessere Unterstützung für faltbare Geräte, doch die tatsächliche Optimierung hängt stark von App-Entwicklern und OEM‑Anpassungen ab.

  • Design Trade-offs: Breitere Bildschirme verbessern die Produktivität, erfordern aber neue Scharnier- und Gehäusekonstruktionen.
  • Software: Apps müssen aktualisiert werden, um breitere Innenanzeigen effektiv zu nutzen.
  • Marktpositionierung: Honors Umstellung könnte die Preisgestaltung und Auswahl im mittleren Foldable-Segment neu ordnen.

Marktanalyse: Wenn Honor die Magic Vs-Reihe durch ein breiteres Modell ersetzt, könnten Konkurrenten entsprechend reagieren — entweder durch eigene 4:3-Modelle oder durch stärker differenzierte Produktlinien, um Preis- und Funktionssegmente zu besetzen. Das Resultat könnte eine beschleunigte Innovation, aber auch kurzfristige Unsicherheiten für Käufer sein.

Langfristige Auswirkungen auf Ökosysteme und Zubehör

Mit dem Aufkommen neuer Formfaktoren entsteht auch Nachfrage nach spezifischem Zubehör: maßgeschneiderte Hüllen, Displayschutzlösungen, drahtlose Ladegeräte mit angepasster Positionierung und sogar Tabletop-Zubehör für produktivitätsorientierte Anwender. Hersteller von Zubehör müssen entscheiden, ob sie in Nischen investieren oder auf standardisierbare Maße hoffen, die mehrere Gerätegenerationen überdauern.

Unternehmen, die frühzeitig in robustere Scharniere, langlebigere Materialien und bessere Softwareintegration investieren, werden wahrscheinlich Wettbewerbsvorteile erzielen. Gleichzeitig bleibt die enge Zusammenarbeit mit App-Entwicklern und Plattformanbietern zentral, um die Nutzererfahrung schnell zu verbessern.

Lecks sind stets nur der erste Entwurf einer Geschichte, die sich weiterentwickelt, sobald Hersteller Spezifikationen und Termine bestätigen. Beobachten Sie Honors Ankündigungen und die Flaggschiff-Vorstellungen im nächsten Jahr — 2026 könnte das Jahr werden, in dem breitere Foldables den Versuch unternehmen, in den Mainstream vorzustoßen.

Quelle: gsmarena

"Nachhaltige Technologie ist die Zukunft. Ich schreibe über Green-Tech und wie Digitalisierung dem Planeten helfen kann."

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