Smartphones, die Akkulaufzeit und Kamerastärke über ein besonders schlankes Design stellen, sind selten. Huawei bringt diese Idee nun zurück in den Mainstream: Die nova 16 und 16 Pro aus China kommen als nova 16s und nova 16s Pro auf den internationalen Markt – inklusive des bekannten „s“-Suffixes.

Der Blickfang ist das nova 16s Pro. Es setzt auf einen 200-MP-RYYB-Hauptsensor mit f/1.8-Blende und optischer Bildstabilisierung. Das klingt zunächst nach Datenblatt-Theater, doch das Setup soll Details und Licht einfangen, wie es Smartphones sonst meist nur unter Studiobedingungen gelingt. Ergänzt wird der Sensor durch eine kleine 1,5-MP-Multispektraleinheit, die Farben und Weißabgleich Szene für Szene optimiert. Hinzu kommen ein 50-MP-RYYB-Periskop mit rund 3,7-fachem optischem Zoom und OIS sowie ein 50-MP-RYYB-Ultraweitwinkel, das zugleich Makroaufnahmen ab 2,5 cm ermöglicht. Auch für Selfies steht eine 50-MP-Frontkamera bereit.

Auch die Displaytechnik fällt üppig aus. Das Pro-Modell verfügt über ein 6,84 Zoll großes LTPO-OLED-Panel mit variabler Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hz. Die Spitzenhelligkeit erreicht bei 1 % APL bis zu 6.000 Nits und kann bei üblichen Helligkeitsverteilungen dynamisch auf bis zu 4.000 Nits steigen. Für empfindliche Augen setzt Huawei auf hochfrequentes PWM-Dimming mit 2.160 Hz.

Hinzu kommt ein kräftiger 7.000-mAh-Akku – eine Kapazität, die nur wenige Mainstream-Smartphones bieten. Geladen wird mit 100 Watt Huawei SuperCharge Turbo über einen USB-C-2.0-Anschluss. Trotzdem bleibt das Pro-Modell mit 7,1 mm schlank und liegt mit 218 Gramm spürbar, aber nicht unhandlich in der Hand. Das Gehäuse wird von einem Rahmen aus Luftfahrt-Aluminium eingefasst, auf der Vorderseite schützt Kunlun Glass mit Nanokristall-Beschichtung. Laut Huawei ist es zehnmal stoßfester als das Glas des nova 15.

Das kleinere nova 16s besitzt ein 6,68-Zoll-Display, übernimmt aber viele zentrale Ausstattungsmerkmale. Sein True-to-Colour-Kamerasystem kombiniert einen 50-MP-Hauptsensor mit einem 50-MP-RYYB-Periskop, das rund 3,3-fachen optischen Zoom und OIS bietet. Den 7.000-mAh-Akku und das 100-Watt-Schnellladen teilt es mit dem Pro-Modell, bleibt mit 7,3 mm aber ebenfalls schlank. Der Speicher startet bei 256 GB, optional sind 512 GB erhältlich.

Bei der Software dürfte Huawei einige überraschen: Beide Modelle werden mit EMUI 16.0 statt HarmonyOS ausgeliefert. Im nova 16s Pro arbeitet die Kirin-9010S-Plattform, während das reguläre nova 16s einen Kirin 8020 nutzt. Das unterstreicht die klare Leistungstrennung zwischen beiden Geräten.

Die Kamerasysteme bestehen nicht nur aus Sensoren und Objektiven: Huawei ergänzt sie um zahlreiche KI-Funktionen für die Bildbearbeitung. Die Echtzeit-KI-Komposition passt den Bildausschnitt bereits beim Fotografieren an. Mit KI-Verschieben lassen sich Objekte im Bild neu positionieren, während KI-Entfernen unerwünschte Elemente aus einer Szene entfernt. KI für besten Ausdruck wählt in Gruppenaufnahmen die schmeichelhaftesten Gesichter aus, und KI-Entspiegelung reduziert Reflexionen auf Glas und anderen glänzenden Oberflächen. Zusammen sollen diese Funktionen aus gewöhnlichen Schnappschüssen kuratierte Erinnerungen machen.

Beim Design setzt die Serie auf ein sommerliches Wellenmotiv und vier Farbvarianten: Inselblau, Atmender Kristall, Sternenschwarz und Himmelweiß. Auch die Details zählen: Die Kombination aus Glas, Legierungsrahmen und den versprochenen Verbesserungen bei der Robustheit deutet darauf hin, dass Huawei Stil und Alltagstauglichkeit miteinander verbinden will.

Beide Smartphones setzen in einer Zeit, in der viele Flaggschiffe auf Schlankheit statt Ausdauer setzen, verstärkt auf Akkulaufzeit und Kamerahardware.

Preise und Verfügbarkeit stehen noch aus. Huawei dürfte regionale Details in Kürze bekannt geben. Dann könnten beide Geräte einen genaueren Blick wert sein – sowohl für Fotografen, die möglichst viele Pixel suchen, als auch für alle, die ein Smartphone wollen, das nicht schon mitten am Tag schlappmacht.