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Einführung
Was wäre, wenn sich Ihr nächstes Smartphone in etwas eher wie ein Taschentablet entfalten würde? Huawei scheint diese Idee mit einem angeblichen Nachfolger des ungewöhnlichen Pura X aus dem Vorjahr weiter voranzutreiben. Leaks und Tipps deuten darauf hin, dass das Unternehmen erneut die breitere, tabletähnliche Ausrichtung verfolgen könnte, die das Originalmodell so auffällig machte.
Design und Display
Das ursprüngliche Pura X sorgte für Aufsehen, weil es Breite über Höhe stellte und sich zu einem großzügigen 16:10-Panel öffnete, das eher an ein kleines Tablet als an das übliche schmale Foldable erinnerte. Laut einem Weibo-Informanten ist das Pura X2 in Arbeit, und die Änderungen klingen zwar inkrementell, sind aber potenziell bedeutsam: Ein größeres Innen-Display, das auf etwa 7,5 Zoll anwächst und das breitere Seitenverhältnis beibehält, sowie ein deutlich größeres Außendisplay, damit schnelle Aufgaben ohne Öffnen des Geräts komfortabler erledigt werden können.
Formfaktor und Scharnier
Das Design wird wohl nicht grundlegend neu erfunden. Quellen deuten darauf hin, dass das Pura X2 die generelle Silhouette seines Vorgängers beibehält. Huawei könnte jedoch Scharnierverbesserungen vom Mate X7 übernehmen — Verfeinerungen, die den Faltmechanismus geschmeidiger und langlebiger machen könnten. Bei dieser Iteration scheint Praktikabilität wichtiger zu sein als ästhetisches Aufsehen.

Innen- und Außendisplay im Detail
Ein 7,5-Zoll-Innendisplay mit breitem 16:10-Format würde die Nutzungserfahrung in mehreren Szenarien verändern: Medienwiedergabe, Multitasking mit zwei Apps nebeneinander, produktive Arbeiten wie Tabellen- oder E-Mail-Bearbeitung sowie das Lesen von Webseiten und Dokumenten. Ein größeres Außendisplay macht das Gerät im Alltag deutlich praktischer, weil Nutzer häufig nur schnelle Informationen abrufen — Benachrichtigungen, Messaging, Musiksteuerung oder Kamera-Vorschau — ohne das Gerät aufklappen zu müssen.
- Vorteile eines breiten Innenbildschirms: bessere Medienwiedergabe, komfortableres Multitasking, mehr nutzbare Bildschirmfläche prozentual zum Gehäuse.
- Vorteile eines größeren Außendisplays: schnellere Interaktion, weniger Auf- und Zuklappen, verbesserte Einhandbedienung bei Kurzinformationen.
- Mögliche Herausforderungen: Gewicht, Randschutz bei Scharnierbelastung und die Optimierung von Apps für das ungewöhnliche Seitenverhältnis.
Kamera-Setup und Fototechnik
Bei den Kameras scheint Huawei die Rückseite neu zu ordnen. Leaks verweisen auf eine horizontale Kameraleiste mit drei, möglicherweise vier Sensoren. Besonders auffällig ist das Gerücht um einen 200-Megapixel-Hauptsensor — eine Spezifikation, die Huaweis fotografische Ambitionen deutlich anheben und die Marketingstrategie für die Kamera eines Foldables verändern würde.
Was ein 200MP-Sensor bedeuten würde
Ein 200MP-Hauptsensor kann in mehreren Bereichen Vorteile bringen:
- Höhere Detailwiedergabe bei guten Lichtverhältnissen;
- Flexiblere Crop- und Nachbearbeitungsmöglichkeiten;
- Potenzial für bessere Pixel-Binning-Algorithmen, die bei niedrigerem Licht hellere, rauschärmere Bilder erzeugen;
- Marketingeffekt: Ein hoher Megapixel-Wert ist für viele Käufer ein klares Verkaufsargument.
