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Kurzüberblick
Ein versehentliches Hochladen auf der belgischen Poco-Webseite hat Gerüchte in konkrete Zahlen verwandelt. Offenbar hat jemand vor der Presseveranstaltung auf "Veröffentlichen" geklickt, sodass Preise für die noch nicht angekündigten Poco X8 Pro und X8 Pro Max bereits im Web kursieren. Die Bilder wurden rasch entfernt, doch Screenshots verbreiten sich schneller als Löschaufforderungen.
Preisangaben und Varianten
Folgende Preise sind aufgetaucht. Dem Leak zufolge beginnt das Poco X8 Pro offenbar bei €399,90 für die 8GB/256GB-Variante, eine 512GB-Ausführung ist mit €449,90 gelistet und eine Top-Ausführung mit 12GB/512GB wird mit €479,90 angegeben. Das X8 Pro Max ist teurer: €529,90 für 12GB/256GB und €579,90 für 12GB/512GB. Beide Modelle werden in drei Farbvarianten gezeigt, wobei die geleakten Aufnahmen nicht die vollständigen offiziellen Launch-Materialien enthielten.
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Preisstruktur im Detail
Die Preisstruktur deutet auf eine klare Staffelung nach RAM- und Speichergrößen hin. Ein Einstiegspreis unter €400 für ein Gerät mit 8GB RAM und 256GB Speicher ist für den aktuellen Midrange-Markt sehr konkurrenzfähig und signalisiert, dass Poco erneut auf ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis setzt. Die leicht höheren Preise der 512GB-Modelle und der 12GB-Varianten entsprechen üblichen Aufschlägen für mehr Speicher und RAM. Beim Pro Max verschiebt sich die Basis deutlich nach oben, was auf größere Displays, stärkere Akkukapazitäten oder ein anderes SoC hinweisen könnte.
Warum viele Quellen bereits vertrauenswürdig erscheinen
Interessanterweise zeigte der Leak nur RAM- und Speicherkonfigurationen; ein vollständiges Datenblatt wurde nicht veröffentlicht. Dennoch scheinen viele Medien zuversichtlich, was die Hardware angeht. Der Grund liegt häufig in Modellnummern: Diese deuten darauf hin, dass es sich um Rebrands der Redmi-Turbo-Serie von Xiaomi handeln könnte — das Poco X8 Pro wäre demnach dem Redmi Turbo 5 zuzuordnen und das X8 Pro Max dem Turbo 5 Max. Solche Zuordnungen liefern bereits ein relativ detailliertes Bild, auch ohne offizielle Bestätigung.
Rebrand-Theorie: Bedeutung und Zuverlässigkeit
Rebrands sind in der Smartphone-Industrie üblich: Hersteller veröffentlichen technisch ähnliche Geräte unter verschiedenen Marken, um unterschiedliche Märkte oder Preispunkte zu adressieren. Ein Rebrand reduziert Entwicklungs- und Logistikkosten und ermöglicht schnellere Markteinführungen. Wenn das X8 Pro und das X8 Pro Max tatsächlich auf der Redmi Turbo-Serie basieren, lassen sich viele technische Eckdaten zuverlässig ableiten — Bildschirmgrößen, Auflösung, mögliche SoCs, Akkukapazitäten und Kamera-Hardware — auch wenn noch nichts offiziell bestätigt ist.
Vermutete technische Daten
Unter der Annahme, dass die Rebrand-Theorie zutrifft, sind folgende Spezifikationen zu erwarten. Diese Angaben beruhen auf Vergleichsmodellen, validen Leaks und Branchentrends, sollten aber bis zur offiziellen Produktvorstellung als vorläufig betrachtet werden.
