Oppo setzt auf tragbare Gimbal-Kameras: Projekt Fuyao

Berichte aus China deuten darauf hin, dass Oppo das Projekt Fuyao entwickelt, eine tragbare Gimbal-Kamera. Geplante Markteinführung im vierten Quartal neben der Find X10-Serie. Marktchancen, Konkurrenz und IDC-Absatzzahlen werden analysiert.

Lena Wagner Lena Wagner . Kommentare
Oppo setzt auf tragbare Gimbal-Kameras: Projekt Fuyao

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Oppo bereitet sich möglicherweise darauf vor, mehr zu tun als nur seine Flaggschiff-Smartphones zu erneuern. Neue Berichte aus China legen nahe, dass das Unternehmen stillschweigend ein neues handgeführtes Imaging-Projekt genehmigt hat, das gezielt auf den wachsenden Markt für intelligente Gimbal-Kameras abzielt.

Dem Bericht von Blue Whale Media zufolge trägt das Gerät den internen Codenamen Fuyao, und Oppo habe das Projekt bereits in die Entwicklungsphase überführt. Der Zeitpunkt ist interessant: Das Produkt soll angeblich für eine Markteinführung im vierten Quartal geplant sein, und es besteht eine realistische Chance, dass es zeitgleich mit der Find X10-Serie auf den Markt kommt, die voraussichtlich im Oktober erscheint.

Das wäre eine kluge Bühne für Oppo. Das Unternehmen hat über Jahre hinweg eine starke Reputation im Bereich Mobilfotografie aufgebaut, und eine kompakte Gimbal-Kamera erscheint wie eine natürliche Erweiterung dieser Expertise. Anders gesagt: Oppo fängt hier nicht bei null an. Es versucht, sein Imaging-Know-how in eine neue Art von Verbrauchergerät zu überführen.

Ein neuer Wettbewerb um den Markt für Taschenkameras

Oppo ist nicht die einzige Smartphone-Marke, die in dieser Kategorie schnuppert. Dem gleichen Bericht zufolge arbeitet vivo seit Ende des letzten Jahres an einer eigenen handgeführten Gimbal-Kamera, wobei das erste Modell bereits die Prototypen-Spritzgussphase hinter sich haben soll. Honor ist derweil bereits über seine Ökosystem-Plattform in den Markt eingestiegen. Zudem soll vivo eine Vlogging-Kamera entwickeln, die im September zusammen mit der Vivo X500-Serie debütieren könnte.

Hier wird es interessant. Jahrelang wurde der Markt für handgeführte Kameras von Spezialisten wie DJI und Insta360 dominiert. Sie kennen die Kategorie bis ins Detail. Sie verfügen über die Algorithmen, die Software-Feinabstimmung, die Lieferkettenstärke und die Vertriebskanäle, um Produkte erfolgreich zu platzieren. Smartphone-Hersteller bringen jedoch etwas anderes mit: Sie verstehen computergestützte Fotografie, KI-gestützte Bildverarbeitung und wie man hochwertige Hardware so verpackt, dass sie mainstreamtauglich statt nischenhaft wirkt.

Diese Kombination könnte den Markt durcheinanderbringen. Wenn Oppo, vivo und andere Smartphone-Hersteller sich wirklich diesem Segment verpflichten, könnten sie einen Preis- und Funktionsneustart erzwingen, der die derzeitigen Marktführer unter Druck setzt.

IDC-Daten, die im Bericht zitiert werden, deuten darauf hin, dass sich die Kategorie bereits in diese Richtung bewegt. Die weltweiten Auslieferungen handgeführter smarter Kameras, einschließlich Gimbals, Action-Kameras und Panoramamodellen, sollen 2025 bei 16,65 Millionen Einheiten gelegen haben. Gimbal-Kameras waren der am schnellsten wachsende Teil des Marktes, während DJI rund 62 Prozent des Weltmarktanteils hielt und Insta360 fast 12 Prozent ausmachte.

Für Oppo ist der Schritt strategisch sinnvoll. Das Unternehmen hat Imaging stets als zentrale Markenstärke genutzt, und Fuyao könnte das Produkt sein, das diese Identität über Smartphones hinaus erweitert. Wenn es zusammen mit der Find X10-Serie auf den Markt kommt, wäre es nicht nur ein neues Zubehör oder ein Nebenprojekt. Es wäre eine deutliche Erklärung von Oppo, wohin die Entwicklung der Verbraucherbildgebung als Nächstes gehen könnte.

"Smartphone-Expertin mit einem Auge fürs Detail. Ich teste nicht nur die Leistung, sondern auch die Usability im Alltag."

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