Allerdings hängen reale Fotoverbesserungen nicht allein von Megapixeln ab: Sensorgröße, Pixelgröße, optische Stabilisierung (OIS), Bildsignalprozessor (ISP) und Softwareoptimierungen sind gleichermaßen entscheidend. Wenn Huawei also wirklich auf einen 200MP-Sensor setzt, wird die Integration dieser Elemente darüber entscheiden, ob die Kamera im Alltag überzeugt oder nur auf dem Papier beeindruckt.
Mögliche Kamerakonfiguration
Basierend auf den bisherigen Leaks könnte das Setup wie folgt aussehen (Spekulation):
- 200MP Hauptsensor mit OIS
- Ultraweitwinkel mit 12–48MP
- Tele- oder Periskopmodul für optischen Zoom
- möglicherweise ein zusätzlicher Tiefensensor oder ein Makroobjektiv
Die endgültige Auslegung — also ob drei oder vier Module verbaut werden — beeinflusst die fotografische Flexibilität des Geräts und damit sein Profil gegenüber Konkurrenzprodukten wie Samsungs Galaxy Z Fold-Serie oder Motorolas Razr-Varianten.
Leistung: Kirin-Chips und System
Unter der Haube bleibt Huaweis eigene Kirin-Siliziumfamilie offenbar im Mittelpunkt der Geschichte. Die Gerüchteküche nennt Kirin 9020, 9030 und sogar einen 9030 Pro — das kann entweder mehrere SKUs zur Markteinführung oder Unsicherheit über den finalen SoC widerspiegeln. Die Entscheidung für unterschiedliche Kirin-Varianten würde Huawei erlauben, das Gerät in mehreren Leistungsklassen anzubieten, von einem leistungsfähigen Alltagsmodell bis zu einer Pro-Version mit maximaler Leistung.
Arbeitsspeicher und Speicheroptionen
Auf dem Papier sind die Speicherkonfigurationen großzügig: Die RAM-Ausstattung könnte bei 12 GB beginnen und bis zu stattlichen 20 GB klettern, während der interne Speicher bis zu 1 TB erreichen könnte. Solche Optionen zielen auf Power-User, Multitasking-Fans und professionelle Anwender, die große Mediendateien oder umfangreiche App-Ökosysteme verwalten.
HarmonyOS 6.1 wird erwartet, als Huaweis aktuelle Systemsoftware, die speziell auf die Integration von Huawei-Hardware, nahtlose Multi-Screen-Funktionen und Optimierungen für faltbare Formfaktoren ausgelegt ist. Die Software spielt eine zentrale Rolle, um das breite Display-Format effizient zu nutzen — etwa durch native Multitasking-Modi, angepasste App-Layouts und Systemgesten.
Akkulaufzeit, Laden und thermisches Management
Es gibt noch Lücken in den geleakten Informationen. Akku-Kapazität, genaue Ladeleistungen und thermisches Verhalten sind bislang nicht mit Zuverlässigkeit durchgesickert. Das ursprüngliche Pura X lieferte einen Referenzpunkt: ein 6,3-Zoll-Innendisplay, ein kleines Außendisplay, ein Triple-Kamera-Array, einen 4720-mAh-Akku sowie kabelgebundenes und kabelloses Laden.
Für das Pura X2 könnte Huawei in mehreren Bereichen nachbessern:
- Erhöhte Akku-Kapazität, um das größere Innen-Display zu kompensieren;
- Schnellere Ladegeschwindigkeiten (kabelgebunden und kabellos) zur Verkürzung von Ladepausen;
- Verbessertes thermisches Design, um anhaltende Leistung bei intensiver Nutzung (Games, 4K-Aufnahmen, Multitasking) zu gewährleisten.
Bei faltbaren Geräten ist das thermische Management oft komplizierter, weil das Gehäuse dünn und die Komponenten verteilt sind. Huawei könnte hier durch spezielle Wärmeleitmaterialien, optimiertes Chip-Power-Management und Software-Drosselung eine ausgewogene Lösung anstreben.
