Segway Xaber 300: Leichtes Elektro-Enduro mit Power

Segway präsentiert das Xaber 300: ein leichtes elektrisches Geländemotorrad mit 21 kW Spitzenleistung, 96 km/h Höchstgeschwindigkeit, 85 kg Gewicht und moderner Elektronik. Leistung, Reichweite und Offroad-Features vereint.

Sarah Hoffmann Sarah Hoffmann . Kommentare
Segway Xaber 300: Leichtes Elektro-Enduro mit Power

4 Minuten

Vergessen Sie Roller für einen Moment. Segway hat gerade etwas deutlich Ernsteres vorgestellt, das mit einer technischen Spezifikation daherkommt, die das Gespräch sofort verändert. Das neue Segway Xaber 300 ist kein E-Bike im Motocross-Look. Es ist ein echtes elektrisches Geländemotorrad mit echter Motorrad-Performance, leichter Bauweise und überraschend viel Technik im Paket.

Im Kern steckt ein Antriebsstrang mit einer Spitzenleistung von 21 kW, genug, um dem Xaber 300 eine angegebene Höchstgeschwindigkeit von 96 km/h zu ermöglichen. Segway gibt außerdem an, dass das Bike in 0 bis 80 km/h 5,5 Sekunden schafft, was es weit über das Niveau typischer Elektrofahrräder hebt und eindeutig in den Bereich leichter E-Motorräder einordnet.

Interessant an diesen Zahlen ist das Gewicht des Bikes. Der Xaber 300 wiegt nur 85 kg und bietet damit ein Leistungsgewicht, das beim Öffnen des Gasgriffs unmittelbar lebendig wirkt. Auf lockeren Untergründen, wo jedes Kilogramm zählt, kann dieses geringe Gewicht ein großer Vorteil sein.

Auch das Batterie-Setup ist bemerkenswert. Segway verwendet einen 72V-, 44Ah-Akku mit etwas mehr als 3 kWh Kapazität, aufgebaut mit Samsung 50S-Zellen. Die angegebene Reichweite liegt im mildesten Fahrmodus bei bis zu 100 km, realistischer Einsatz in aggressiveren Fahrmodi dürfte diese Zahl eher in die Nähe von etwa 50 km bringen. Das erscheint glaubwürdiger für ein Fahrzeug, das hart gefahren werden soll, statt für maximale Effizienz geschont zu werden.

Es gibt außerdem eine 5C-Entladefähigkeit, was wichtiger ist als eine glänzende Broschürenzahl. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass die Batterie auch bei hoher Leistungsanforderung konstant starke Energie liefern kann, statt bei schnellem oder technischem Fahren einzubrechen. Für ein elektrisches Geländemotorrad kann diese Konstanz den Unterschied ausmachen.

Gebaut wie ein Motorrad, nicht wie ein Gadget

Segway gibt an, der Xaber 300 basiere auf einem geschmiedeten Aluminiumrahmen, der vom Dakar-getesteten Prototyp der Marke inspiriert ist, und die übrige Hardware folgt diesem ernsten Anspruch. Die Federwege betragen vorne und hinten 220 mm und werden von einstellbaren Marzocchi-Komponenten übernommen. Gebremst wird mit vierkolbigen hydraulischen Bremssätteln an 220 mm Scheiben.

Diese Kombination lässt den Xaber 300 eher wie einen ernsthaften Konkurrenten zu einem herkömmlichen Verbrenner-Enduro aussehen als alles, was man üblicherweise mit dem Segway-Namen verbindet. Und genau das könnte das Ziel sein. Das Unternehmen wirkt entschlossen, aus der urbanen Mobilitätsnische herauszutreten und mit einem von Grund auf glaubwürdigen Produkt in den wachsenden Markt für elektrische Offroad-Fahrzeuge vorzudringen.

Dann ist da das Elektronikpaket, in dem Segways Hintergrund sichtbar wird. Fahrer können zwischen mehreren Leistungsstufen wählen, darunter 150, 200, 300 und ein kompletter Beast-Modus. Es gibt Traktionskontrolle, Rekuperationsbremsen und sogar eine virtuelle elektronische Kupplung, die das Gefühl einer konventionellen Motorradkupplung nachbilden soll.

Einige Softwarefunktionen wirken fast futuristisch für ein Geländemotorrad. Segway arbeitet an einem Virtual Wheelie Coach, mit dem Fahrer einen maximalen Wheelie-Winkel einstellen können, während GPS-Tracking, Geofencing und Over-the-Air-Updates eine vernetzte Funktionalität bieten, die in diesem Segment noch ungewohnt ist. Ein 2,4-Zoll-TFT-Display übernimmt die Bedienoberfläche und verleiht dem Bike einen deutlich modernen E-Fahrzeug-Charakter.

Der Xaber 300 soll ab dem 15. Mai über autorisierte Händler erhältlich sein. Der Listenpreis liegt bei etwa 4.930 €, basierend auf der aktuellen Umrechnung von 5.299 $. Damit positioniert er sich in einem interessanten Marktsegment, besonders für Käufer, die ein elektrisches Geländemotorrad mit echter Leistung suchen, ohne in die Preisklassen größerer Premium-Marken vorzudringen.

Bemerkenswert ist nicht nur die Geschwindigkeit oder die Technik. Es ist das Gefühl, dass Segway aufgehört hat zu experimentieren und begonnen hat, sich festzulegen. Das Unternehmen hat zuvor mit Offroad-Elektrozweirädern geflirtet, aber dies wirkt wie ein ausgereifterer und selbstbewussterer Schritt. Wenn der Xaber 300 so fährt, wie seine Zahlen es versprechen, hat Segway dem Markt für elektrische Geländemotorräder vielleicht gerade einen der unerwartetsten neuen Herausforderer geliefert.

"Nachhaltige Technologie ist die Zukunft. Ich schreibe über Green-Tech und wie Digitalisierung dem Planeten helfen kann."

Kommentar hinterlassen

Kommentare