Stellen Sie sich vor, Sie zahlen rund 1.850 Euro für ein Gerät, das sich wie ein Notebook zusammenfalten lässt, aber bewusst auf einige Funktionen verzichtet, die man von einem Flaggschiff erwartet. Genau dieser Widerspruch steht im Mittelpunkt von Apples offenbar erstem Foldable, das Berichten zufolge den Beinamen iPhone Ultra trägt.
Wo Apple offenbar Funktionen zugunsten eines schlanken Designs opfert
Leaks und Mockups zeigen ein Smartphone mit einem sehr schlanken Profil, das eher an ein iPhone Air als an ein wuchtiges Foldable erinnert. Das schlanke Design verbessert zwar die Alltagstauglichkeit, lässt im Inneren aber nur wenig Platz. Der Kompromiss: Für Apples TrueDepth-Kamerasystem, das Face ID ermöglicht, scheint kein Raum zu bleiben. Stattdessen könnte Apple laut Quellen Touch ID in der Seitentaste zurückbringen – eine biometrische Lösung, die zuletzt 2016 bei iPhones zum Einsatz kam. Die kommenden iPhone-18-Pro-Modelle sollen unterdessen einen anderen technischen Weg einschlagen und Teile von Face ID unter dem Display unterbringen.
Auch die Erwartungen an das Kamerasystem wurden gedämpft. Frühe Hands-on-Berichte lobten zwar den soliden Gesamteindruck, bezeichneten die Kamera aber als Schwachstelle des Smartphones. Mockups deuten auf zwei 48-Megapixel-Sensoren für Haupt- und Ultraweitwinkelkamera hin, ein Teleobjektivmodul fehlt offenbar. Damit steht weniger Reichweite für Porträt- und Zoomaufnahmen zur Verfügung – eine spürbare Einschränkung für Nutzer, die auf optischen Zoom angewiesen sind.
Auch die physischen Bedienelemente scheinen neu angeordnet zu werden. Die linke Seite der Prototypen wirkt aufgeräumt, während die Lautstärketasten an die Oberkante wandern – ähnlich wie beim iPad mini. Das Ergebnis: weder Actiontaste noch separater Stummschalter. Erstmals seit drei Jahren würde Apple damit ein iPhone ohne eine dieser haptischen Schnellfunktionen anbieten.

Auch bei der Konnektivität zeichnet sich dasselbe Muster aus Kompromissen ab. Das iPhone Ultra wird voraussichtlich ausschließlich eSIM unterstützen und auf einen physischen SIM-Kartenschacht verzichten – ähnlich wie die iPhone-Air-Reihe. Sollte Apple zudem sein eigenes C2-Modem verbauen, dürfte mmWave-5G-Unterstützung unwahrscheinlich sein. Berichte legen nahe, dass das C2-Modem dieses Hochfrequenzband noch nicht abdeckt. Für den US-Markt bestimmte iPhone-18-Pro-Modelle sollen dagegen Qualcomm-Hardware behalten, um die mmWave-Kompatibilität sicherzustellen.
Damit könnte es das bislang teuerste iPhone von Apple werden.
An wen richtet sich dieses Smartphone also? An Frühadopter auf der Suche nach Neuheiten, an Fotografen, denen Mobilität wichtiger ist als Telefoto-Reichweite, oder an Power-User, die jedes verfügbare Konnektivitätsband benötigen? Die Antworten darauf sind entscheidend. Ein Preis von 1.850 Euro bei gleichzeitig fehlenden Flaggschiff-Funktionen erzwingt eine neue Abwägung: Premium-Design und faltbares Format gegen abgespeckte Hardware und weniger Komfortfunktionen.
Apple dürfte schon bald weitere Details enthüllen. Dann werden Käufer entscheiden, ob die Kompromisse für die Neuheit eines echten faltbaren iPhones akzeptabel sind – oder ob die fehlenden Komponenten das Gerät wie einen überstürzten ersten Entwurf wirken lassen.



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