Software-Ökosystem und Produktivität
Ein breiteres Innen-Display bietet neue Möglichkeiten für Produktivitätsfeatures. HarmonyOS ist bereits auf Multi-Device-Konnektivität ausgelegt — etwa nahtlose Übergabe von Aktivitäten zwischen Smartphone, Tablet und Laptop — und könnte zusätzliche Optimierungen für das Pura X2 erhalten:
- Verbesserte Split-Screen-Funktionen und anpassbare Multitasking-Fenster;
- Spezielle App-Layouts für das 16:10-Format, die beim Aufklappen automatisch aktiviert werden;
- Erweiterte Stift- oder Gestenunterstützung (falls Huawei dies integrieren möchte), um kreatives Arbeiten oder Notizen zu erleichtern.
Das Ökosystem und die Unterstützung durch Entwickler sind entscheidend, damit sich das breite Display nicht nur als Gimmick, sondern als echter Mehrwert manifestiert.
Wettbewerb und Positionierung
Wenn die Leaks zutreffen, würde das Pura X2 faltbare Smartphones näher an die Ersetzung kompakter Tablets rücken, während es gleichzeitig Robustheit und Kamerafähigkeiten verfeinert. Das Positionsprofil könnte so aussehen:
- Direkter Wettbewerb: Samsungs Galaxy Z Fold-Serie (als breit aufgestellter Productivity-Foldable), Honor Magic V-Serie und andere chinesische Hersteller mit großen Foldables.
- Unique Selling Points: ungewöhnlich breites Displayformat, potenziell 200MP-Hauptkamera, große RAM- und Speicheroptionen, Huawei-exklusive HarmonyOS-Integration.
- Risiken: Preisgestaltung, App-Optimierung für breites Seitenverhältnis und die Wahrnehmung der Haltbarkeit bei Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Für welche Nutzergruppe eignet sich das Pura X2?
Das Gerät dürfte besonders für Nutzer attraktiv sein, die ein Tablet-ähnliches Display wünschen, ohne ein separates Tablet mit sich zu führen: Geschäftsreisende, Kreative, Content-Konsumenten und Power-User, die Multitasking bevorzugen. Nutzer, die primär auf Kompaktheit und günstigen Preis Wert legen, könnten hingegen bei klassischen Smartphones bleiben.
Unbekannte Faktoren und offene Fragen
Trotz der zahlreichen Leaks bleiben mehrere kritische Punkte unklar:
- Akkukapazität und realistische Laufzeit unter Alltagslast;
- Exakte Kamera-Konfiguration und die tatsächliche Leistung des mutmaßlichen 200MP-Sensors;
- Preisgestaltung und regionale Verfügbarkeit, insbesondere außerhalb Chinas;
- Langzeit-Haltbarkeit des Scharniers im Vergleich zu bewährten Foldables auf dem Markt.
Diese Unsicherheiten entscheiden am Ende über die Kaufbereitschaft potenzieller Kundschaft. Insbesondere der Preis wird ein Schlüsselindiz: Ein zu hoher Preis könnte die Käuferschicht einschränken, während ein moderater Preis die breite Akzeptanz fördern würde.
Fazit
Wenn sich diese Leaks als zutreffend erweisen, würde das Pura X2 faltbare Smartphones näher an die Ablösung kompakter Tablets heranführen und zugleich Haltbarkeit sowie Kameraqualitäten verfeinern. Ob Käufer zugreifen, hängt davon ab, wie Huawei sein großes Foldables preislich positioniert und wann es das Gerät offiziell vorstellt. Sollte Huawei es schaffen, ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus großem Bildschirm, starker Kamera, zuverlässiger Akkuleistung und ausgereifter Software zu bieten, könnte das Pura X2 eine interessante Alternative für alle werden, die Tablet-Funktionalität in der Hosentasche suchen.
Für technische Entscheider, Mobile-Interessierte und Fotofans bleibt die Situation spannend: Beobachten Sie die offiziellen Ankündigungen und unabhängigen Tests, sobald Huawei das Gerät vorstellt. Bis dahin liefern die Leaks ein frühes, aber noch unvollständiges Bild von dem, was das Pura X2 sein könnte.
Quelle: gizmochina
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