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Bei der ersten gemeinsamen Pressekonferenz von Bosch und Siemens auf der IFA in Berlin war künstliche Intelligenz allgegenwärtig. Die wichtigere Botschaft fiel jedoch bodenständiger aus: Technologie zählt nur, wenn sie den Alltag erleichtert.
BERLIN – Künstliche Intelligenz mag eines der lautesten Themen auf der IFA 2026 sein, doch Bosch und Siemens nutzten ihre gemeinsame Pressekonferenz in Berlin, um eine deutlich andere Botschaft zu vermitteln.
Die Zukunft des vernetzten Zuhauses besteht ihrer Ansicht nach nicht darin, Geräte allein deshalb mit KI auszustatten, weil es technisch möglich ist. Vielmehr geht es darum, Produkte einfacher bedienbar, zuverlässiger, persönlicher und idealerweise deutlich länger nutzbar zu machen.
Diese Idee verband eine ungewöhnlich breite Palette an Ankündigungen bei BSHs erster gemeinsamer IFA-Pressekonferenz von Bosch und Siemens, die am 2. September in Halle 1.1 der Messe Berlin stattfand. BSH-Vorstand und Chief Sales & Service Officer Rudolf Klötscher eröffnete die Präsentation, bevor er die Bühne an Christoph Luis für Bosch und Ulrike Pesta für Siemens übergab.
Ihre Auftritte zeigten zwei unterschiedliche Auslegungen derselben übergeordneten Strategie. Bosch setzte stark auf Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und praktische Unterstützung im Alltag. Siemens betonte dagegen künstliche Intelligenz, Personalisierung und Premium-Design.
Beide einte die Überzeugung, dass ein Gerät seinen Wert auch lange nach dem Kauf unter Beweis stellen muss.

BSH will die Beziehung nach dem Kauf fortführen
Klötscher stellte den Vormittag unter ein weniger greifbares Thema als einen neuen Backofen oder eine Waschmaschine: Vertrauen.
Für BSH endet das Kundenerlebnis nicht, wenn ein Gerät das Geschäft verlässt. Vernetzte Ökosysteme, Software und Kundenservice prägen zunehmend, wie Menschen ein Produkt über Jahre hinweg erleben.
Das erhöht den Druck auf Hersteller, nicht nur an die Produktvorführung zu denken, sondern auch daran, was passiert, wenn etwas schiefläuft.
Klötscher betonte die Rolle des Kundenservice in dieser Beziehung. Sie reiche von Hilfestellung innerhalb einer App bis zum direkten Gespräch mit einem Experten, wenn ein Gerät ausfällt. In einer zunehmend digitalen Umgebung bleibe der menschliche Aspekt des Services besonders wichtig.
Das war eine wichtige Einleitung für das, was folgte. Weder Bosch noch Siemens präsentierten Konnektivität als Selbstzweck. Die wiederkehrende Botschaft der Konferenz lautete: Unsichtbare Technologie kann letztlich wertvoller sein als Technologie, die ständig Aufmerksamkeit verlangt.
Bosch: vom Keller bis zum Dach
Christoph Luis näherte sich diesem Gedanken über die Präsenz von Bosch im gesamten Zuhause.
Das Angebot des Unternehmens reicht über klassische Küchen- und Wäschegeräte hinaus bis hin zu Heizung, Lüftung, Klimatisierung und Smart-Home-Produkten. Ein auf der IFA angekündigtes Beispiel ist die Möglichkeit, Bosch Smart Home Heizkörperthermostate mit Bosch-Wärmepumpen zu verbinden. Das ermöglicht eine bedarfsorientierte Beheizung und einen automatischen hydraulischen Abgleich.
Doch Luis sprach mindestens ebenso viel über Langlebigkeit wie über Konnektivität.