Poco X8 Pro: Display, SoC und Kamera
Erwartet wird ein 6,59-Zoll-AMOLED-Panel mit einer Auflösung von etwa 1268 × 2756 Pixeln und einer Bildwiederholrate von 120Hz. Besonders auffällig sind die Angaben zur Spitzenhelligkeit: bis zu 3.500 Nits werden genannt, was außergewöhnlich hoch wäre und zu besserer Ablesbarkeit bei Sonnenlicht führen könnte. Als Prozessor wird der MediaTek Dimensity 8500 gehandelt — ein leistungsfähiges Mittelklasse-SoC mit guten Effizienz- und Performance-Eigenschaften, das für flüssiges Gaming und Multitasking ausgelegt ist.
Bei Kameras sprechen die Gerüchte von einem 50MP-Hauptsensor mit optischer Bildstabilisierung (OIS), einem 8MP-Ultraweitwinkel und einer 20MP-Frontkamera. Eine solche Kombination würde für die meisten Nutzer eine solide Alltagsfotografie erlauben, wobei OIS besonders bei low-light und Videoaufnahmen einen spürbaren Unterschied macht.
Poco X8 Pro: Akku und Ladegeschwindigkeit
Zum Akku heißt es, das Pro-Modell komme mit einer Nennkapazität von rund 6.500 mAh. Ergänzt wird dies von einer Unterstützung für schnelles Laden mit 100W per Kabel — eine Kombination, die in der Praxis sehr kurze Ladezeiten verspricht und gleichzeitig ausdauernde Laufzeiten für intensive Nutzung bieten sollte. 6.500 mAh in Verbindung mit einem effizienten AMOLED-Panel und einem energieeffizienten SoC könnte in realen Nutzungsszenarien zwei volle Tage bei moderater Nutzung ermöglichen.
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Poco X8 Pro Max: Größeres Display, stärkerer Akku
Das Pro Max würde dem Turbo 5 Max entsprechen und demnach ein größeres 6,83-Zoll-AMOLED-Display mit rund 1280 × 2772 Pixeln bieten, ebenfalls mit 120Hz. Unverändert bleibt die sehr hohe maximale Helligkeit, die für extreme Lesbarkeit im Freien und bessere HDR-Darstellung sprechen würde. Als SoC wird der Dimensity 9500s gehandelt, ein leistungsfähigerer Chip als der vermutete Dimensity 8500 im Pro-Modell. Auf dem Papier sehen die Kamerasetups gleich aus — das heißt ähnliche Bildsensoren und Brennweiten — doch Unterschiede in Software-Tuning und Prozessorleistung können zu unterschiedlichen Fotoergebnissen führen.
Akkukapazität und Ladeperformance des Pro Max
Die Leaks nennen für das Pro Max eine Akkukapazität von 8.500 mAh, wieder kombiniert mit 100W Schnellladung. Eine solche Akkugröße würde das Gerät in puncto Ausdauer klar vom Pro-Modell unterscheiden und es zu einer der besten Optionen für Anwender machen, die besonders lange Laufzeiten benötigen — zum Beispiel bei Reisen, intensivem mobilen Arbeiten oder längeren Gaming-Sessions.
Analyse: Marktpositionierung und Wettbewerb
Die Preispositionierung ist bemerkenswert. Mit einem Einstiegspreis unter €400 landet das X8 Pro in einem extrem hart umkämpften Midrange-Segment, wo Hersteller wie Samsung, Realme, Xiaomi/Redmi und OnePlus ebenfalls stark vertreten sind. Das X8 Pro Max mit einem Startpreis jenseits der €500-Marke rückt eher in Richtung gehobenes Mittelklasse-Segment (upper-midrange), ein Bereich, in dem Leistung, Displayqualität und Akkukapazität gegenüber dem Einsteigermarkt stärker gewichtet werden.
Wettbewerbsvorteile
Poco könnte mehrere Vorteile ausspielen: sehr große Akkus (6.500 mAh bzw. 8.500 mAh), 100W-Ladedienste, hochfrequente AMOLED-Displays und attraktive Preisgestaltung. Diese Kombination spricht Zielgruppen an, die lange Akkulaufzeiten, schnelles Laden und flüssige Displays wünschen, ohne in die Preisklasse von Flaggschiffen vorzudringen. Ein weiterer Pluspunkt wäre die potenzielle Nähe zu Redmi Turbo-Geräten, die bereits als solide Plattform gelten und damit ein gewisses Vertrauen in die Hardwarequalität erzeugen.
