Wer dachte, 360-Grad-Actioncams hätten sich inzwischen eingependelt, wird von DJI eines Besseren belehrt. Mit der Osmo 360 II entwickelt das Unternehmen seine Osmo-Reihe weiter und kombiniert hochauflösende Aufnahmen mit praktischen Verbesserungen, die sich Nutzer tatsächlich gewünscht haben.
Nach einem kurzen Debüt in China ist die Osmo 360 II nun weltweit erhältlich. Sie löst die im Juli 2025 erschienene Osmo 360 ab und bringt fast zehn wichtige Neuerungen mit, die den Abstand zu Konkurrenten wie der Insta360 X6 verringern sollen. Besonders auffällig: die wechselbaren Objektive. Ist ein Objektiv verkratzt oder beschädigt, braucht es kein Hantieren mehr mit winzigen Werkzeugen. Objektiv wechseln, fertig. Eine kleine Neuerung, die sich auszahlt, wenn die Kamera einmal einen Schlag abbekommt.
Auch die Videospezifikationen können sich sehen lassen. Die Osmo 360 II zeichnet native 360-Grad-Videos in 8K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf – ein Upgrade gegenüber dem Vorgänger, der bei 50 Bildern pro Sekunde lag. Für Slow-Motion-Aufnahmen bietet DJI bei Nutzung eines Objektivs 4K mit 120 Bildern pro Sekunde. Sind beide Objektive aktiv, steht zudem ein Hochgeschwindigkeitsmodus mit 240 Bildern pro Sekunde bereit. Diese Flexibilität macht schnelle Action zu flüssigen, teilbaren Aufnahmen.

Hinter den Objektiven arbeiten zwei 1/1,1-Zoll-Sensoren mit einem Dynamikumfang von 14,5 Blendenstufen. Das bedeutet: In kontrastreichen Szenen bleiben mehr Details in hellen und dunklen Bildbereichen erhalten. DJI hat außerdem die Akkukapazität um rund 10 Prozent auf 2150 mAh erhöht und die Videodatenrate auf 220 Mbit/s angehoben. Zu den Schnellzugriffsfunktionen zählen NFC Quick Connect und ein neues magnetisches Montagesystem, das den Auf- und Abbau vor Ort beschleunigt.
Auch die Preise sind klar gestaffelt: Die Osmo 360 II in der Standardversion kostet 589 Euro, die Adventure Combo mit zusätzlichem Zubehör 739 Euro. Die optionalen Extras passen zum modularen Konzept der Kamera: Ein Objektiv-Ersatzset kostet 39 Euro, ein Einbeinstativ mit Zusatzakku 99 Euro und eine robuste Klemme 49 Euro. DJI plant zudem, in den kommenden Monaten ein unsichtbares wasserdichtes Gehäuse für Aufnahmen in tieferem Wasser oder bei widrigeren Wetterbedingungen zu veröffentlichen.

DJI zielt damit eindeutig auf das Premiumsegment des 360-Grad-Actioncam-Markts. Wechselbare Objektive, höhere Bildraten, größerer Dynamikumfang und schnellere Datenraten sind Funktionen, die sich Kreative gewünscht haben. Das Ergebnis wirkt wie eine pragmatische Weiterentwicklung statt wie ein Gimmick.
Für Content-Creator, die verschiedene Systeme vergleichen, zählt inzwischen weniger, welche Marke das auffälligste Marketing betreibt. Entscheidend ist vielmehr, welches Ökosystem und welche Zubehörpalette zum jeweiligen Workflow passen. Die Osmo 360 II liefert genau jene schrittweisen, aber wichtigen Verbesserungen, die für viele Anwender den Ausschlag geben dürften.
Die einen werden sie unter Wasser einsetzen, andere auf dem Autodach montieren. In jedem Fall dürften bald deutlich mehr 8K-360-Grad-Clips in den Feeds auftauchen.



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