Samsung definiert Monitore neu: OLED, 360Hz bis 1.100Hz

Samsung präsentierte auf der Gamescom 2026 neue Odyssey-Monitore: QD-OLED-Modelle bis 360 Hz, IPS-Modelle bis 1.100 Hz, HDR10+ Gaming-Partnerschaft und Features für Profi-Gamer und Content-Ersteller.

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Samsung definiert Monitore neu: OLED, 360Hz bis 1.100Hz

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Mehr als tausend Hertz? Samsung sagt: ja. Auf der Gamescom 2026 hat das Unternehmen mit einer neuen Reihe von Odyssey-Monitoren alle Erwartungen übertroffen. Die Spezifikationen lesen sich wie ein Fiebertraum: extreme Bildwiederholraten, riesige OLED-Panels und mindestens ein Modell, das die Definition von „flüssig“ neu setzt.

An der Spitze steht der Odyssey OLED G9, ein 49-Zoll-Dual-QHD-Bolide mit 360 Hz auf Basis eines gebogenen QD-OLED-Panels der fünften Generation. Samsung zufolge arbeitet das Panel rund 1,3-mal effizienter als die Vorgängergeneration und bietet die doppelte Lebensdauer. Dank einer vollständigen RGB-Subpixel-Anordnung wirken Texte überraschend scharf. Die Spitzenhelligkeit liegt bei rund 1.300 Nits in einem kleinen 3-Prozent-Fenster bei 4K-äquivalenter Leuchtdichte. Nativ läuft der Monitor mit 5.120 x 1.440 Pixeln bei 360 Hz und einer angegebenen GtG-Reaktionszeit von 0,03 ms. Wer die Auflösung reduziert, kann einen Modus mit höherer Bildrate aktivieren und tauscht dabei Pixel gegen Geschwindigkeit.

Der Odyssey OLED G8 fällt etwas kompakter aus, bleibt aber ebenso kompromisslos. Der 32-Zoll-UHD-QD-OLED erreicht nativ 360 Hz und bietet zusätzlich abgestufte Modi: 520 Hz bei QHD und sogar 680 Hz bei FHD. Nutzer können somit zwischen höherer Auflösung und maximaler Bildrate wählen. Auch bei den Details zeigt sich Samsung großzügig: Die Glare-Free-Folie soll Spiegelungen gegenüber typischen Antireflexbeschichtungen um etwa die Hälfte reduzieren. Das Panel ist nach VESA DisplayHDR True Black 600 zertifiziert und unterstützt AMD FreeSync Premium Pro sowie NVIDIA G-Sync. Für hohe Bandbreiten stehen DisplayPort 2.1 UHBR20, zwei HDMI-Anschlüsse, USB-C mit 98 W Power Delivery sowie ein kleiner USB-Hub mit KVM-Unterstützung für Multi-System-Setups bereit.

Nicht jeder möchte ein Ultrawide-Monster auf dem Schreibtisch haben. Der Odyssey OLED G7 ist ein gebogener 42-Zoll-Monitor im 16:9-Format mit 1000R-Krümmung. Er richtet sich an Spieler, die ein großes, klassisches Seitenverhältnis mit OLED-Kontrast und 4K-Auflösung bevorzugen. Bei 165 Hz ist Schluss – für Konsolen- und PC-Gaming aber weiterhin schnell genug, wenn Bildqualität wichtiger ist als maximale Bildraten.

Dann gibt es noch das Modell, das zunächst unglaubwürdig klingt, bis man das Datenblatt sieht: Der überarbeitete Odyssey G6, ein 27-Zoll-IPS-LCD, erreicht nun bis zu 1.100 Hz bei HD-Auflösung. Ja, 1.100 Hz. Das bewegt sich im 720p-Bereich; bei QHD sind es noch immer beeindruckende 600 Hz. Der Kompromiss lautet Auflösung gegen extrem niedrige Bildlatenz – und dürfte eine sehr spezielle Gruppe kompetitiver Spieler ansprechen, die aus jeder Millisekunde das Maximum herausholen wollen.

Samsung verkauft nicht nur Panels. Das Unternehmen kündigte auch eine Content-Offensive an: Gemeinsam mit Activision Blizzard soll HDR10+ Gaming in 20 AAA-Titel kommen. Der Rollout soll bis zur ersten Hälfte des Jahres 2027 erfolgen und mit Call of Duty: Modern Warfare 4 starten. HDR10+ Gaming ist ein lizenzfreies dynamisches HDR-Format, das von Samsung und einer Handvoll weiterer Anbieter unterstützt wird. Es bietet spielbezogene Metadaten und Funktionen, die Kontrast und Farben auch in schnellen Szenen erhalten sollen. Zusätzlich gibt es HDR10+ Advanced für kinoreife Inhalte – für Zuschauer, die denselben dynamischen Ansatz bei Filmen und Serien wünschen.

Bei diesen Monitoren geht es ebenso sehr um Positionierung wie um Leistung. Samsung signalisiert, dass das Rennen um höhere Bildwiederholraten und dichtere OLED-Technik nicht vorbei ist, sondern weiter an Fahrt gewinnt. Ob Gamer, Streamer und Kreative die Kompromisse bei Auflösung, Latenz und Preis akzeptieren werden, bleibt abzuwarten. Für den Moment ist die Botschaft klar: Wer dachte, 240 Hz seien das Maximum, hat nicht aufgepasst.

Samsung hat Monitor-Datenblätter in einen neuen Orbit geschossen. Debatten, Begeisterung und ein Gerangel darüber, wer diese Geschwindigkeit tatsächlich braucht, sind vorprogrammiert.

Lukas Schmidt
"Als Technik-Journalist analysiere ich seit über 10 Jahren die neuesten Hardware-Trends. Mein Fokus liegt auf objektiven Tests und Daten."

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