iQOO 15 Ultra: Aktive Kühlung, Ausdauer und Leistung

Das iQOO 15 Ultra setzt auf aktive Kühlung, starken Snapdragon‑Chip, riesigen Akku und ein 144‑Hz LTPO OLED. Ein Gaming‑Fokus mit IP68/IP69‑Schutz, 100 W Laden und dediziertem Koprozessor macht es zur interessanten Option.

Lukas Schmidt Lukas Schmidt . Kommentare
iQOO 15 Ultra: Aktive Kühlung, Ausdauer und Leistung

10 Minuten

Überblick

Dieser winzige Lüfter in einem Smartphone? Er verändert das Spiel. Das neue iQOO 15 Ultra ist das erste Gerät der Marke mit aktiver Kühlung, und zum ersten Mal wirkt das „Ultra“-Label tatsächlich gerechtfertigt.

Leistung und aktive Kühlung

Unter der Haube arbeitet Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 5, doch die Schlagzeile ist der 17 × 17 mm große „Ice Dome“-Lüfter, der mit 0,315 cfm Luft bewegt, um dauerhaft hohe Leistung stabil zu halten. In Kombination mit rasend schnellem LPDDR5X-Speicher (10.667 Mbps) und UFS 4.1-Flashspeicher ist die Hardware eher für lange, intensive Sessions als für kurze Leistungsspitzen konzipiert. Zusätzlich gibt es einen dedizierten Q3-Gaming-Koprozessor — dieser übernimmt Auflösungs-Upscaling und Frame-Generierung, damit das Haupt-SoC entlastet wird und effizienter arbeiten kann.

Technische Details zur Kühlung

Die aktive Kühlung mit dem Ice Dome-Lüfter ist kein bloßes Gimmick: 0,315 cfm mag auf dem Papier klein klingen, aber in Kombination mit durchdachten Wärmeleitplatten, Heatpipes und thermischen Pads sorgt sie für eine spürbare Reduktion von Temperaturspitzen. Für Gamer und Leistungssucher ist das ein klarer Vorteil, weil sich die Sustained-Performance erhöht und Throttling reduziert wird. So bleibt die Bildrate über längere Zeiträume stabil, was bei mobilen Live-Streams oder längeren Multiplayer-Sessions besonders wichtig ist.

Q3-Gaming-Koprozessor

Der Q3-Koprozessor ist ein praktisches Beispiel für die Offload-Strategie: statt das Haupt-SoC permanent mit Grafik- und Upscaling-Aufgaben zu belasten, übernimmt dieser Chip die Frame-Generierung und unterstützt bei Auflösungsanpassungen. Das erhöht die Energieeffizienz und sorgt für geringere thermische Belastung des Hauptprozessors, was wiederum die Gesamtleistung länger auf hohem Niveau hält.

Gaming-Features und Benutzererlebnis

Gamern fallen die vielen kleinen Details auf: zwei Shoulder-Trigger mit 600 Hz akzeptieren sowohl Tap- als auch Swipe-Gesten. Dual-Achsen-Haptik und Dolby Atmos Stereo-Lautsprecher verleihen Spielen mehr Tiefe und Immersion. Eine RGB-LED-Leiste auf der Kamerainsel verleiht dem Telefon zusätzlich Persönlichkeit — nützlicher als nur dekorativ, denn sie kann Spielereignisse oder Benachrichtigungen visualisieren.

In internen Labortests über sieben populäre Titel hielt das 15 Ultra konstant 144 fps beim Livestreaming; außerdem ist es das erste Smartphone, das Honor of Kings mit Ultra-Qualität auf 144 fps bringt und dabei etwa 41,5 °C auf der Rückseite hält. Das spricht für eine sehr kontrollierte thermische Architektur, die Spitzenleistung und Komfort abwägt.

Bedienelemente und Haptik

Die 600-Hz-Trigger sind besonders für kompetitive Spieler interessant: schnelle Reaktionszeiten und die Möglichkeit, Swipe-Gesten zu nutzen, schaffen flexible Steueroptionen. Die Dual-Achsen-Haptik trägt zu realistischeren Vibrationen bei, was bei schnellen Shooter- oder Rennspielen einen spürbaren Unterschied macht. Zusammen mit den Stereo-Lautsprechern entsteht ein kohärenteres Spielerlebnis.

Display: Bildwiederholrate, Helligkeit und Farben

Das Display ist ein 6,85 Zoll großer Samsung M14 LTPO OLED mit 144 Hz Bildwiederholrate und 480 Hz Multi-Touch-Abtastung. Farbwiedergabe und HDR-Unterstützung sind umfassend — Dolby Vision, HDR10+, HDR Vivid und ein angegebener 118% P3-Farbraum — und das Panel kann bei Bedarf auf blendende 2.600 Nits Spitzenhelligkeit hochschnellen. Für niedrige Helligkeitsstufen ist DC-Dimming an Bord, eine kleine, aber nützliche Funktion, die Flimmern reduziert und das Lesen bei gedimmtem Licht angenehmer macht.