Bosch gibt an, seine Waschmaschinen und Trockner unter geeigneten Bedingungen für eine Lebensdauer von bis zu 20 Jahren zu entwickeln und zu testen. Das Unternehmen fasst diesen Anspruch unter der Botschaft „Getestet für 20 Jahre“ zusammen. Dabei geht es weniger darum, ein Gerät spektakulär zu machen, sondern darum, es so zuverlässig zu gestalten, dass es im Alltag kaum noch auffällt.
Bosch versucht zudem, diese Langlebigkeit auf dem Gebrauchtmarkt sichtbarer zu machen.
Das neue Q-Trust-System erstellt für kompatible Bosch-Geschirrspüler eine digitale Bewertung. Besitzer können über Home Connect einen Selbsttest durchführen. Gerätedaten werden genutzt, um ein Zertifikat zu erstellen, das potenziellen Käufern mehr Informationen über Zustand und Historie der Maschine liefern soll. Bosch bezeichnet Q-Trust als die erste digitale Qualitätsprüfung dieser Art.
Das ist eine interessante Erweiterung des Konzepts vernetzter Geräte. Statt dass Konnektivität nur während der Nutzung durch den Erstbesitzer nützlich ist, versucht Bosch, Gerätedaten zu einem Bestandteil des Restwerts eines Produkts zu machen.
KI zieht in die Bosch-Küche ein, übernimmt aber nicht die Kontrolle
Künstliche Intelligenz spielte zwangsläufig auch in der Bosch-Präsentation eine Rolle.
Bosch Cook AI kombiniert KI, Gerätesensorik und das Home Connect-Ökosystem, um Nutzer bei komplexeren Kochprozessen zu unterstützen. Das System kann Anleitungen geben, die Zeitplanung zwischen Geräten koordinieren und den Kochablauf anpassen. Die endgültige Kontrolle bleibt jedoch bei der Person, die das Essen zubereitet.

Diese Unterscheidung zog sich durch die gesamte Konferenz: KI als Assistent statt als autonome Ersatzfunktion für den Nutzer.
BSH hatte bereits eine breitere Ausrichtung in diese Richtung erkennen lassen. Anfang des Jahres stellte das Unternehmen Bosch Cook AI als System vor, das KI mit Gerätetechnik und Sensorik kombiniert, um dynamisch beim Kochen zu helfen und mehrere Geräte zu koordinieren.
Einige der greifbarsten IFA-Ankündigungen von Bosch fielen allerdings deutlich einfacher aus.
Heißluftfritteusen werden zur vollständigen Bosch-Produktfamilie
Bosch ist vergleichsweise spät in die Kategorie der Heißluftfritteusen eingestiegen, baut sein Angebot nun aber kräftig aus.
Die neue Serie 2 richtet sich mit ihrem kompakten Format und einem vier Liter großen Garraum an kleinere Küchen. Am anderen Ende des Portfolios steht die Serie 6 Double Stack mit zwei vertikal gestapelten Schubladen mit jeweils sechs Litern Volumen und einer Gesamtkapazität von 12 Litern.
Bosch zufolge zählt sie damit zu den größten Double-Stack-Heißluftfritteusen auf dem Markt und bietet Platz für bis zu zwei Kilogramm Pommes frites.
Die 12-Liter-Kapazität und die Zwei-Schubladen-Konfiguration werden auch in den offiziellen Produktinformationen von Bosch zur Serie 6 Double Stack bestätigt.
Das breitere Angebot spiegelt ein Thema wider, auf das Luis wiederholt zurückkam: Haushalte brauchen nicht alle dieselbe Lösung. In einer kleinen Wohnung zählt möglicherweise vor allem die Stellfläche auf der Arbeitsplatte, während Familien eventuell zwei Gerichte gleichzeitig zubereiten oder größere Mengen kochen möchten.

Mehr Stauraum ohne größeres Gerät
Dieselbe Denkweise verfolgt Bosch bei Kühlgeräten.
Die neuen freistehenden Kühlschränke und Gefriergeräte vergrößern den nutzbaren Innenraum, behalten jedoch konventionelle Außenmaße bei. Ein konfigurierbares Flex Door-System ermöglicht es, Türfächer je nach Größe und Art der gelagerten Lebensmittel zu verschieben.
Boschs neu angekündigte Einzeltürreihe umfasst Kühlschränke mit 402 Litern Fassungsvermögen und Gefriergeräte mit 334 Litern. Das Flex Door-Design erlaubt es Nutzern zudem, Ablageflächen und Elemente an ihre Bedürfnisse anzupassen.
Das ist im klassischen Sinn keine spektakuläre Technologie, passt aber sehr gut zum übergreifenden Thema der Pressekonferenz: vertraute Geräte rund um kleine alltägliche Ärgernisse neu zu denken.
Nachhaltigkeit zieht in Bosch-Backöfen ein
Auch die Bosch Green Collection wächst weiter.
Auf der IFA kündigte Bosch an, das Sortiment nun um Backöfen zu erweitern. Laut Präsentation weisen die in ihrer Produktion verwendeten Materialien im Vergleich zu Standardmodellen eine um 20 Prozent geringere CO2-Bilanz auf. Der Dark-Inox-Griff besteht zu 85 Prozent aus recyceltem Material. Bosch erklärte, dass der Produkt-CO2-Fußabdruck unabhängig vom TÜV zertifiziert wurde.
Die Green Collection selbst ist nicht neu. Bosch setzt bereits in anderen Produktkategorien Stahl mit niedrigerer CO2-Bilanz, recycelte Materialien und biobasierte Rohstoffe ein, um materialbedingte Emissionen zu reduzieren.

