Apples gestrichene Extreme-Chips und das Ende des Mac Pro

Apple strich die geplanten M2 Extreme/M3 Extreme und pausierte die Mac Pro-Produktion. Interne Prototypen (J170, J190), hohe Fertigungskosten und schwache Nachfrage führten zur Neuausrichtung auf das Mac Studio mit M5 Ultra.

Sarah HoffmannSarah Hoffmann.
Apples gestrichene Extreme-Chips und das Ende des Mac Pro

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Die leistungsstärksten Chips, die Apple nie veröffentlicht hat, waren mehr als ein Gerücht. Sie waren ein Versprechen roher Rechenleistung, die M2 Extreme und M3 Extreme, die darauf abzielten, Apples Ultra-Klasse-Silizium zu übertreffen, indem sie CPU- und GPU-Kerne verdoppelten. Dann wurden die Pläne verworfen.

Im Inneren von Apples gestrichenem Mac Pro-Projekt

Mark Gurman von Bloomberg legte das interne Denken dar: Apple hatte kurz versucht, eine Extreme-Familie für zukünftige Mac Pro-Systeme aufzubauen, doch Produktionskosten und eine trübe Nachfrageprognose beendeten die Idee. Es war kein technisches Hindernis. Die Extreme-Modelle wären logische nächste Schritte gewesen und sollten Leistung weit über der Ultra-Klasse liefern. Die wirtschaftliche Argumentation hielt einfach nicht stand.

Es gibt mehr als nur die Chips. Im März pausierte Apple die Mac Pro-Produktion nach etwa 20 Jahren kontinuierlicher Verkäufe und entfernte das Gerät stillschweigend aus seinem Online-Shop. Interne Tests zeigen jedoch, dass Cupertino vor dieser Entscheidung Alternativlösungen prüfte. Zwei unveröffentlichte Prototypen mit den Codenamen J170 und J190 gehörten zum Notfallplan von Apple.

J170 sorgt für Aufsehen: ein Intel-basiertes Mac Pro-Experiment, das durchgeführt wurde, während Apple noch seine Produktpalette auf Apple Silicon umstellte. Warum überhaupt Intel testen? Weil einige professionelle Kunden an Legacy-Workflows und spezialisierter Hardware gebunden sind, die auf x86 weiterhin am besten laufen. J190 hingegen entsprach Apples Silicon-Roadmap; es sollte zusammen mit einer M3-Ultra-Variante und einem aufgefrischten Mac Studio Anfang 2025 ausgeliefert werden.

Warum also den Stecker ziehen? Hohe Wafer- und Verpackungskosten. Begrenzte Nachfrage nach ultra-hochwertigen Tower-Computern. Apples Kalkül bevorzugte die Bündelung von Entwicklungsaufwand auf weniger, dafür profitablere Plattformen. Das Mac Studio ist jetzt der Fokus für Workstation-Käufer, und interne Hinweise deuten auf ein Mac Studio-Update mit M5 Ultra hin, das noch in diesem Jahr erwartet wird.

Wird der Mac Pro zurückkehren? Wahrscheinlich nicht in seiner alten Form. Apple scheint darauf zu setzen, dass modulare Tower-Workstations ein schrumpfendes Segment sind und dass konzentrierte Leistung in kleineren, integrierten Systemen kommerziell und operativ sinnvoller ist. Für Profis, die maximale Rechenleistung wünschen, plant Apple, die Studio-Reihe aufzurüsten, statt den klassischen Pro-Tower wiederzubeleben.

Das erinnert daran, dass selbst die ehrgeizigsten Hardware-Ideen nicht an technischen Grenzen, sondern an der Marktrealität gescheitert sein können. Ehrgeiz traf auf Buchhaltung, und die Buchhaltung setzte sich durch.

Sarah Hoffmann
"Nachhaltige Technologie ist die Zukunft. Ich schreibe über Green-Tech und wie Digitalisierung dem Planeten helfen kann."

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