LTPO und adaptive Bildwiederholraten

Die LTPO-Technologie ermöglicht variable Bildwiederholraten, was Energie spart, wenn 144 Hz nicht erforderlich sind. In ruhigen Szenarien, beim Lesen oder bei statischen Inhalten, kann die Rate effektiv abgesenkt werden, was zusammen mit dem großen Akku die Laufzeit verlängert. Für Gamer bleibt im Gegenzug die maximale 144-Hz-Darstellung verfügbar.

Praktische Farbwiedergabe

Die Unterstützung von Dolby Vision und HDR10+ macht das Display interessant für Medienkonsum auf hohem Niveau. Die Angabe von 118% P3 deutet auf eine lebendige, gesättigte Darstellung hin, die sich besonders bei Spielen und Videoinhalten auszahlt. In hellen Außenbereichen hilft die Spitzenhelligkeit von 2.600 Nits dabei, Inhalte lesbar zu halten, selbst bei direkter Sonneneinstrahlung.

Akku, Laden und physische Bauweise

Der Akku ist ein weiteres großes Kapitel: 7.400 mAh in einem Gehäuse mit 8,7 mm Bauhöhe und 227 g Gewicht, gepackt mit einer Energiedichte von 867 Wh/L. Schnelles Laden erfolgt per 100 W FlashCharge (mit 55 W PPS-Kompatibilität), kabelloses Laden ist bis 40 W möglich. Zum Vergleich: das Standard-iQOO 15 setzt auf einen kleineren 7.000-mAh-Akku in einem dünneren, leichteren Gehäuse — das Ultra tauscht also Dünnheit gegen Ausdauer.

Realistische Laufzeit

Die Kombination aus großem Akku, LTPO-Displayeffizienz und einer entlastenden Kühlung verspricht überdurchschnittliche Laufzeiten, vor allem bei intensiver Nutzung wie Gaming oder Streaming. In der Praxis ist zu erwarten, dass das Gerät einen ganzen Tag intensiver Nutzung problemlos übersteht und bei moderater Nutzung mehrere Tage erreichen kann — abhängig von Displayhelligkeit, Bildwiederholrate und Netzwerkbelastung.

Lade- und Sicherheits-Trade-offs

100 W wired Charging bedeutet sehr kurze Ladezeiten für einen so großen Akku, vorausgesetzt, das thermische Management des Ladeprozesses ist gut kalibriert. Die Kombination von hohem Ladestrom und aktiver Kühlung könnte dabei helfen, die Batterie stabil zu halten und altersbedingte Kapazitätsverluste zu minimieren — langfristige Daten zur Akkudegradation stehen jedoch noch aus.

Kamerasystem

Die Kamerahardware bleibt symmetrisch und ausgewogen: ein 50 MP Sony IMX921 als Hauptsensor (1/1,56" mit CIPA 4.5 OIS), ein 50 MP 3x Tele (1/1,95" mit OIS), und ein 50 MP 107° Ultraweitwinkel. Selfies übernimmt eine 32 MP Frontkamera. Wer eine radikale Bildüberarbeitung erwartete, findet stattdessen eine verfeinerte Parität: das 15 Ultra übernimmt erprobte Optiken vom Basismodell und optimiert die Erfahrung eher für Power-User als für grundlegende Hardware-Revolutionen.

Bildqualität und Stabilisierung

Mit OIS auf Haupt- und Teleobjektiv ist die Hardware für stabile Fotos und längere Belichtungen gut aufgestellt. Der große Hauptsensor in Verbindung mit OIS sollte vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen Vorteile bringen. Die Software- und Bildverarbeitungspipeline entscheidet jedoch maßgeblich über das endgültige Ergebnis: Rauschunterdrückung, HDR-Stacking und Nachtmodi sind oft der Unterschied zwischen einem guten und einem hervorragenden Smartphone-Foto.

Video und Streaming

Dank stabiler Rechenleistung und thermischem Kopf, plus dediziertem Koprozessor, ist das Gerät auch für längere Videostreams gut geeignet. Hardware-gestützte Upscaling- und Frame-Generierungsfunktionen können für weichere Aufnahmen sorgen, und die Kombination aus guten Mikrofonen und Dolby Atmos-Ausgabe macht das 15 Ultra für Content-Ersteller interessant.

Design, Haltbarkeit und Alltagstauglichkeit

Eine praktische Überraschung: trotz aktivem Lüfter trägt das Telefon IP68/IP69-Schutz gegen Eindringen. Das ist bei belüfteten Geräten ungewöhnlich und zeigt, dass vivo (iQOO gehört zur vivo-Familie) hier mehr als nur Performance-Broschürenentwicklung betrieben hat — es wurde auf Alltagsrobustheit geachtet. Weitere Annehmlichkeiten sind ein schnellerer Ultraschall-Fingerabdrucksensor, NFC und drei Wi‑Fi-Antennen, die Verbindungen stabil halten sollen, selbst wenn die Hand die Antennen teilweise abdeckt.