Bosch setzt auf halbautomatischen Espresso
Eine weitere bemerkenswerte Erweiterung betrifft Kaffee.
Die Home Coffee Serie 4 ist Boschs erste halbautomatische Siebträger-Espressomaschine. Sie erschließt das Segment für Menschen, die stärker in die Kaffeezubereitung eingebunden sein möchten, statt sich allein auf den Knopfdruck eines Vollautomaten zu verlassen.
Die Maschine kombiniert ein integriertes Scheibenmahlwerk mit 30 Mahlgraden, fünf Dosier-Voreinstellungen und einstellbarer Brühtemperatur. Der Edelstahl-Siebträger nutzt den professionellen Standarddurchmesser von 58 mm. Ein Antistatik-System soll zudem die bekannte Verschmutzung durch Kaffeemehl rund um das Mahlwerk reduzieren.
Das ist eine etwas andere Interpretation von Komfort. Statt das Ritual zu automatisieren, versucht Bosch, einen manuellen Kaffeeprozess zugänglicher zu machen, ohne Enthusiasten die gewünschte Kontrolle zu nehmen.

OneFlow vereint Saugen und Wischen
Die Reinigung lieferte eine der praktischeren Demonstrationen des Vormittags.
Der neue Bosch OneFlow Nass- und Trockensauger saugt und wischt Hartböden in einem Arbeitsgang und kann mit einer Akkuladung mehr als 150 Quadratmeter abdecken. Nach der Reinigung kann die Dockingstation die Rolle mit heißem Wasser waschen und mit Heißluft trocknen.
Die offiziellen Spezifikationen von Bosch ergänzen weitere Details: Die Rolle wird mit auf bis zu 70 °C erhitztem Wasser gereinigt und mit Luft getrocknet, die bis zu 75 °C erreichen kann. Das Produkt wird in Versionen der Serie 4 und Serie 6 eingeführt.
Bosch zeigte außerdem seinen Eyes Plus Smart-Home-Service. Dieser nutzt die Personenerkennung von Innen- und Außenkameras, um vertraute Personen von Fremden zu unterscheiden und Benachrichtigungen zu priorisieren, die das System als relevant einstuft.
Insgesamt war die Bosch-Präsentation weniger von einem einzelnen Schlagzeilenprodukt geprägt als von einer Reihe kleinerer Ansätze, Reibungspunkte im Alltag zu beseitigen.
Siemens griff anschließend dasselbe Grundprinzip auf, führte es jedoch in eine deutlich stärker premiumorientierte und KI-lastigere Richtung.

Siemens versteht KI als Teil des Geräts
Ulrike Pesta eröffnete die Siemens-Präsentation mit einer Statistik, die die Strategie des Unternehmens erklärt.
Laut NielsenIQ-Forschung, so Pesta, betrachten 57 Prozent der europäischen Verbraucher Komfort als wichtigsten Faktor beim Kauf von Smart-Home-Geräten. KI-gestützte Personalisierung gewinne dabei an Bedeutung.
Für Siemens bedeutet das, dass Intelligenz tiefer in das Produkt integriert werden sollte, statt als Sammlung separater Smart-Funktionen zu existieren.
Ein Beispiel ist ein KI-gestützter sprechender Backofen, der Anfang des Jahres in China eingeführt wurde. Statt auf starre Sprachbefehle oder einen externen Smart Speaker zu setzen, versteht der Backofen konversationelle Sprache direkt und kann Nutzer durch den Kochprozess führen.