Risiken und mögliche Schwächen
Zu den Risiken zählen Software-Optimierung, Kamera-Software-Tuning sowie langfristige Unterstützung mit Updates — Punkte, in denen sich Geräte im gleichen Preissegment stark unterscheiden können. Auch die reale Helligkeit (sustained brightness), Thermik bei 100W-Ladevorgängen und mögliche Drosselung unter hoher Last sind Aspekte, die erst in Hands-on-Tests und Langzeiteinsätzen endgültig bewertet werden können. Schließlich bleibt die Frage der Verfügbarkeit in verschiedenen Märkten und die tatsächlichen Garantie- und Servicebedingungen in Europa.
Was Käufer jetzt tun sollten
Bis Poco die Angaben bestätigt oder korrigiert, sind diese Informationen mit Vorsicht zu genießen. Dennoch liefern die geleakten Preise und Spezifikationshinweise einen nützlichen Anhaltspunkt für Kaufentscheidungen und für Wettbewerber, die ihre eigenen Produktpläne abstimmen. Hier einige praktische Empfehlungen:
- Abwarten und vergleichen: Wer nicht sofort ein neues Gerät braucht, sollte auf die offizielle Vorstellung warten und anschließend Tests abwarten.
- Spec-Fokus: Achten Sie auf Displayqualität, Software-Support und reale Akkulaufzeit — nicht nur auf Papierdaten.
- Preis-Leistungs-Check: Vergleichen Sie die geleakten Preise mit Angeboten anderer Hersteller im gleichen Segment.
- Regionale Verfügbarkeit prüfen: Manche Modelle erscheinen zunächst nur in bestimmten Märkten; Import kann teurer und risikoreicher sein.
Verlässlichkeit von Leaks und nächste Schritte
Leaks wie dieser geben oft einen frühen Einblick in Preis- und Ausstattungsstrategien, sollten aber stets mit kritischer Distanz betrachtet werden. Technische Details stammen teilweise aus validen Quellen wie Firmware-Hinweisen, Modellnummern oder offiziellen Teilen von Händler-Systemen. Trotzdem werden Specs und Preise bis zur offiziellen Bestätigung durch Poco nicht als endgültig gelten.
Was wir als Nächstes erwarten
Erwarten Sie kontrolliertere Leaks, Tests von Vorseriengeräten und schließlich eine offizielle Ankündigung von Poco. Sobald Poco die Modelle vorstellt, werden detaillierte Testberichte, Benchmarks, Kamera-Vergleiche und Langzeittests erscheinen, die Klarheit über Leistung, Akkugestaltung und Software-Qualität liefern.
Fazit
Die geleakten Preise für das Poco X8 Pro und X8 Pro Max geben einen frühen Einblick in die Preis- und Produktstrategie von Poco. Ein Einstiegspreis unter €400 für das X8 Pro und ein höher angesetztes Pro Max deuten auf eine klare Segmentierung hin: aggressives Midrange-Angebot versus reichhaltiger ausgestattetes Upper-Midrange-Modell. Falls die technischen Spezifikationen wie AMOLED-Displays mit 120Hz, hohe Nits-Werte, Dimensity-Chips und sehr große Akkus mit 100W-Laden stimmen, könnten beide Modelle für Kunden interessant sein, die viel Wert auf Laufzeit und flüssige Darstellung legen. Letztlich bleibt abzuwarten, wie gut Poco diese Hardware in der Praxis umsetzt und wie das endgültige Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zur Konkurrenz ausfällt.
Bleiben Sie dran: Sobald Poco offizielle Informationen veröffentlicht, werden detaillierte Vergleiche und Tests folgen. Bis dahin geben diese Leaks sowohl Käufern als auch Rivalen einen ersten Orientierungsrahmen darüber, wie Poco Leistung und Preis in diesem Zyklus positionieren könnte.
Quelle: gsmarena





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