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Bevor die meisten im Silicon Valley überhaupt daran denken, ihren Laptop aufzuklappen, steckt Tim Cook schon tief im Tag. Der scheidende Apple-CEO ist seit Langem für seinen extrem frühen Start bekannt und wacht meist zwischen 4 und 5 Uhr morgens auf, um eine Routine zu beginnen, die auf Konzentration, Disziplin und Tempo ausgerichtet ist.
Zuerst kommt der Posteingang. Cook hat gesagt, dass er oft Hunderte von Kunden-E-Mails liest, bevor er zum Fitnessstudio geht, und direktes Feedback als eines der klarsten Fenster betrachtet, um zu sehen, wie Apples Produkte tatsächlich genutzt werden. Danach folgt das Training und ein ganzer Arbeitstag in Apples Hauptquartier, wo lange Arbeitszeiten und Marathon-Meetings zum Job gehören.
Ein solcher Tagesablauf hat Cooks Führungsstil geprägt. Ruhig, strukturiert und intensiv praktisch orientiert spiegelt er die Anforderungen wider, eines der wertvollsten Unternehmen der Welt zu führen. Kaum Zeit wird verschwendet. Jede Minute scheint verplant.
Eine Routine für Kontrolle
Cook hat häufig angedeutet, dass ihm die frühen Morgenstunden den seltensten Luxus im Leben einer Führungskraft geben: Kontrolle. Vor den Anrufen, vor der Flut von Entscheidungen, bevor das gesamte Unternehmen in unterschiedliche Richtungen zieht, gibt es eine stille Zeitspanne, die nur ihm gehört. Dieses Zeitfenster, so sagt er, ist der Moment, in dem er sich am ausgeglichensten fühlt.
Es ist auch die Zeit, in der der scheidende Apple-Chef einige seiner klarsten Gedanken fasst. Die Gewohnheit, früh zu beginnen, dreht sich nicht nur um Produktivität. Es geht darum, dem Chaos voraus zu sein, das mit der Führung eines globalen Technologie-Giganten einhergeht.
Dieser Rhythmus könnte sich bald ändern. Am Montag kündigte Cook an, dass John Ternus, Apples Senior Vice President für Hardware-Engineering, am 1. September als nächster CEO des Unternehmens übernehmen wird. Die Übergabe markiert den Beginn einer neuen Ära für Apple und wahrscheinlich einen sehr anderen täglichen Takt an der Spitze.
Cook hat weite Teile seines Privatlebens privat gehalten, doch im Laufe der Jahre hat er genug Einblicke in seinen Zeitplan gegeben, um eines klarzustellen: Seine Tage waren nie gewöhnlich. Sie waren durchgeplant, fast bis auf die Minute.
Und für einen Manager in Apples Größenordnung könnte genau das der Sinn sein.
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