BSH hatte zuvor den Start seines ersten Backofens mit vollständig integrierter KI-gestützter Sprachsteuerung in China bestätigt – als Teil einer breiteren Strategie, konversationelle Schnittstellen in Haushaltsgeräten einzusetzen.
Siemens beschrieb außerdem ein intelligentes Kühlsystem, das gefrorene Lebensmittel in einem speziellen Fach schnell auftauen kann. Laut Unternehmen lässt sich gefrorenes Fleisch in rund zehn Minuten in einen Zustand bringen, in dem es geschnitten werden kann. Sensoren und Algorithmen steuern den Prozess so, dass die Textur erhalten bleibt.
Diese Beispiele bereiteten den zentralen Punkt der Siemens-Küchenpräsentation vor.
Ein Backofen, der Familienrezepte lernt
Der iQ700-Backofen nutzt bereits eine Kamera und künstliche Intelligenz, um Speisen zu erkennen und automatisch geeignete Garprogramme auszuwählen.
Auf der IFA 2026 erklärte Siemens, das System könne mehr als 100 Gerichte erkennen. Die größere Neuerung in diesem Jahr ist jedoch die Personalisierung.
Nutzer können dem Backofen nun eigene Rezepte beibringen – etwa eine bestimmte Lasagne, einen Familien-Apfelkuchen oder einen Sonntagsbraten. Sobald ein Rezept programmiert ist, kann der Backofen das Gericht künftig erkennen und automatisch die passenden Zubereitungseinstellungen abrufen.
Frühere Generationen der iQ700-Plattform nutzten bereits eine integrierte Kamera und KI zur automatischen Gerichterkennung. Siemens hatte die Zahl der erkennbaren Speisen über aufeinanderfolgende Generationen schrittweise erweitert.
Mit der neuen personalisierten Rezeptfunktion ändert sich die Richtung des Lernens. Das Gerät ist nicht mehr darauf beschränkt, von Siemens definierte Gerichte zu erkennen, sondern kann sich an die Mahlzeiten anpassen, die für einen einzelnen Haushalt wichtig sind.

Siemens setzt weiter auf mattes Design
Intelligenz ist nur die eine Hälfte der Premium-Strategie von Siemens.
Die andere Hälfte ist Design. Nach einer, wie das Unternehmen sagt, starken Resonanz auf die ursprüngliche Linie erweitert Siemens seine Matt Edition.
Die Kollektion setzt auf samtige matte Oberflächen statt auf das in großen Teilen der Gerätebranche übliche Edelstahl und Hochglanzglas. Siemens überträgt diese Designsprache nun auf weitere Kategorien, darunter auch seine Dampf-Schublade.
Siemens zufolge hat das Design seiner Geräte im Laufe der Jahrzehnte mehr als 500 internationale Auszeichnungen erhalten. Das unterstreicht, wie gezielt das Unternehmen Ästhetik neben Intelligenz positionieren will – und Design nicht als bloße Dekoration am Ende der Entwicklung versteht.
Alexa Plus macht die Kaffeemaschine zum Gesprächspartner
Die EQ900 plus Kaffeemaschine gab einen weiteren Einblick, wohin Siemens natürliche Sprachschnittstellen führen will.
Die Maschine wird in Deutschland in den Amazon-Alexa-Plus-Dienst integriert. Das ermöglicht Interaktionen auf Basis moderner Large Language Models statt einer begrenzten Sammlung vordefinierter Sprachbefehle.
Das Ziel ist, die Kommunikation mit dem Gerät natürlicher zu gestalten. Nach Pestas Darstellung soll sich die Kaffeemaschine weniger wie ein Gerät anfühlen, das auf Anweisungen wartet, und mehr wie eine vertraute Assistenz, die Routinen und Vorlieben versteht.

Wichtiger noch: Siemens erklärte, diese Art von Funktionalität nach Möglichkeit per Software-Update auf bestehende kompatible Produkte bringen zu wollen, statt jede neue Software-Funktion an eine neue Hardware-Generation zu binden.
Das könnte langfristig wichtiger sein als die Neuheit, mit einer Kaffeemaschine konversationell sprechen zu können.
Ein vernetztes Gerät, das nach dem Kauf tatsächlich nützliche Fähigkeiten erhält, hat einen grundlegend anderen Lebenszyklus als eines, dessen Funktionsumfang beim Verlassen der Fabrik eingefroren ist.
Wärmepumpen ziehen in Waschtrockner ein
Der neue Siemens iQ700 Waschtrockner war eines der stärksten Beispiele für den Fokus auf praktische Technik.
Er kombiniert eine Waschkapazität von 11 kg mit einer Trocknungskapazität von bis zu 6 kg bei Standardgerätemaßen. Entscheidend ist, dass er für den Trocknungsprozess Wärmepumpentechnologie nutzt.
Siemens zufolge erreicht die Maschine Energieeffizienzklasse A für den kombinierten Wasch- und Trockenvorgang. Beim Waschen allein liegt sie 20 Prozent über der für Klasse A erforderlichen Schwelle.
Diese Spezifikation wurde in der offiziellen IFA-Mitteilung von Siemens für den neuen WL64B2A40 iQ700 Wärmepumpen-Waschtrockner bestätigt.
Darum herum sind mehrere automatisierte Systeme aufgebaut.
i-Dos berechnet die Waschmittelmenge anhand von Faktoren wie Beladung und Verschmutzungsgrad. gentleDry nutzt niedrigere Trocknungstemperaturen, die laut Siemens bis zu 40 Prozent unter denen herkömmlicher Waschtrockner liegen können. intelligentClean entfernt automatisch Flusen und reinigt das relevante Innensystem nach den Zyklen.
Das sind keine Funktionen, die auf einer Messebühne zwangsläufig für spektakuläre Vorführungen sorgen. Sie gehören jedoch genau zu den Funktionen, die Nutzer während der Lebensdauer eines Geräts Hunderte Male bemerken.

