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Du musst nicht mehr auf einen Bildschirm tippen. Mit dem neuesten Update von Meta für das Ray-Ban Display kann das Schreiben einer Nachricht so dezent sein wie das Bewegen deiner Finger in der Luft, fast so, als würdest du unsichtbare Buchstaben nachzeichnen, die nur das Gerät erkennt.
Das auffälligste neue Feature ist Neurales Handschreiben, eine Funktion, die Metas smarte Brille deutlich über Fotoaufnahmen und Sprachbefehle hinaushebt. In Kombination mit dem im Lieferumfang enthaltenen Neural-Band-Armband kann die Brille winzige Finger- und Handbewegungen mittels Oberflächen-Elektromyographie (sEMG) erkennen und diese Gesten in getippten Text in einer verbundenen App umwandeln.
In der Praxis wirkt das etwas futuristisch. Setze das Ray-Ban Display auf, lege das Neural-Band ums Handgelenk und bewege die Finger, als würdest du von Hand schreiben. Das System interpretiert diese Bewegungen und verwandelt sie in eine Nachricht, die du über WhatsApp, Messenger, Instagram oder die Standard-Messaging-App deines Telefons senden kannst. Die Funktion ist sowohl für Android als auch für iPhone verfügbar, wodurch sie von Anfang an eine deutlich größere Reichweite hat.
Auch der Preis spielt eine Rolle. Die Brille wird zusammen mit dem Armband geliefert und kostet etwa 735 €, basierend auf dem aktuellen Euro-Äquivalent des ursprünglichen Preises von 799 $. Das ist nicht günstig, doch Meta setzt offensichtlich darauf, dass das Erlebnis sich genug anders anfühlt, um den Aufpreis zu rechtfertigen.
Das Update, das noch wichtiger ist
Neurales Handschreiben ist ein Feature, das schnell Aufmerksamkeit erregt, und das aus gutem Grund. Es ist ungewöhnlich, nützlich und leicht im Alltag vorstellbar. Doch die stillere Ankündigung könnte sich als die wichtigere erweisen: Meta öffnet das Ray-Ban Display jetzt für Web-App-Entwickler von Drittanbietern.
Dieser Wechsel verändert die Diskussion. Ein Gadget wird deutlich interessanter, wenn externe Entwickler darauf aufbauen können. Plötzlich wirkt das Ray-Ban Display weniger wie ein cleveres Wearable-Experiment und mehr wie eine aufstrebende Rechenplattform.
Die Möglichkeiten sind vielfältig. Entwickler könnten KI-Assistenten schaffen, die im Sichtfeld leben, Produktivitätstools für schnelle Antworten und Erinnerungen, Navigations-Layer, die sich unterwegs natürlicher anfühlen, Zugänglichkeitsfunktionen für Menschen, die freihändige Interaktion benötigen, oder gestenbasierte Erlebnisse, die weit über Messaging hinausgehen. Wenn Meta dies konsequent umsetzt, könnte dies die Art von Ökosystem-Schritt sein, der darüber entscheidet, ob smarte Brillen zum Mainstream werden oder eine Nischenkuriosität bleiben.
Das Update enthält noch einige weitere bemerkenswerte Ergänzungen. Die Display-Aufnahme kann nun erfassen, was auf dem Linsen-Display angezeigt wird, zusammen mit Kameraaufnahmen und Umgebungs-Audio in einer einzigen Videodatei. Das kann für Demos, Tutorials oder einfach dafür nützlich sein, anderen zu zeigen, was der Träger tatsächlich erlebt hat.
Meta erweitert außerdem Fußgänger-Routen für die gesamten Vereinigten Staaten und fügt Unterstützung für große internationale Städte wie London, Paris und Rom hinzu. Live-Untertitel werden auf Sprachnachrichten in WhatsApp, Messenger und Instagram-DMs ausgeweitet, eine praktische Barrierefreiheits-Verbesserung, die bei Nutzern, die textbasierte Kommunikation bevorzugen, ankommen sollte. Darüber hinaus soll Muse Spark AI noch in diesem Sommer für die Brille erscheinen.
Sechs Monate nach dem Start beginnt das Ray-Ban Display wie etwas zu wirken, das ernster ist als ein experimentelles Zubehör. Die Finger-Schreibfunktion ist zwar auffällig, doch die eigentliche Geschichte ist das Plattform-Spiel darunter. Meta aktualisiert nicht nur smarte Brillen. Das Unternehmen schafft die Grundlage für eine neue Art tragbarer Schnittstelle.
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