Wenn die Kamerainsel eines Smartphones fast so breit ist wie das gesamte Gerät, bleibt man beim Scrollen unweigerlich hängen. Genau das dürfte bei einem geleakten Foto und einem Hands-on-Clip auf TikTok passieren, die angeblich das vivo X500 Pro Max mit seinem geradezu überdimensionierten Kameraring zeigen.

Das Bild zeigt zwei Smartphones nebeneinander. Das linke erinnert an das vivo X300 Ultra, das rechte soll das kolportierte X500 Pro Max sein. Der Unterschied ist offensichtlich: Das Kameramodul des X500 zieht sich wie eine Horizontlinie über die Rückseite. Es wirkt dramatisch, bewusst inszeniert und kaum zu übersehen.

Der TikTok-Clip macht aus dem Teaser ein kleines Spektakel. Liegt es am Blickwinkel, an der Beleuchtung oder am Design? Der Ring scheint an der Oberseite hervorzustehen und trägt winzige Zahlen entlang seines Randes. Könnten diese Markierungen ISO-Werte anzeigen? Oder handelt es sich um ein Designelement, das analoge Bedienelemente imitieren soll? In jedem Fall wirkt der Ring nicht rein dekorativ, sondern so, als sei er zum Anfassen und Drehen gedacht – vermutlich, um unterwegs manuelle Kameraeinstellungen anzupassen.

Leaks zufolge setzt das Gerät auf ein Triple-Kamera-Setup mit zwei 50-MP-Sensoren und einem 200-MP-Modul. Als Hauptkamera soll ein 50-MP-Sony-Sensor im 1/1,28-Zoll-Format dienen. Die Telefotoeinheit soll angeblich einen 200-MP-Samsung-HP0-Sensor im 1/1,4-Zoll-Format nutzen – denselben hochauflösenden Tele-Sensor, der bereits im X300 Ultra zum Einsatz kommt. Als Ultraweitwinkelkamera könnte ein weiterer 50-MP-Sony-Chip aus der IMX8-Serie verbaut sein. Vollständig bestätigt ist davon bislang nichts, doch das Gerüchtebild passt zu vivos jüngstem Kurs: mehr Pixel, größere Sensoren und zunehmend ambitioniertes Hardware-Design.

Sollte der Ring zugleich als physische Steuerung für Belichtung, ISO oder Zoom-Voreinstellungen dienen, wäre das einer der deutlichsten Versuche, taktile Kamerabedienung mit moderner Smartphone-Fotografie zu verbinden.

vivo hat bereits einige offizielle Spezifikationen für das Pro-Max-Modell veröffentlicht. Das Display soll ein 6,85-Zoll-LTPO-Panel mit 144-Hz-Bildwiederholrate sein, angeblich das weltweit erste BOE-Q11-Panel dieser Größe und Klasse. Im Inneren plant vivo den Einsatz eines kommenden Chips der Dimensity-9600-Klasse, der Leistung und Effizienz auf Flaggschiff-Niveau verspricht.

  • Display: 6,85 Zoll LTPO, 144 Hz (BOE-Q11-Panel)
  • CPU: Einer der kommenden Dimensity-9600-Chips
  • Kameras (geleakt): zwei 50 MP + 200 MP-Telefoto (1/1,4 Samsung HP0)

Die vivo-X500-Familie soll Berichten zufolge im September starten und aus dem X500, dem X500 Pro und dem X500 Pro Max bestehen. Ein Ultra-Modell wird ebenfalls erwartet, könnte jedoch später erscheinen und möglicherweise nicht weltweit angeboten werden – ein Muster, das vivo in den vergangenen Jahren bei bestimmten Flaggschiff-Varianten verfolgt hat. Damit dürfte das Pro Max am ehesten ein breiteres Publikum erreichen, während das Ultra ein regionales Aushängeschild bleiben könnte.

Was sehen wir also tatsächlich? Ein Gimmick für virale Clips oder eine durchdachte neue Bedienoberfläche, die Hobbyfotografen ein taktileres Fotografieren mit dem Smartphone ermöglicht? Der Kameraring könnte ein cleverer Marketingtrick sein. Er könnte aber auch ein kleines Umdenken bei der Ergonomie mobiler Kameras einläuten: Tasten und Drehregler, neu gedacht für das Touchscreen-Zeitalter.

Halte deine Benachrichtigungen im September im Blick. Das könnte eine dieser Hardware-Ideen sein, die entweder schnell verpuffen oder unverzichtbar werden.