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Das lange Warten auf dem Parkplatz wird bald etwas weniger eintönig. Google plant, YouTube in Android Auto zu bringen und öffnet damit erstmals die Möglichkeit, Videos auf Infotainment-Bildschirmen im Auto abzuspielen, auf eine Art, die wirklich nützlich wirkt und nicht nur nach Spielerei aussieht.
Natürlich gibt es einen Haken. Videos werden nur abgespielt, wenn das Fahrzeug geparkt ist. Sobald sich das Auto in Bewegung setzt, stoppt die Wiedergabe auf dem Bildschirm automatisch. Das ist eine bekannte Sicherheitsmaßnahme, ähnlich wie Google Maps und Waze die Tastatureingabe sperren, sobald man fährt, und stattdessen zur Sprachsteuerung drängen.
Trotzdem ist das eine bemerkenswerte Änderung für Android Auto. Bisher konzentrierte sich die Plattform vor allem auf Navigation, Nachrichten, Musik und Podcasts. Mit YouTube ändert sich die Stimmung komplett. Plötzlich ist der Fahrzeugbildschirm nicht mehr nur ein Fahrbegleiter. Er wird zum Wartezimmerbildschirm für die Schulabholung, zum Begleiter an Ladestopps oder zur Unterhaltung, um die Zeit vor der Weiterfahrt zu überbrücken.
Google sagt, YouTube werde zu den ersten unterstützten Apps gehören, und das System könnte Videos mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde verarbeiten, wenn die Infotainment-Hardware des Fahrzeugs dazu in der Lage ist. Einfach gesagt bedeutet das: Besitzer benötigen ein entsprechend scharfes, hochauflösendes Display und die passende Fahrzeugtechnik für das flüssigste Erlebnis. Ist die Hardware bescheidener, sollte die Videowiedergabe trotzdem funktionieren, nur ohne denselben visuellen Feinschliff.
Zur Liste der erwarteten Fahrzeugmarken, die diese Funktion unterstützen werden, gehören bereits einige große Namen: BMW, Ford, Hyundai, Kia, Mercedes, Renault, Skoda und Volvo. Das verleiht dem Rollout echtes Gewicht, vor allem da Android Auto weiterhin sowohl in Massen- als auch in Premium-Modellen verbreitet wird.

Was passiert, wenn die Räder ins Rollen kommen?
Hier kommt Googles klügere Idee ins Spiel. Anstatt einfach alles abzuschalten, bekommt Android Auto auch einen reinen Audio-Modus für Video-Apps. Sobald sich das Auto in Bewegung setzt, wechseln unterstützte Apps vom Video weg und spielen den Ton im Hintergrund weiter, während das Display nur ein statisches Bild oder ein Vorschaubild zeigt.
Das ist ein praktischer Kompromiss. Eine Übergabe im Podcast-Stil ist weitaus sinnvoller, als Nutzer zur vollständigen Beendigung der Wiedergabe zu zwingen, besonders bei Inhalten, bei denen der Ton wichtiger ist als das Bild. Denken Sie an Interviews, Kommentarvideos, Nachrichtenclips, Erklärvideos oder lange Podcasts, die auf YouTube hochgeladen wurden.
Nicht jede App wird das automatisch können. Entwickler müssen ihre Software aktualisieren, um Hintergrund-Audio innerhalb von Android Auto zu unterstützen. Diese Einzelheit ist wichtig, da sie beeinflussen kann, welche Dienste zuerst verfügbar sind und wie flüssig das Erlebnis beim Start wirkt.
YouTube bringt seine eigene Komplikation mit. Hintergrund-Audio auf der Plattform ist normalerweise an YouTube Premium gebunden. Das heißt: Zwar könnten YouTube-Videos auf Android Auto für die Betrachtung im geparkten Zustand verfügbar sein, doch der nahtlose Wechsel zum Audio während der Fahrt könnte auf zahlende Abonnenten beschränkt sein. Nutzer der Gratis-Version könnten feststellen, dass die Wiedergabe gestoppt wird, sobald sich das Fahrzeug bewegt.
Google hat noch kein genaues Veröffentlichungsdatum genannt, aber die ersten Video-Apps sollen noch in diesem Jahr erscheinen. YouTube scheint der naheliegende Startpunkt zu sein, und sobald diese Tür offensteht, könnten größere Streaming-Anbieter wie Netflix leicht folgen. Für Fahrer mit Wartezeiten im Auto, die nicht unterwegs sind, wird Android Auto damit deutlich unterhaltsamer.
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