Premium-Wäschepflege erhält eine Iconic Edition
Siemens stellte außerdem seine Iconic Edition für Waschmaschinen vor. Sie kombiniert ein hochglänzendes, glasähnliches schwarzes Äußeres mit einer bündigen Bedienoberfläche und einem vollfarbigen Touchdisplay.
Die Waschmaschine verfügt über smartFinish, das laut Siemens Falten und Knitter um bis zu 50 Prozent reduzieren kann. Der Trockner kann Informationen aus dem vorherigen Waschzyklus nutzen, um die Trocknung anzupassen. Eine varioSpeed-Option verkürzt die Trocknungszeit um bis zu 38 Prozent.
Auch hier behandelt Siemens die Waschküche als Teil des Wohnumfelds und nicht als rein funktionale Ecke des Hauses.
Mehr Kühlschrankvolumen auf derselben Stellfläche
Der letzte Punkt in Pestas Präsentation griff ein sehr einfaches Problem auf: Menschen wünschen sich mehr Kühlschrankraum, ohne deshalb unbedingt eine größere Küche zu haben.
Der neue freistehende Siemens-Kühlschrank bietet laut Unternehmen mehr als 402 Liter Kapazität – rund 15 Prozent mehr als Vorgängermodelle bei unveränderter Stellfläche.
Sein hyperFresh 0°C-System nutzt kontrollierte Luftfeuchtigkeit und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt in speziellen Fächern, um die Frische zu verlängern. Bewegliche Türfächer ermöglichen es zudem, die Innenaufteilung an den jeweiligen Wocheneinkauf anzupassen.
Das ist ein weiteres Beispiel für das übergreifende Muster, das sich am Vormittag zeigte.
Nicht jede Innovation auf der IFA muss futuristisch aussehen.
Manchmal besteht Innovation schlicht darin, 15 Prozent mehr nutzbaren Stauraum in etwas unterzubringen, das noch immer an den alten Platz passt.

Zwei Marken, zwei Persönlichkeiten, eine Richtung
Bosch und Siemens gemeinsam auf einer Bühne zu sehen, machte die Unterschiede zwischen den Marken ungewöhnlich deutlich.
Bosch sprach die Sprache von Vertrauen, Haltbarkeit und Zuverlässigkeit. Das stärkste Argument der Marke: Technologie soll Arbeit aus dem Alltag nehmen und zugleich so verlässlich sein, dass sie in den Hintergrund tritt.
Siemens wählte andere Begriffe: Intelligenz, Personalisierung, Präzision und Design. Die Geräte der Marke sollen zunehmend verstehen, was Nutzer tun, den nächsten Schritt antizipieren und sich entsprechend anpassen.
Hinter der unterschiedlichen Positionierung liefen beide Präsentationen jedoch auf dieselbe Idee hinaus.
KI hält rasch Einzug in Haushaltsgeräte, doch keine der beiden Marken will, dass KI selbst zum Produkt wird.
Entscheidend ist, was danach passiert: ein Backofen, der erkennt, was gekocht wird; ein Waschtrockner, der Waschmittel und Flusen eigenständig managt; eine Heizung, die präziser auf den Bedarf reagiert; ein Staubsauger, der seine Rolle selbst wäscht; oder eine Kaffeemaschine, die normale Gespräche versteht.
Das könnte letztlich die wichtigere Geschichte von BSH auf der IFA 2026 sein.
Das intelligente Zuhause wird intelligenter. Doch die Branche entdeckt zunehmend, dass die beste Technologie vielleicht jene ist, über die Menschen am wenigsten nachdenken müssen.



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