Wartung und Zubehör

Beim Vorverkauf legt iQOO dem Paket ein Gehäuse, ein Netzteil, ein Kabel und sogar eine Reinigungsbürste für den Lüfter bei — ein Hinweis auf eine neue, minimale Wartungsroutine für Anwender, die extreme Leistung nutzen möchten, ohne Überhitzung oder Schmutzansammlungen zu riskieren. Solche Accessoires sind praktisch und signalisieren, dass der Hersteller die aktive Kühlung als langfristiges Feature sieht, nicht nur als Marketinggag.

Technische Zusammenfassung

  • Prozessor: Snapdragon 8 Elite Gen 5 + Q3 Gaming-Koprozessor
  • Kühlung: 17 × 17 mm Ice Dome-Lüfter, 0,315 cfm
  • Speicher & Speicherplatz: LPDDR5X 10.667 Mbps, UFS 4.1 (bis zu 24 GB / 1 TB)
  • Display: 6,85" Samsung M14 LTPO OLED, 144 Hz, 2.600 nits Spitze
  • Akku & Laden: 7.400 mAh, 100 W kabelgebunden, 40 W kabellos
  • Kameras: 50 MP Haupt (IMX921), 50 MP 3x Tele, 50 MP Ultraweit, 32 MP Selfie
  • Robustheit: IP68 / IP69

Verfügbarkeit, Preisgestaltung und Marktposition

iQOO hat in China Vorbestellungen mit zwei düsteren, sci‑fi‑inspirierten Farbnuancen eröffnet — 2049 (Silber) und 2077 (Schwarz). Die Preise beginnen knapp im mittleren vierstelligen Yuan-Bereich für das Basismodell mit 16 GB / 256 GB und steigen in den Premiumbereich für die Top-Konfiguration mit 24 GB / 1 TB. Das Gerät wird mit Case, Ladegerät, Kabel und der erwähnten Reinigungsbürste ausgeliefert.

Kommt dieses Modell genau so weltweit auf den Markt? vivo hat seine Reichweite in den letzten Jahren ausgeweitet, doch zum jetzigen Zeitpunkt ist das 15 Ultra ein China‑erstes Angebot. Wenn dauerhaft hohe Performance und Akkulaufzeit wichtiger sind als absolute Dünnheit, ist dieses Modell jedenfalls eine beobachtenswerte Option. Wer hätte gedacht, dass ein rotierender Lüfter als Fortschritt empfunden wird?

Analyse und konkurrenzbezogene Einschätzung

Das iQOO 15 Ultra positioniert sich klar als Nischen‑, aber technisch ambitioniertes Gaming‑ und Performance‑Smartphone. Gegenüber traditionellen Flaggschiffen setzt es bewusst auf thermische Innovationsstrategien statt auf maximale Schlankheit. Das unterscheidet es von vielen Konkurrenten, die dünnste Gehäuse als Verkaufsargument nutzen. Für Nutzer, die lange Gaming‑Sessions, Streaming und produktive Workloads auf dem Smartphone kombinieren möchten, ist die Mischung aus aktiver Kühlung, großer Batterie und schneller I/O‑Hardware ein starkes Argument.

Stärken

- Nachhaltig hohe Performance durch aktive Kühlung und Koprozessoren
- Sehr großer Akku mit schnellen Ladeoptionen
- Stabiles, helles Display mit hohem Farbumfang
- IP68/IP69 trotz Lüfter — Alltagsrobustheit

Schwächen / Fragen

- Höheres Gewicht und größere Bauhöhe im Vergleich zu schlanker Konkurrenz
- Langfristige Auswirkungen der aktiven Kühlung auf Lautstärke, Verschleiß und Wartungsaufwand noch nicht voll erforscht
- Ungewisse globale Verfügbarkeit und Support-Strategie

Fazit

Das iQOO 15 Ultra ist ein technisches Statement: aktive Kühlung, kräftige Akkukapazität und spezialisierte Gaming‑Hardware machen es zu einer ernstzunehmenden Wahl für Power‑User. Es kompromittiert bewusst bei Gewicht und Bauhöhe zugunsten von Ausdauer und sustained Performance. Wer maximale Mobilität und ein ultradünnes Profil priorisiert, wird andere Geräte bevorzugen. Für Nutzer, die langfristige Leistung, hohe Bildwiederholraten und lange Akkulaufzeiten suchen — insbesondere Gamer und Content‑Creator — ist das 15 Ultra eine attraktive, gut durchdachte Option.

Technische Spezifikationen, Praxisdaten zu Akkualterung und Lüfterlebensdauer sowie ein weltweiter Marktstart bleiben spannende Beobachtungspunkte. Doch eines ist klar: ein kleiner, rotierender Lüfter im Smartphone kann tatsächlich progressiv sein — vorausgesetzt, er ist sinnvoll integriert und gewährleistet reale Vorteile in Alltag und Spiel.

Quelle: gsmarena

"Als Technik-Journalist analysiere ich seit über 10 Jahren die neuesten Hardware-Trends. Mein Fokus liegt auf objektiven Tests und Daten."

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